In der angeschlagenen Automobilbranche wurden die Betriebsratswahlen mit Spannung erwartet. Jetzt liegen die Ergebnisse vor: Oppositionelle Listen konnten ihre Position festigen, während die IG Metall teils deutliche Verluste hinnehmen muss, aber dennoch stärkste Kraft bleibt. Besonders unter die Räder geriet die regierungsnahe Gewerkschaft jedoch in Leipzig – passend zur historisch bedeutenden Sachsenmetropole gibt es bei COMPACT die neue Medaille „Völkerschlacht“ aus feinstem Silber. Hier mehr erfahren.
Gewinneinbrüche, Massenentlassungen, drohende Werkschließungen: Die Stimmung bei VW ist auf dem Tiefpunkt. Umso höher lagen die Erwartungen vor der Betriebsratswahl, die am Freitag (13. März 2026) ausgezählt wurde. Die zentrale Frage am Standort in Zwickau: Verliert die IG Metall ihre Monopolstellung? Wie stark werden alternative Listen, vor allem das „Bündnis freie Betriebsräte“, das von der patriotischen Gewerkschaft Zentrum um Oliver Hilburger unterstützt wurde.
Letztendlich kam die regierungsnahe IG Metall, stets im „Kampf gegen Rechts“ auch ganz vorne dabei, in Zwickau mit einem blauen Auge davon: Die rote Gewerkschaft verlor zwar zwei Sitze, stellt aber mit 80 Prozent weiterhin eine deutliche Mehrheit im Betriebsrat des größten deutschen Automobilherstellers. Das „Bündnis freie Betriebsräte“ mit seinem Spitzenkandidaten Lars Bochmann, der ebenfalls in der AfD aktiv ist, errang vier Mandate im insgesamt 35-köpfigen Gremium und festige damit seine Position. Die übrigen zwei Mandate entfallen auf eine neue, ebenfalls eher oppositionelle, Liste.
In einer Stellungnahme zum Wahlausgang erklärt der wiedergewählte Betriebsrat Lars Bochmann:
Das Wahlergebnis blieb insgesamt hinter den eigenen Erwartungen zurück. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine Entwicklung: Die IG Metall musste zwei weitere Mandate an die neu angetretene Liste „Die andere Liste“ abgeben. Damit verändern sich die Kräfteverhältnisse im Betriebsrat weiter.
Die Wahl fand zudem in einer Zeit großer Unsicherheit statt. Zuletzt musste die Belegschaft zur Kenntnis nehmen, dass der Volkswagen-Konzern im Zuge seines Sparkurses bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abbauen will. Diese Nachricht hat viele Beschäftigte zusätzlich verunsichert und die Frage aufgeworfen, wie es mit den Arbeitsplätzen und den Standorten weitergeht. Die Angst um den eigenen Arbeitsplatz führt bei den Belegschaften zu Wahlentscheidungen, die dem politischen Trend außerhalb der Werkstore entgegenstehen.

Für Aufsehen hatte bereits in der Vorwoche bereits das Ergebnis der Betriebsratswahl am Chemnitzer VW-Standort gesorgt: Eine alternative, von der Zentrum-Gewerkschaft unterstützte Liste, brachte es auf starke 25 Prozent (vier Sitze) und sorgte für regelrechte Schockstarre unter den alteingesessenen Betriebsräten der IG Metall.
Wahldebakel für IG Metall bei BMW in Leipzig
Die größten Verluste bei der sächsischen Betriebsratswahl musste der Platzhirsch ausgerechnet bei BMW in Leipzig hinnehmen: Die IG Metall verlor ganze neun Sitze, stellt zukünftig nur noch 19 von 35 Betriebsräten und verfügt nicht mehr über eine Zweidrittel-Mehrheit. Angesichts der bisherigen Machtverhältnisse ist dieses schlechte Abschneiden eine mittlere Situation.

Profitieren konnte dagegen die – von der Zentrums-Gewerkschaft unterstützte – „IG Beruf Beruf und Familie“ unter Frank Neufert, außerhalb des Betriebsrates ein bekanntes Gesicht der Freien Sachsen, die ihre Mandatszahl von einem auf zwei steigern konnte. Noch deutlicher legten mehrere unabhängige, ebenfalls oppositionelle Listen zu, die teils zum ersten Mal zur Wahl standen und ihren Beitrag dazu leisteten, den Einfluss des Establishments auch in den Betrieben zurückzudrängen.
Freilich: Die IG Metall bleibt zwar dominante Kraft in den Betriebsräten der großen sächsischen Automobilhersteller. Doch die absolute Monopolstellung, die noch vor zehn Jahren fast überall die Regel gewesen war, wackelt längst. Und patriotische Gewerkschafter sind durch ihre Graswurzelarbeit auf dem Vormarsch.
Leipzig wird für rote Gewerkschaften zunehmend zu einem schwierigen Pflaster. Passend zur historisch bedeutenden Sachsenmetropole gibt es bei COMPACT die neue Medaille „Völkerschlacht“ aus feinstem Silber. Hier mehr erfahren.





