Auf der Münchner Sicherheitskonferenz skizzierte US-Außenminister Marco Rubio und der „verteidigungspolitische“ AfD-Sprecher Rüdiger Lucassen eine gemeinsame Linie, die die AfD zum Anhängsel des Pentagon macht. Widerspruch aus der AfD blieb aus, also wird es so kommen. *** „USA gegen Deutschland“ ist unser Geschenk an alle COMPACT-Kunden am heutigen Dienstag! Wer bis 24 Uhr in unserem Online-Shop etwas bestellt, erhält die Sonderausgabe „USA gegen Deutschland“ (84 Seiten, Preis ansonsten 9,90 Euro) GRATIS obendrauf! ***
„AfD und USA, das war das Traumpaar 2025. Doch Donald Trumps außenpolitische Aggressionen zu Jahresanfang 2026 zwingen die größte deutsche Oppositionspartei zur Entscheidung, ob sie ihm auf diesem Weg folgen will. Die Antworten fallen krass unterschiedlich aus“, so heißt es im Leitartikel der Februar-Ausgabe von COMPACT-Magazin. Auf den folgenden Seiten werden Markus Frohnmaier (pro USA) und Tino Chrupalla (US-kritisch) interviewt, was der Spannbreite innerhalb der Partei im Januar entsprach.

Doch am vergangenen Wochenende haben sich die Diskussionsverläufe zum Schlechten verschoben. Rüdiger Lucasssen, auf US-Wunsch zur sogenannten Sicherheitskonferenz in München eingeladen, skizzierte unter großer medialer Beachtung eine völlig neue außenpolitische Strategie: Die BRD solle die militärische Hauptmacht in Europa werden und die „Hauptlast“ der Ostfront im Baltikum tragen. Dies war genauso verrückt wie die Rede von Friedrich Merz, der die Bundeswehr zur „stärksten Armee“ in Europa machen will. Im Unterschied zum Kanzler, der eine Absetzbewegung von den USA andeutete, sieht Lucassen seine Strategie als komplementär zu der der USA an. Gestern erklärte er auf X: „Die eindeutige Positionierung der USA ist deshalb eine Chance für Deutschland und Europa, eigene Stärke wiederherzustellen, unsere Souveränität auszubauen und Abhängigkeiten zu reduzieren. Das erfordert vor allem: eine starke Bundeswehr (…). Auch die Option einer deutschen nuklearen Bewaffnung, der sich mein Kollege Kay Gottschalk jüngst anschloss, muss geprüft werden.“ Keine Kritik an den USA, kein Frieden mit Russland, keinen Stopp der Waffenlieferungen…
Mit diesem Programm soll Deutschland zum Festlanddegen der USA werden, was natürlich mit „unsere Souveränität ausbauen“ nichts zu tun hat. Die AfD-Wähler, vor allem im Osten, wollen aber Friedenspolitik. Der Lucassen-Kurs wird der AfD also Stimmen kosten. Aber umgekehrt wird er dazu führen, dasss die AfD für die CDU/CSU als Regierungspartner akzeptabler wird, und die USA werden Druck in diese Richtung ausüben. Es könnte also genauso kommen wie auf der anderen Seite des politischen Spektrums vor 30 Jahren: In den 1990er Jahren setzten sich die Pro-NATO-Kräfte um Joschka Fischer bei den Grünen durch, was einerseits Stimmen kostete, aber andererseits die Grünen zur Regierungspartei machte.

In der AfD hat niemand von Gewicht auf die skandalösen Äußerungen Lucassens reagiert. Einzig der Bundestagsabgeordnete Rainer Rothfuß protestierte öffentlich, in seiner Rede auf einer Friedenskundgebung am Samstag in München, die jedoch nur bei COMPACT gewürdigt wurde. Damit steht fest: Lucassen wird weiter und zunehmend das Bild der AfD-Außenpolitik prägen. Das Image der Friedenspartei wird dadurch zerstört.
Die Unterordnung unter die USA wird versüßt durch die Abkehr der Trump-Administration vom Klimaschwindel. Diese ist wirklich erfreulich – geht aber mit einer Rückkehr zum Rohstoffimperialismus einher. Daher die Vorstöße gegen Venezuela, Grönland und Iran! Dazu schrieb ich in COMPACT 2/2026: „Die Rohstoff-Imperialisten wollen rechte Kräfte wie die AfD für ihre Machtergreifung nutzen, so wie zuvor die Grünen der Rammbock für die Deindustrialisierer waren. Die Frage ist, in Deutschland wie überall, ob die Patrioten durchschauen, welcher Macht sie in den Sattel helfen sollen und sich rechtzeitig von dieser trennen.“



