Vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte die Leipziger Völkerschlacht. Napoleon unterlag, weil ihm seine Württemberger Hilfstruppen davonliefen – und weil die Österreicher sich mit den preußischen und zaristischen Truppen verbündet hatten. Die Druschba-Medaille von COMPACT mit dem Doppeladler trägt diesem Geiste Rechnung. Hier mehr erfahren.

    Marschall Vorwärts. Foto: Gemälde von Johann Emil Hünten, 1863

    Die sogenannte Völkerschlacht bei Leipzig – diesen suggestiven Terminus kennen selbst militärische Laien, sei es auch nur wegen des 1913 eingeweihten Völkerschlachtdenkmals in selbiger Stadt. Doch waren es tatsächlich die Soldaten aller europäischen Völker, die hier in die Schlacht zogen? Die Antwort lautet: Eher nein.

    Im Sommer und Herbst 1813 musste der französische Kaiser Napoleon eine beklemmende Tatsache zur Kenntnis nehmen: Seine Generalität besaß nur Mittelmaß. All diese im Zuge der Französischen Revolution hochgekommenen Kommandeure, ob sie nun Marmont, Murat, Ney, Vandamme, Soult oder Oudinot hießen, erlitten regelmäßig Schlappen, wenn ihr großer Herr und Meister nicht zugegen war. Demgegenüber erwiesen sich die Generale Preußens in jener Zeit als überlegene, selbständig handelnde Truppenführer.

    Nachdem König Friedrich Wilhelm III. von Preußen im Frühjahr 1813 zum nationalen Befreiungskampf gegen die französische Fremdherrschaft aufgerufen hatte, konnte Napoleon zunächst einige Gefechte gewinnen.

    Die gemeinsame Kriegführung der verbündeten Russen und Preußen verlief selten reibungslos. Erst als Österreich Ende August 1813 in den Kampf eingriff, wendete sich das Blatt endgültig.

    Die Straße zum Sieg

    Am 23. August scheiterte bei Großbeeren südlich von Berlin der erneute Versuch Napoleons, sich der Metropole Preußens zu bemächtigen. Eine 70.000 Mann starke Invasionsarmee wurde von den Generalen Friedrich Wilhelm von Bülow und Emanuel von Tauentzien blutig zurückgeschlagen. «Unsere Knochen sollen vor Berlin bleiben, nicht dahinter», erklärte Bülow grimmig.

    Beim schlesischen Fluss Katzbach errang Gebhard Leberecht von Blücher, der legendäre «Marschall Vorwärts», am 26. August mit preußischen und russischen Regimentern einen großen Sieg gegen die nach Süden vordringende französische Bober-Armee, welche sich nach schweren Verlusten überstürzt zurückziehen musste.

    Völkerschlachtdenkmal. Foto: SteffenG, CC BY-SA 3.0 Wikimedia Commons

    General Friedrich Heinrich von Kleist schlug den Feind am 29./30. August bei den böhmischen Dörfern Kulm und Nollendorf. Bülow gewann die Schlacht von Dennewitz (Brandenburg) am 6. September. General Johann Ludwig von Yorck siegte am 3. Oktober bei Wartenburg an der Elbe.

    «Die frohe Stimmung der preußischen Truppen ward dadurch erhöht, dass ein jeder einzelne Mann das stolze Gefühl in der Brust trug, er habe seinen Teil zu dem glücklichen Erfolge redlich beigetragen und dass der Sieg ausschließlich von Preußen erfochten war», lautete Yorcks Rapport an diesem Tag.

    So geschah es, dass Napoleons fast 200.000 Soldaten zählende Streitmacht aus drei Himmelsrichtungen nach Sachsen zurückgedrängt werden konnte. Hier sah sich der Kaiser «schon wie in einem Käfig eingesperrt», konstatierte Preußens Militärphilosoph Carl von Clausewitz. Schließlich musste Napoleon Mitte Oktober 1813 «in dem Winkel der Parthe, Elster und Pleiße Schutz suchend, wie in der Ecke eines Zimmers den Rücken gegen die Wand gelehnt, seine Feinde abwarten», so Clausewitz.

    Folglich kam es zur berühmten Völkerschlacht – aber zu 75 Prozent kämpften bei Leipzig nur drei Völker: Franzosen, Russen und Deutsche (Preußen, Österreicher und Norddeutsche auf alliierter Seite, Sachsen und Süddeutsche in Napoleons Reihen, wobei die etwa 5.000 Württemberger während der Schlacht die Fronten wechselten).

    Zählt man noch jene kaum 10.000 Ungarn im Heer der Habsburger Monarchie und Napoleons polnische Kontingente hinzu, dann bleibt für die restlichen Völker nicht mehr viel übrig, zumal wenn man die aktiven Kampfhandlungen vom 16. bis 19. Oktober in Rechnung stellt.

    Die Schweden im Abseits

    Die bei Leipzig aufmarschierten 20.000 Schweden erfüllten nur eine Alibifunktion. Ihr Kronprinz, der französische Ex-Marschall Jean-Baptiste Bernadotte, hatte sich den Verbündeten geradezu aufgedrängt, um hernach wie ein Leichenfledderer an seinen ehemaligen Landsleuten zu handeln. Als Kriegsbeute forderte er unter anderem das bis dato zu Dänemark gehörende Königreich Norwegen.

    Der alte Feldmarschall Blücher bemerkte knurrend, er brauche keine Hilfe von «diesem Zigeuner», zumal schwedische Truppen seit 100 Jahren kein Pulver mehr gerochen hatten und von eher zweifelhaftem Kampfwert waren. Bernadotte wollte «mit möglichst geringem Aufwand an Menschen und Mitteln» sich als Befreier Deutschlands profilieren, so sein Biograf Gabriel Girod de l’Ain in schöner Offenheit.

    Marschall Vorwärts

    Gebhard Leberecht von Blücher (1742 – 1819) war der populärste deutsche General der Befreiungskriege. «Marschall Vorwärts» nannten ihn die Zeitgenossen ob seiner offensiven
    Kampfweise. Dabei geriet der erste Einsatz des ungestümen späteren Generalfeldmarschalls
    gegen Napoleon in Jena und Auerstedt (1806) noch zum Desaster. In der Völkerschlacht 1813 schlug er den französi-schen Marschall Marmont bei Möckern vollständig, verfolgte den Franzosenkaiser bis nach Paris. Als bei Waterloo 1815 die englischen Truppen vor der Niederlage standen, betete deren General Wellington: «Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen». Der Wunsch wurde erfüllt: Blücher rettete mit 150.000 Mann den Sieg. «Ran wie Blücher» wurde in Deutschland zum geflügelten Wort. Bei seinen Soldaten verzichtete Blücher übrigens stets auf Körperstrafen – damals sehr ungewöhnlich.

    In einem zeitgenössischen Lied mit dem Titel «Die große Leipziger Messe» heißt es spöttisch über Bernadotte und seine Soldaten: «Die Schweden standen sehr von ferne, Hätten mitgefochten gerne, Wenn ihr Feldherr es erlaubt. Er zählt die Häupter seiner Lieben, Auch nicht einer war geblieben, Sieh! Es fehlt kein teures Haupt!»

    In der Konvention von Tauroggen wurde die deutsch-russische
    Waffenbrüderschaft begründet. Foto: mg.welt.de

    Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass bei Leipzig auch 1.860 Soldaten aus Norditalien und Neapel auf französischer Seite standen. «Diese Truppen sind noch schlimmer als gar keine», urteilte Napoleon schon 1807. Sie wiesen die höchste Rate an Deserteuren der Grande Armée auf.

    Bei Leipzig wählten die Italiener ihre altbewährte Kampftaktik und rannten bei den ersten Kanonenschüssen davon. 200 holländische Lanzenreiter, die Bonapartes Bagage bewachten, sowie eine militärisch völlig nutzlose, 151 Mann zählende britische Batterie von Feuerwerksraketen auf alliierter Seite mögen die multinationale Komponente dieser Schlacht abrunden.

    Fast 100.000 Tote

    Der Blutzoll, den die Preußen (16.600 gefallen oder verwundet), Österreicher (14.400) und Russen (22.800) zahlen mussten, war immens. Wie viel von Napoleons gesamten Verlusten (72.000 Mann einschließlich der Gefangenen) keine Franzosen, sondern deutsche Noch-Verbündete waren, lässt sich kaum zuverlässig schätzen.

    Sofort nach der Leipziger Bataille sagten sich die restlichen deutschen Gefolgsleute des Kaisers von ihm los. Bayern hatte diesen Schritt schon zuvor, am 8. Oktober, vollzogen. Nun trat endlich ein, was der große Patriot Ernst Moritz Arndt im Februar 1813 mit seinem Aufruf zum gemeinschaftlichen Kampf gegen die Franzosen leidenschaftlich gefordert hatte: «Alles, was sich Deutsche nennen darf – nicht gegeneinander, sondern: Deutsche für Deutsche!»

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