Was für ein Irrsinn: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellt sich gegen eine deutsche Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2036. Und schlägt Nazi-Alarm. Eine von vielen „Geschichtslügen gegen Deutschland“, die wir in unserer gleichnamigen Sonderausgabe widerlegen. Hier mehr erfahren.
„Der Bundespräsident sieht das Jahr 2036 als historisch problematisch für eine deutsche Bewerbung an“, zitiert der Spiegel das Bundespräsidialamt und macht damit erstmals öffentlich, weshalb sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gegen eine deutsche Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele stellt. Das Datum, hundert Jahre nach den Olympischen Spielen von 1936, missfalle ihm. Ein absurdes Argument, was in Zeiten, in denen Parteitage der AfD in eine Nähe zum Nationalsozialismus gerückt werden, weil sie zufälligerweise hundert Jahre später in der selben Region stattfinden, wo auch die NSDAP einst Parteiveranstaltungen durchführte (wie fast überall in Deutschland), freilich kaum überrascht.

Sogar Altkanzler Gerhard Schröder kann die geschichtliche Aufregung des Bundespräsidenten nicht nachvollziehen, sieht in dem angepeilten Datum Möglichkeiten für die jetzt Lebenden: „Eine Austragung der Spiele gerade zu diesem Datum in Deutschland würde die Chance eröffnen, der Weltöffentlichkeit, aber auch der jungen Generation in Deutschland, deutlich zu machen, was wir als demokratisches Deutschland aus unserer Geschichte gelernt haben“, so der SPD-Politiker.
Sportliche Erfolge bei Olympia 1936
Dabei stellt sich ohnehin die Frage, was – abseits politischer Schuldzuweisungen – dagegen spricht, positiv auf die Olympischen Spiele von 1936 Bezug zu nehmen. Deutsche Athleten waren dabei so erfolgreich, wie bei kaum einem anderen Turnier: 33 Gold-, 26 Silber- und 30-Bronze-Medaillen unangefochten auf dem Spitzenplatz – weit vor den USA (24/20/12) und Ungarn (10/1/5).
Aber Moment … darf man das überhaupt positiv würdigen?
„Nazi Games“! „Peinlich“!
Na klar! Selbst das Internationale Olympische Komitee (IOC) macht das – zur Empörung der Hyperkorrekten. Die regen sich gerade wahnsinnig darüber auf, dass im Online-Shop des IOC ein T-Shirt angeboten wird, auf dem die fünf Olympischen Ringe, ein Athlet mit einem Lorbeerkranz sowie das Brandenburger Tor abgebildet sind.
Kenner wissen: Das ist das offizielle Plakatmotiv der Olympischen Sommerspiele 1936. Für alle anderen ist es sogar auf dem T-Shirt eingedruckt: „Germany, Berlin 1936 (…) Olympic Games.“ Und auch für die Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen gibt es das entsprechende Pendant.

Verschiedene Medien empören sich: Ganz schlimm sei, dass das gute Stück derzeit ausverkauft sei. Tatsächlich hat das Shirt mit „heimlichen Nazis“ – so der geäußerte Vorwurf – wenig zu tun, sondern gehört zur sogenannten Heritage Collection des Internationalen Olympischen Komitees, in der historische Designs und Poster vergangener Olympischer Spiele aufgegriffen werden, darunter auch eben auch das Motiv von Berlin 1936.
Das IOC reagierte inzwischen auf die Kritik und betonte, dass man „selbstverständlich die historische Problematik der ‚NS-Propaganda‘ im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin“ anerkenne. „Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass in Berlin 4483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Wettbewerben um Medaillen kämpften“, so der Verband.
Hitler fielen die Spiele in den Schoß
Unbestritten ist, dass die Machthaber die Sportwettkämpfe propagandistisch nutzten – was 1936 nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal geschah. Aber kann man deswegen, wie Tagesspiegel-Einsiedler, von „Nazi Games“ sprechen? Hier die Fakten: Als das IOC am 13. Mai 1931 verkündete, dass die Sommerspiele fünf Jahre später nach Berlin gehen würden, wurde Deutschland noch demokratisch regiert, Hitler kam erst 1933 an die Macht.

Die Olympischen Spiele 1936 wurden dann vom Internationalen Olympischen Komitee, den Sportlern, den vielen Gästen aus dem In- und Ausland und von der überwiegenden Mehrheit der internationalen Presse euphorisch begleitet. IOC-Präsident Henri de Baillet-Latour verkündete gar, Berlin 1936 markiere den Höhepunkt aller Olympischen Spiele.
Offenbar hatten die deutschen Gastgeber einen guten Eindruck hinterlassen, denn am 9. Juni 1939 vergab das IOC die Olympischen Winterspiele 1940 erneut ans Deutsche Reich. Durch den Krieg, der nur wenige Monate später begann, kam es dazu jedoch nicht.
Gegen die Instrumentalisierung von Sportereignissen
Die gleichen Kreise, die den Nationalsozialisten vorwerfen, die Olympischen Spiele vereinnahmt zu haben, versuchen, durch das Verbot eines bestimmten Datums ebenfalls politisches Kapital aus dem Sportereignis zu schlagen – nur in eine andere Richtung, bei der dem Bürger (und den Sportlern) aufgezeigt wird, welche Jahreszahlen schuldbelastet seien. Ein einigermaßen absurdes Verhalten, für das sich der Zuspruch – außerhalb der etablierten Polit-Blase – in Grenzen halten dürfte.
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