Ein Perser-Prinz in Washington wird zum westlichen Wunschkandidat. Seit Wochen gehen Tausende trotz Gewalt und Verhaftungen gegen die Regierung in Teheran auf die Straße. Ihr neuer Hoffnungsträger: der im Exil lebende Reza Pahlavi (65), Sohn des letzten Schahs Mohammad. Immer häufiger rufen Demonstranten seinen Namen, immer öfter taucht bei Protesten die alte Löwe-und-Sonne-Flagge auf. Doch die iranische Monarchie verdankte ihre Rettung einst einem Coup von CIA und MI6. Der Mossad ist schon vor Ort. Geopolitische Spannungen hinterlassen auch wirtschaftliche Spuren. In Zeiten wachsender Unsicherheit suchen Investoren und Sparer traditionell Zuflucht in Sachwerten. Mit unserer COMPACT-Silbermedaille: Druschba (Дружба), für deutsch-russische Freundschaft, bekommen sie einen handfesten Wert. Das Silber steigt und steigt. Hier mehr erfahren.

    Wochenlange Massenproteste gegen das theokratische Mullah-Regime sind längst zu einer offenen Revolte geworden. Aus Frust über Inflation und Perspektivlosigkeit wurde ein landesweiter Aufstand gegen die Regierung in Teheran und ihren Sicherheitsapparat. Internet- und Kommunikationssperren, über 500 Getötete und mehr als 10.000 Festnahmen werden gemeldet.

    In diesem Feuersturm mischen sich unterschiedliche politische Vorstellungen. Darunter sind immer öfter Monarchie-Parolen wie „Lang lebe der Schah“ zu hören. Gemeint ist die Rückkehr zu einem System, das vor 1979 existierte: die Pahlavi-Monarchie, klar pro-westlich, israelische Hegemonie in Nahost unterstützend und eng an die wirtschaftlichen und strategischen Interessen Amerikas gebunden.

    Donald Trump verschärfte währenddessen seine Rhetorik deutlich: „Wir sind bereit zuzuschlagen“, und man habe militärische Optionen „bereits vorbereitet“, so der US-Präsident. Diese martialische Sprache wird in Israel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Premierminister Benjamin Netanyahu sagte, sein Land beobachte die Lage im Iran „gebetsmühlenartig“. Teheran erklärt amerikanische Militärbasen derweil zu ,,legitimen Zielen“.

    Prinz im Exil

    Der Mann, dessen Name auf Irans Straßen wieder skandiert wird, lebt weit weg vom Geschehen. Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, befindet sich seit Jahrzehnten im Exil in den USA, im Raum Washington. Von dort aus spricht er über ein Land, das er seit seiner Flucht 1979 nicht mehr betreten hat.

    Pahlavi ist überzeugt, dass ein Sturz des Regimes nicht allein durch Straßenproteste möglich ist. Entscheidend sei ein Bruch innerhalb der Machtapparate: ,,Keine Bewegung des zivilen Ungehorsams kann erfolgreich sein, wenn Militär und Sicherheitskräfte geschlossen hinter dem System stehen, oder zumindest nicht wegschauten.“
    Seine Hoffnung setzt er auf einen moralischen Kipppunkt: Irgendwann, so Pahlavi, ,,würden Soldaten und Beamte erkennen, dass sie auf die eigenen Kinder schießen sollen, die auf den Straßen protestieren.“ Die Frage sei, wie lange ein solches System das durchhalte.

    Charlie Weimers trifft Irans Kronprinzen Reza Pahlavi. Foto: Europäisches Parlament. Wikimedia Commons CC BY 4.0

    Der Prinz fordert politische Rückendeckung aus dem Westen. Nach eigenen Angaben steht er in engem Kontakt zu Mitgliedern der Trump-Administration sowie zu den Regierungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

    Als die Proteste vergangene Woche an Fahrt gewannen, intensivierte Pahlavi auch seine Social-Media-Aktivitäten und übte sich in Demo-Organisation: Er legte teilweise Uhrzeiten fest und motivierte die Menschen, länger das Stadtzentrum zu besetzen.

    CIA und MI6 retteten den Schar

    Um zu verstehen, warum die Forderung nach einem Schah heute wieder auf Teherans Straßen fällt, muss man fast ein Jahrhundert zurückgehen. Die Pahlavi-Monarchie begann 1925, als Reza Schah Pahlavi, der Großvater von Reza Pahlavi, die Macht übernahm. Sein Sohn, Mohammad Reza Pahlavi, folgte ihm 1941 auf den Thron, gestützt von Großbritannien und den USA.

    Doch die Monarchie war nicht unangefochten. In den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren wuchs im Iran der Wunsch nach politischer Selbstbestimmung. 1951 wurde mit Mohammad Mossadegh erstmals ein demokratisch legitimierter Premierminister an die Spitze der Regierung gewählt. Ein Einschnitt in der iranischen Geschichte.

    Mossadegh stellte die Macht des Schahs offen infrage, reduzierte dessen Befugnisse und leitete einen politischen Kurswechsel ein: Mossadegh, demokratisch gewählt und nationalistisch geprägt, wollte den Iran unabhängig machen. Genau das brachte ihn in offenen Konflikt mit den USA und ihren regionalen Verbündeten.

    Sein zentraler Schritt war die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie, darunter die Anglo-American Oil Company (Vorläufer von BP). Damit entzog er westlichen Konzernen, vor allem britischen und amerikanischen, den direkten Zugriff auf eine der wichtigsten Ressourcen der Region. Für Washington war das ein gefährlicher Präzedenzfall: Ein rohstoffreiches Land, das sich der Kontrolle entzog und auf nationale Souveränität pochte.

    Doch Mossadegh ging weiter. Er verweigerte eine klare Einbindung des Iran in die westliche Sicherheitsarchitektur, lehnte dauerhafte Militärabkommen ab und positionierte sich bewusst blockfrei. Interne amerikanische Einschätzungen bezeichneten Mossadegh als „unberechenbar“ und als Politiker, der westliche Interessen systematisch untergrabe.

    Iran USA Teheran Flaggen

    Auch gegenüber Israel schlug Mossadegh einen deutlich anderen Kurs ein als seine Vorgänger. Der Iran war zuvor eines der wenigen Länder der Region gewesen, das Israel de facto anerkannt hatte. Unter Mossadegh jedoch wurden die Beziehungen bewusst zurückgefahren: Die israelische Vertretung in Teheran wurde geschlossen, offizielle Kontakte eingefroren.

    Mossadegh betrachtete Israel nicht nur religiös, sondern politisch kritisch. Für ihn war der junge Staat Teil einer westlich geprägten Ordnung im Nahen Osten, die die arabische Welt schwächte und fremde Interessen absicherte. Er positionierte sich pro-arabisch und solidarisch mit den Palästinensern.

    In einer verdeckten Operation unterstützten amerikanische und britische Geheimdienste 1953 seinen Sturz. Nach der Verstaatlichung der Ölindustrie 1951, verhängte Großbritannien eine wirtschaftliche Blockade, setzte auf eine faktische Seeblockade iranischer Ölexporte und versuchte, Teheran international zu isolieren.

    Als diese Strategie scheiterte und britische Agenten 1952 aus dem Iran ausgewiesen wurden, wandte sich London an Washington. Erst mit dem Amtsantritt von Dwight D. Eisenhowers änderte sich die amerikanische Haltung. Unter Eisenhower unterstützten die CIA und der britische Geheimdienst MI6 den Sturz Mossadeghs in einer verdeckten Operation.  Jahrzehntelang bestritten, ist diese Beteiligung heute offiziell belegt. 2013 veröffentlichte die CIA freigegebene interne Dokumente zur sogenannten Operation Ajax. Darin heißt es wörtlich:

    „Der Coup der  Premierminister Mossadegh stürzte, wurde von der CIA-Direktion durchgeführt als ein Akt der US-Außenpolitik.“

    Teile der iranischen Armee liefen über, Mossadegh verhaftet und unter lebenslangen Hausarrest gestellt. Mohammad Reza Pahlavi wurde endgültig als Machtfaktor installiert. Der Iran kehrte vorerst auf klaren Westkurs zurück.

    Mossad schon ,,vor Ort“

    Angesichts der neuen Proteste rief der Geheimdienst die iranische Bevölkerung offen dazu auf, den Widerstand fortzusetzen. In einer auf Farsi verfassten Nachricht hieß es: „Geht zusammen raus auf die Straße. Die Zeit ist gekommen. Wir sind mit euch.“ Der Mossad fügte hinzu, diese Unterstützung gelte „nicht nur aus der Entfernung oder mit Worten. Wir sind auch mit euch vor Ort.“

    Irans Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi-Asad erklärte, friedliche Proteste seien zwar legitim, doch „jeder Versuch, wirtschaftliche Proteste zu einem Werkzeug der Unsicherheit zu machen oder von außerhalb entworfene Szenarien umzusetzen, wird eine legale, angemessene und entschiedene Antwort auslösen.“

    In einer Gegenwart, die allzu oft in einfachen Feindbildern denkt, lädt dieses Sammlerstück zu einem anderen Blick ein: Unsere COMPACT-Silbermedaille: Druschba. Für deutsch-russische Freundschaft. Für Frieden statt Krieg! Endlich wieder lieferbar!

     

     

     

    Kommentare sind deaktiviert.