«Wir bekamen Befehl, auf beide Seiten zu schießen» Maidanmassaker 2014 – aufgeklärt!

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Operation unter falscher Flagge: Knapp vier Jahre nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch in der Ukraine hat ein italienischer Journalist die Scharfschützen ausfindig gemacht, die mit einem Massaker auf dem Kiewer Maidan den Vorwand für den Umsturz lieferten.

_ von Peter Porvaty

Die drei Georgier leben jetzt irgendwo in Osteuropa. Sie wirken nicht schüchtern und reden frei, zwei auf Georgisch, einer auf Russisch. Sie heißen Koba Nergadse, Salogi Kwaratskelia und Alexander Rewasischwili. Gian Micalessin, ein erfahrener Reporter, der aus vielen Kampfgebieten berichtete und heute für Il Giornale arbeitet, hat sie aufgespürt, um Licht in die dunkle Seite der ukrainischen «Revolution der Würde» zu bringen. So entstand der Film Ucraina, le verità nascoste (Ukraine: die verborgene Wahrheit), den der Sender Canale 5 im November zeigte.

Rückblende: Im Dezember 2013 verweigerte der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU. Daraus entstand eine Massenbewegung: Über drei Monate versammelten sich Tausende auf dem Platz der Unabhängigkeit, dem Maidan, schwangen EU-Flaggen und eifrige Reden, sangen und tanzten in der Winterskälte… Dann kam der 20. Februar 2014, an dem über 50 Menschen erschossen wurden – von den Schergen Janukowitschs, hieß es. Daraufhin stürmten wütende Menschen die Präsidentenpaläste und das Parlamentsgebäude… Janukowitsch floh, die Revolution siegte.

Die Killer

Jetzt endlich erzählen die eingesetzten Scharfschützen, was wirklich geschah. Sie alle waren Mitglieder der Sicherheitsbehörden in Georgien unter Präsident Micheil Saakaschwili gewesen, der das Land von 2004 bis 2013 ganz im Sinne der NATO regierte. Sein Berater Mamuka Mamulaschwili hatte die drei ausgewählt, darunter Rewasischwili als ausgebildeten Scharfschützen. Die Reise in die Ukraine Mitte Januar 2014 mit gefälschten Papieren «zur Unterstützung des Maidans» verstanden sie als Dienstreise… Schon im Flugzeug bekam jeder 1.000 Dollar, eine stattliche Summe im eher armen Georgien, weitere 5.000 wurden in Aussicht gestellt.

Erst lebten sie im «georgischen» Zelt auf dem Maidan, dann zogen sie in das benachbarte Hotel Ukraine. «Unsere Aufgabe war es», sagt Rewasischwili, «die Polizei so zu provozieren, dass sie die Menge angreift».

Am 18. Februar 2014, an dem Tag, an dem es die ersten Toten bei den Kiewer Protesten gab, wurde auf dem Maidan ein Auto mit einer Schnellfeuerwaffe mit optischer Zielvorrichtung im Kofferraum gefilmt. Einer der Maidan-Anführer, Serhij Paschynskyj, war sogleich zur Stelle und ließ das Auto weiterfahren. Nach dem Sturz Janukowitschs stieg derselbe Paschynskyj zum Leiter der Präsidialverwaltung unter dem neuen Machthaber Petro Poroschenko auf. Er, Mamulaschwili und der Maidan-Rädelsführer Wolodymyr Parasjuk brachten am 20. Februar Kalaschnikows, Makarow-Pistolen und Karabiner ins Hotel Ukraine sowie in die Musikhochschule und drückten sie den übrigen Georgiern in die Hände. Nergadse fragte: «Was hat das zu bedeuten?» Mamulaschwili antwortete: «Koba, die Situation wird komplizierter, wir müssen anfangen zu schießen.» – «Wohin schießen?», wollte Nergadse wissen. Es sei egal, wohin, antwortete Mamulaschwili, das Ziel sei, Chaos, Unruhe, Panik zu stiften.

Im Hotel Ukraine und in der Musikhochschule wurden viele Gewehre an mehrere Gruppen verteilt. Fast alle Schützen waren maskiert. Die Georgier kannten nur die zwei Litauer, die in ihrem Hotelzimmer wohnten. Auf Befehl von Paschynskyj begannen alle zu schießen. Fünf Minuten lang, zehn, 15, 20… Rewasischwili: «Wir bekamen Befehl, auf die Polizei und auf Protestler zu schießen, ohne Unterschied. Ich war schockiert.» Dieser bestialische Zynismus kam selbst für die rauen Georgier unerwartet. An drei Tagen verloren mehr als hundert Menschen ihr Leben, sie heißen heute in der Ukraine «Himmelshundertschaft».

Die Aufdecker

Die Aussagen der georgischen Schützen sind sensationell – aber der Sachverhalt im Allgemeinen war schon länger bekannt, wenn man auch in den deutschen Leitmedien nichts davon mitbekommen konnte.

Erstens. Bereits einige Tage nach den Schüssen, die den bis dato eher glimpflichen Ablauf der Proteste kippten, telefonierte der estnische Außenminister Urmas Paet mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton. Das Telefonat wurde abgehört. Paet erwähnte darin den Verdacht einer ukrainischen Ärztin, dass die Schüsse auf Demonstranten und Sicherheitskräfte von denselben Scharfschützen abgegeben worden seien. Es gebe demnach Hinweise, dass hinter den Mördern «nicht Janukowitsch, sondern jemand von der neuen Koalition» stehe.

Zweitens. Im April desselben Jahres erklärte der georgische Militär Tristan Zitelaschwili, dass die «Scharfschützen, die tödliche Schüsse auf dem Maidan abgaben, ehemalige Offiziere der Sicherheitsstrukturen des Ex-Präsidenten Georgiens Micheil Saakaschwili waren».

Dies war ein Textauszug. Den kompletten Artikel lesen Sie in COMPACT 1/2018: „2018-2048: Kampf ums Abendland – Sind wir noch zu retten?“ Die erhalten Sie am gut sortierten Kiosk – oder Sie bestellen das Heft hier.

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