Widerwärtiger Film: Böhmermann verkauft Dresdner Bombenterror als Satire

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„Hier haben die Menschen das Herz auf dem ,rechten‘ Fleck. Entstanden ist das Sachsen, wie wir es heute kennen – als Freundschaftsprojekt der Alliierten im Februar 1945. Und bis heute ist ganz Sachsen dafür dankbar“: Für Christal Meth, das an jeder Straßenecke feilgeboten werde. Dankbar für den Bombenteppich aus Phosphor, mit dem hunderttausende Menschen bei lebendigem Leib verbrannten, wie Jan Böhmermann mit seinem „Sachsen-Imagefilm“ suggeriert.

Screenshot Video focus online | Foto: Hans-Joachim Dietze

Den führt der persönlichkeitsgestörte Regierungsscherge, der selbstverliebte unkomische Möchtegern-Komiker, in seiner jüngsten Sendung „Neo Magazin Royal“ (ZDF) ebenso vor wie deren Bürger daselbst. Zu sehen sind eine vom Himmel taumelnde Armada aus Raketen, darunter die lichterloh brennenden Häuser von Dresden: Eine Stadt, sinnlos und rücksichtslos und bar jeder Menschlichkeit in Schutt und Asche gelegt.

Inmitten des Feuersturms auf Dresden | Foto: Hans-Joachim Dietze, Screenshot Video focus online

Es gehört schon Chupze dazu, diese Bilder des Grauens als Satire zu verkaufen. Aber mit nicht vorhandenem Humor, fehlender Eloquenz, entbehrender Empathie, rudimentär gestreutem Wissen, abholder Intelligenz und mangelndem Intellekt hatte Böhmermann noch nie ein Problem. Diese Attribute gleicht er aus durch Dreistigkeit, ein ansprechendes Bühnenbild und nette Musikuntermalung. Plump, polemisch, plemplem.

Jan Böhmermann | Foto: Neo Magazin Royal, Screenshot Video ZDF Mediathek

Bekannt wurde das zu den schlechtesten Moderatoren zählende Federgewicht an Hüfte und Hirn, mit dem diese Republik je gelangweilt wurde, mit seinem Schmähgedicht über Recep Tayyip Erdogan in seiner Sendung vom 31. März 2016. Darin schlägt er in postpubertärer Pennälermanier mit rassistischen Klischees über Türken und deren Ministerpräsidenten im Besonderen nur so um sich. Seine Rumpelreime wie „Sein Gelöt stinkt schlimm nach Döner, selbst ein Schweinefurz riecht schöner“ oder „Sein Kopf so leer wie seine Eier, der Star auf jeder Gangbang-Feier“ und „Bis der Schwanz beim Pinkeln brennt,
das ist Recep Erdogan, der türkische Präsident“ sowie „Am liebsten mag er Ziegen ficken und Minderheiten unterdrücken, Kurden treten, Christen hauen und dabei Kinderpornos schauen“ will der sich gewaltig selbst Überschätzende durch die Kunst- und Pressefreiheit gedeckt wissen.

Auch in diesem Punkt fehlt dem Dünnbrettbohrer der Geist zu differenzieren, wo Satire und Humor, wo Geschmack und Stil aufhören und primitive Verunglimpfungen und vulgäre Dummheit anfangen. Denn seine im Stakkato herausgestotterten Beleidigungen – weit unter der Gürtellinie – hatten sowohl eine internationale wie eine nationale Staatskrise ausgelöst. Die drehte sich um den Verlust von Meinungsfreiheit auf eigenem Grund und Boden zugunsten diplomatischer Rücksichten gegenüber dem Ausland, die Exekution des Majestätsbeleidigungs-Paragrafen 103 aus dem Strafrecht – und die Kanzlerin.

Ermittlungsverfahren gegen das ZDF eingeleitet

Denn die hatte sich in vorauseilendem Gehorsam für die inkriminierten „bewusst ehrverletzenden“ Zeilen entschuldigt und mit der Gestattung eines von Erdogan geforderten Verfahrens gegen Böhmermann den großen Kotau vor dem türkischen „Flüchtlings“-Bewahrer gemacht. Auch gegen das ZDF wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nun soll hier nicht den Befindlichkeiten dieses Autokraten, der in seinem Land die Meinungsfreiheit auf kriminelle Weise mit Füßen tritt, Vorschub geleistet werden. Doch mit seinem Gedicht hat der Hofnarr des Merkel-Regimes den Bogen überspannt.

Aboprämie-Sarrazin

Ebenso wie mit seiner Schimpf- und Hasstirade gegen die tapferen Sachsen, wie eingangs anhand seines widerwärtigen Filmchens beschrieben. Man muss nicht nur schmerzbefreit sein, den unsäglichen wie oberflächlichen Selbstdarsteller zu ertragen. Man muss zugleich hirnlos sein, wenn man über die bildlich vor Augen geführte Erinnerung an den phosphorbombenden Flieger-Terror der Alliierten an hunderttausenden Deutschen – fast ausschließlich Frauen, Kinder und Alte – sowie an zigtausenden Flüchtlingen aus den Ostgebieten lachen soll. Und kann…

Das sagt der Paragraf 130 StGB Volksverhetzung dazu:

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

1.
gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
2.
die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

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