Die WHO hat vor kurzem Burnout als Krankheit klassifiziert. Damit gilt dieses Leiden weltweit auch offiziell als Erkrankung. Obwohl unter Burnout immer mehr Menschen leiden, wird es oft noch als Managerkrankheit belächelt. Doch als Belastungsdepression vermochte diese Krankheit schon seit langem Angst und Schrecken verbreiten. Gilt doch spätestens mit dem Freitod des ehemaligen Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke die Depression als ein Leiden, das im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

    Wer sich ein wenig für Tennis interessiert, wird dieser Tage aufgemerkt haben. Mischa Zverev, der ältere Bruder von Deutschlands bestem Tennisspieler Alexander Zverev, bekannte dieser Tage, dass er an einem Burnout litt. Ob er sogar noch daran leidet, ist nicht ganz klar. Schlaglichtartig kommt diese jetzt als Krankheit anerkannte Belastungsdepression wieder in aller Munde. Zverev? Tennisspieler? Sportler? Burnout? Zverev dazu: „Ich hatte einen internen Kampf mit mir, fast acht Monate“. Lieber Mischa, danke für deinen Mut, sich so zu bekennen. Dein Kampf beginnt aber jetzt erst. Wird bei „normalen“ Menschen dieses Syndrom diagnostiziert, werden diese als erstes und sofort aus dem Arbeitsleben verbannt. Deine Arbeit, lieber Mischa, ist der Tennissport. Es wird schwer sein, damit aufzuhören. Zumal die sportliche Betätigung, die extreme Belastung eines Tennismatches die süßen Hormone in Vielzahl produziert, die uns diesen Sport immer weitermachen lassen. Dass diese Betätigung auch erschöpft, sowohl mental als auch physisch, weiß jeder, der nahe am Leistungssport trainierte. Wer den Absprung nicht schafft oder ungewollt verbannt wird, kann wie der Ex-Radprofi Jan Ullrich enden, immer auf der Suche nach dem nächsten Kick. Einerseits braucht Zverevs Körper Ruhe, andererseits giert er nach den Endorphinen.

    Jetzt hilft die WHO
    Das Gefühl des Ausgebranntseins resultiere aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der unter anderem zu einer negativen Einstellung zum Job und geringerer Leistungskraft führen könne, lautet ein Teil der nun neuen WHO-Definition. Wobei die Einschränkung nur auf das Arbeitsleben als zu kurz gegriffen erscheint. Klammert diese Reduktion doch den gesamten Bereich der Lebensweise außerhalb des Jobs aus. Die Tücke des Burnouts liegt darin, dass es ein schleichender, ein allmählicher Prozess ist. Wie ein süßes Gift breitet es sich in unserem Leben aus. Erst kommt viel Anerkennung, oft gepaart mit großem Erfolg, dann wachsen die Ansprüche, die Latte wird immer höher gehängt. Bis der Lebensrhythmus ausschließlich davon bestimmt wird. Unschaffbares soll geschafft werden. Ausruhen geht immer weniger. Nachts wird der Schlaf unruhig, kurz und alles andere als erholsam.

    Jeder hat diesen Zustand vielleicht schon mal erlebt: man fühlt sich schlapp, angespannt, erschöpft oder einfach nur müde und das schon morgens nach dem Aufstehen. Manchmal ist man auch nur gestresst, hat tagelang nichts Richtiges gegessen, ist unruhig und weiß nicht wie man wieder Ruhe finden soll. Wer darüber hinweggeht und das auf Dauer, kann krank werden. Es können sich organische Beschwerden zeigen, oder aber das Gefühl der dauerhaften Erschöpfung, welches als eine der Dimensionen laut WHO definiert ist. Die Alarmzeichen sollten nicht überhört werden. Denn am Ende droht gar eine Verkürzung der Lebenszeit.

    Die WHO attestiert den Erkrankten auch eine zunehmende geistige Distanz oder negative Haltung zum eigenen Job. Wer diese Distanz zum Job spürt, wird auch mit dem Familienleben nichts mehr anfangen können. Nicht wenige Partnerschaften zerbrechen daran, wie bei anderen Arten von Depression auch. Insbesondere Stress hat dauerhaft in viele Familien Einzug gehalten. Meist ist der Druck, neben dem Beruf auch noch in der Familie oder bei Freizeitaktivitäten zu bestehen, sehr groß. Mindestens 60 Prozent der Deutschen fühlen sich regelmäßig gestresst. Dass es Unternehmer noch härter trifft, ergaben dortige Umfragen und brachten fast 80 Prozent Betroffene zutage. Diese fühlen sich stark ausgelastet, schlafen nachts schlecht, haben eine geringe Stresstoleranz und können nach dem Arbeitsalltag nicht abschalten. Kommt Ihnen das bekannt vor?

    Obwohl die Ursachen für Burnout noch nicht völlig geklärt sind, sprechen viele von psychischen Ursachen. Dass diese nur im Job, in der Arbeitswelt zu suchen sein sollen, kann nur die halbe Wahrheit sein. Bei der Erkrankung handelt es sich um den Zustand einer völligen psychischen und körperlichen Erschöpfung, ohne professionelle Hilfe drohen weitere Folgeerkrankungen. Ob Schädigungen des Herzens, des Gehirns, der Leber bis hin zum Organausfall. Vieles ist möglich. Der Druck, jetzt zu handeln, ist groß.

    Stress an sich ist nicht schädlich. Das Handling mit Stress umzugehen, gehört sogar zu den Überlebensmechanismen aus Urzeiten – fight or flight – kämpfen oder fliehen. In unseren modernen Gesellschaften werden uns eher selten Säbelzahntiger begegnen. Trotzdem geraten wir auch oft in den Stressmodus. Das geht eine ganze Weile gut, bis es uns erwischt. Medizinisch betrachtet ist unsere Fähigkeit der Anpassung auf äußere Reize dann nicht mehr adäquat. Wir reagieren über, es entstehen Beschwerden. Ein Gefühl der Überforderung, das zu diversen körperlichen und psychischen Folgeerscheinungen führt. Oft geht damit auch einher ein verringertes berufliches Leistungsvermögen, die dritte Dimension nach WHO. Also Burnout?

    Um diesen Zustand zu verhindern, gibt es prinzipiell zwei Wege. Man könnte sein Leben radikal ändern, den Job wechseln, in der Familie um Hilfe ersuchen. Andererseits könnte man auch versuchen, seine Lebensweise schrittweise zu ändern. Nur eines ist klar: ohne Veränderung geht es nicht. Nur wenige können den Job wechseln, die Lebensumstände lassen oft kaum Wahlmöglichkeiten. Ist die Erkrankung da, droht erst einmal eine lange Zwangspause. Ein jahrelanger Kampf beginnt. Bis das eigene Ich wieder zum Vorschein kommt, in altem Glanz erstrahlt, vergehen oft Jahre.

    Mineral- und Vitalstoffmangel
    Die Symptome des Dauerstresses werden mitunter noch verstärkt. Zum einen greifen wir mit unseren Ernährungsgewohnheiten zu stark verarbeiteten Lebensmitteln, denen wichtige Mineralien und Vitamine fehlen. Zum anderen haben wir in Stressphasen zusätzlich noch Heißhunger auf Süßes. Das verspricht schnell Energie. Die Folge: auch der Blutzuckerspiegel steigt, Insulin wird vermehrt ausgeschüttet. Die Bauchspeicheldrüse arbeitet auf Hochtouren. Bei Dauerstress haben wir einen dauerhaft zu hohen Cortisolspiegel. Der führt zu all den physischen Beschwerden, wie hier beschrieben.

    Doch es gibt auch gute Nachrichten. Ein wissenschaftlich fundierter Lösungsansatz beweist: Mit optimalen Energiereserven lassen sich diese Überlastungsreaktionen reduzieren, denn auch das Gehirn reagiert nach den Grundsätzen der Biochemie.
    Meint: In Zeiten dieser starken Belastungen und Überlastungen ist eine gute Versorgung mit der richtigen Energie besonders wichtig. Zum einen ist der Verbrauch höher, zum anderen die Gefahr der Unterversorgung besonders hoch. Mangel verstärkt die Stresssymptome sogar oft noch.

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    Bei Dauerstress muss unser Körper sich umstellen: Dazu hat er einen körpereigenen Regelkreis, der dafür sorgt, dass Glucocorticoide aus der Nebennierenrinde in die Blutbahn ausgeschüttet werden, um rasch mehr Energie zur Verfügung zu haben – Cortisol. Es sorgt unterhalb der Höchstbelastungsschwelle für eine dauerhaft höhere Energieversorgung. Jedoch am Ende ist das Cortisol für unseren Körper das reinste Gift! Es muss abgebaut werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Heißhunger, Schlafstörungen, Bluthochdruck, erhöhte Blutzuckerwerte, Osteoporose, Auffälligkeiten der Haut.

    Während man eine allmähliche Umstellung der Lebensweise in die Wege leitet, sollten wir auch die physiologischen Folgen von Stress berücksichtigen. In diesen Zeiten permanenter Überlastung ist der Verbrauch von wichtigen Vital- und Mineralstoffen nämlich höher. Das betrifft vor allen Dingen Zink und Magnesium, Q10 und Vitamin B und Selen.

    Selen
    Deutschland ist Selen-Mangelgebiet, titelte neulich ein großes Blatt. Im Zusammenhang mit Stress interessiert hier die Funktion der Stärkung der Immunabwehr und als Schutz vor freien Radikalen, die entzündliche Prozesse in unserem Körper auslösen können und uns vorzeitig altern lassen. Man kann den Selenmangel ausgleichen über die Ernährung mit entsprechenden Produkten wie Paranüssen, Kokosnuss, bestimmten Fischsorten. Zu empfehlen sind jedoch auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel

    Zink
    Zink arbeitet mit einer Vielzahl von Enzymen zusammen und ist für unser Zellwachstum notwendig. Es wirkt bei der Synthese von Fettsäuren mit, die und unter anderem in den Membranen von Gehirnzellen enthalten sind. Zink reguliert bestimmte Transmitter, wodurch es auch Verhaltensparameter beeinflusst. Da es nicht im Körper gespeichert werden kann, hängt der Zinkstatus unmittelbar von der täglichen Aufnahme ab. Unglücklicherweise fördert Stress die Zinkausscheidung. Zinkmangel schwächt das Immunsystem. Proteinreiche Nahrungsmittel sind in der Regel eine reiche natürliche Quelle von Zink. Darüberhinaus dankt Ihr Körper die zusätzliche Einnahme von Zink. Sie sind bei ausreichender Zinkversorgung widerstandsfähiger und leistungsfähiger.

    Magnesium
    Magnesium ist an mehr als 300 Enzymreaktionen beteiligt. Hier interessiert vorwiegend seine Wirkung bei Stress. Es wirkt als wahrer Stresskiller. Um insbesondere das gefährliche Cortisol zu neutralisieren, scheidet der Körper besonders viel Magnesium aus. Denn die Stresshormone regen die Zellen an, mehr Magnesium in die Blutbahn auszuschütten, im Austausch mit Kalzium, das in der Zelle vom Stressstoffwechsel benötigt wird. Dadurch gelangt zu viel Magnesium in die Blutbahn. Die Niere wird aktiv und scheidet überschüssiges Magnesium mit dem Urin aus. Steht man unter Dauerstress, kann dies über kurz oder lang zu einem Magnesiummangel führen, der unglücklicherweise die Stresssymptome noch verstärkt. Es kann zu Störungen des Stoffwechsels und des Immunsystems kommen, was letztlich zu neuromuskulären und psychiatrischen Symptomen führen kann. Magnesium beeinflusst die Systeme, die bei chronischem Stress und Depressionen gestört sind. Es wirkt auch als Antidepressivum. Im Gehirn unterstützt Magnesium kognitive Funktionen wie Gedächtnis und Konzentration. Es verfügt über eine angsthemmende Wirkung die zum Teil auf die entspannende Wirkung von Magnesium auf die Muskulatur und seine regulierende Wirkung auf Neurotransmitter zurückzuführen ist.

    Coenzym Q10
    Q10 ist wesentlich für die Erzeugung von Energie (ATP) in den Mitochondrien. Q10 ist ein gutes fettlösliches Antioxidans und Radikalenfänger und schützt den Körper gegen Schäden durch oxidativen Stress. Außerdem unterstützt es das Recycling anderer Antioxidantien. Ein Mangel an Q10 schwächt daher auch das Immunsystem. Q10 hilft bei Müdigkeit und Depressionen.

    B-Komplex
    B-Vitamine ermöglichen als Koenzyme eine Reihe von biochemischen Reaktionen. Viele dieser stehen im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel. B1, B3 und Vitamin B12 sind unter anderem wichtig für das Gehirn und das Nervensystem. B4 ist ein Vorläufer des Acetylcholin, einem sehr wichtigen Neurotransmitter. Es ist daher wichtig für Entspannung und Regeneration des Körpers. Vitamin B5 reduziert Stress.

    Zusammenfassung
    Burnout ist zwar als Krankheitsbild jetzt anerkannt, jedoch mit seiner Beschränkung auf die Arbeitswelt wird zu kurz gegriffen. Zu hoffen und zu wünschen bleibt, dass Burnout mit der Anerkennung als Krankheit die „Nische“ als Managerkrankheit verlässt und die Sensibilisierung für diese Erkrankung in unserer Gesellschaft steigen lässt. Die Hoffnung, dass sich die Arbeitsumstände bald so ändern, dass nicht alljährlich so viele daran erkranken, sollte nicht aufgegeben werden.
    Für ein entsprechendes privates Umfeld muss jeder für sich sorgen. Dazu gehören regelmäßiger Schlaf und regelmäßiges ausgewogenes Essen, weniger Beruf, weniger Familie und weniger Freizeitaktivitäten. Um die körperlichen Auswirkungen in den Griff zu bekommen, ist auf eine ausreichende Versorgung wichtiger Mineral- und Vitalstoffe zu achten. Das betrifft Zink, Selen und Magnesium und Vital B sowie Q10. Ein Mangel dieser Stoffe hat fatale Folgen und verstärkt noch die Symptome des Burnouts.

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