Der Zusammenbruch von Bretton Woods war kein Unfall, sondern eine Warnung. Ursula von der Leyen greift das in Davos wieder auf. Doch zieht die EU daraus wirklich die richtigen Schlüsse? Warum der Dollar und die Papierwährungen jetzt kollabieren und die Edelmetalle das Jahr 2026 prägen werden, lesen Sie in der Januar-Ausgabe von COMPACT-Magazin. Hier mehr erfahren.
„Und dann kam die Entscheidung, den US-Dollar vom Gold zu lösen. Mit einem Schlag brachen damit die Fundamente des Bretton-Woods-Systems und der gesamten nach dem Krieg geschaffenen globalen Wirtschaftsordnung zusammen.“ Ursula von der Leyen wagte sich gestern im Rahmen ihrer Rede an historische Parallelen. Sie und ihresgleichen sind aber weit davon entfernt, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Wie sich die Lage damals zuspitzte
Das Bretton-Woods-System wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen und bildete den institutionellen Rahmen der westlichen Wirtschaftsordnung. Es stellte einen Übergang vom klassischen Goldstandard zu einem dollarzentrierten Währungssystem dar. Kern dieses Systems war die Bindung des US-Dollars an Gold zu einem festen Kurs, während andere Währungen feste Wechselkurse zum Dollar einhielten.
Die direkte Umtauschbarkeit von Dollar in Gold war dabei nicht mehr allgemein gegeben. US-amerikanische Staatsbürger waren ebenso ausgeschlossen wie ausländische Privatpersonen. Lediglich ausländische Zentralbanken besaßen das Recht, ihre Dollarreserven gegen Gold einzutauschen. Damit fungierte der Dollar faktisch als Stellvertreter des Goldes und als zentrale Reserve- und Abrechnungswährung des internationalen Systems.
Mit dem Wiederaufbau Europas und dem rasanten Wachstum des Welthandels stieg der globale Bedarf an Dollar jedoch kontinuierlich an. Gleichzeitig blieb die Menge des verfügbaren Goldes begrenzt. Um den steigenden Liquiditätsbedarf der Weltwirtschaft zu decken, mussten die Vereinigten Staaten zunehmend Dollar in Umlauf bringen, ohne ihre Goldreserven entsprechend ausweiten zu können. Dadurch wuchs die Kluft zwischen ausgegebenen Dollarbeständen und realer Golddeckung – ein strukturelles Spannungsverhältnis, das dem System von Beginn an innewohnte.
Der Zusammenbruch
Die Axt an das traditionelle Weltwährungssystem wurde genau am 15. August 1971 gelegt: An diesem Tag löste US-Präsident Richard Nixon die Bindung des US-Dollars an das Gold – ohne vorherige Rücksprache mit anderen Regierungen, nicht einmal mit den NATO-Verbündeten. Bis dahin war jeder Greenback zu einem fixen Kurs in das Edelmetall umtauschbar gewesen – jede Dollarnote war, wie das Magazin Time schrieb, „ein jederzeit einlösbarer Scheck auf den Goldhort {der US-Notenbank Federal Reserve} in Fort Knox“ gewesen.
In der aktuellen COMPACT-Ausgabe heißt es zu den dramatischen Auswirkungen: „Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Nachkriegsökonomie rund um den Globus gebrummt, Export- und Importkennziffern schossen in die Höhe, das Pro-Kopf-Einkommen stieg und stieg, die Menschen konnten sich immer mehr leisten und hatten immer länger Urlaub – und zwar nicht nur in den westlichen Ländern, sondern auch in der sowjetischen Sphäre und sogar in der Dritten Welt. Die 1950er und 1960er Jahre waren, wirtschaftlich betrachtet, das goldene Zeitalter gewesen. Mit der Auflösung der Goldbindung des Dollars endete diese stabile Ära. Ohne materiellen Anker begann die Geldmenge schrankenlos zu expandieren – vor allem die Dollarmenge und seit etwa 2010, mit der Griechenland-Krise, auch die Euro-Menge.“
Ursula von der Leyen in ihrer gestrigen Rede zu Nixons Entscheidung:
„Sie schuf unbeabsichtigt die Voraussetzungen für die Entstehung einer wirklich globalen Ordnung, und sie war eine eindringliche Lehre für Europa, seine wirtschaftliche und politische Handlungsfähigkeit zu stärken.“
Sie habe darin eine Warnung gesehen, bestehende Abhängigkeiten zu verringern, in diesem Fall die Abhängigkeit von einer fremden Währung. Die Welt sei heute zwar zweifellos eine andere, doch sie sei überzeugt, dass die damalige Lehre weiterhin gelte: Geopolitische Erschütterungen könnten und müssten für Europa eine Chance sein. Der tiefgreifende Wandel, den Europa derzeit erlebe, sei aus ihrer Sicht genau eine solche Chance, ja mehr noch: eine Notwendigkeit, ein neues Europa zu schaffen.
Dass Europa seine strategischen Abhängigkeiten reduzieren müsse, ist inzwischen selbst in Brüssel angekommen. Ein „neues Europa“, das wirtschaftlich souveräner und geopolitisch handlungsfähiger sein soll, lässt sich kaum verwirklichen, solange die EU-Führung die Realität ausblendet.
Die kategorische Verweigerung jeder Zusammenarbeit mit Russland verengt eigenen Handlungsspielraum erheblich. Wer Abhängigkeiten reduzieren will, darf trotzdem nicht die Zusammenarbeit mit weltpolitisch relevanten Staaten verweigern.
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