Chaos in Berlin, Trouble auf Grönland – und ein Kulturstaatsminister, der nicht zwischen Amt und Privatvergnügen zu entscheiden weiß. Nuoviso Comic #20 bietet feinste politische Unterhaltung und bissigen Humor. Hier mehr erfahren.
Wenn man ein Heft aufschlägt und schon nach den ersten Seiten laut lachen muss, während man kurz darauf nachdenklich wird, dann ist klar: Das ist wieder ein Volltreffer von Frank Höfer und seinem Team. Der neue Nuoviso Comic #20 ist genau so ein Kracher. Mit 52 Seiten voller bissiger, kunstvoll gezeichneter und herrlich überzeichneter Satire trifft er den Nerv der Zeit absolut.
Wer denkt, Comics seien nur etwas für Kinder oder Nerds, der hat diese Reihe noch nicht entdeckt. Hier wird mit Witz, Scharfsinn und einer gesunden Portion Provokation das gemacht, was gute Satire ausmachen sollte: den Spiegel vorhalten. Schon der Einstieg „Blackout in Berlin“ setzt den Ton perfekt. Das Jahr startet chaotisch, und der Nuoviso Comic #20 lässt keine Gelegenheit aus, die aktuelle politische Bühne auseinanderzunehmen. Ob Wolfram Weimer, Daniel Günther oder Donald Trump und J. D. Vance (in der Story über Grönland) – die Figuren werden derart treffsicher dargestellt, dass man sofort erkennt, wen oder was sie verkörpern, ohne dass es plump wird.
Die Zeichnungen von Daniel Haas sind wieder einmal exzellent: dynamisch, ausdrucksstark und mit genau dem richtigen Maß an Karikatur. Man sieht den Politikern die Inkompetenz förmlich an der Nasenspitze an, alles ist handwerklich hochwertig und professionell gezeichnet. Kein billiger Schmuddel-Comic, sondern Kunstfertigkeit, die man gerne länger betrachtet.

Was besonders begeistert: Nuoviso Comic #20 traut sich, Themen anzusprechen, die in vielen anderen Medien mit Samthandschuhen angepackt werden. Die Zeiten, in denen Politiker noch Verantwortung übernommen haben, scheinen vorbei zu sein – und genau diese Entwicklung wird hier gnadenlos, aber humorvoll seziert. Man merkt: Hier schreibt jemand, hier zeichnet jemand, der nicht nur zuschaut, sondern die Absurditäten des Alltags und der großen Politik mit wachem Verstand und viel Herzblut aufnimmt und karikiert.
Nuoviso Comic #20 zeigt wunderbar, wie sehr sich die Strukturen unseres Alltags aufgelöst haben. Früher wusste man, wer der Feind ist, der Tag hatte eine klare Struktur. Heute? Streit um Grönland, potenzielle NATO-interner Konflikte und eine Linke, die sich in Connewitz schon mal selbst spaltet – das alles wird mit spitzer Feder aufs Korn genommen.
Der Zeichenstil ist durchgehend stark. Die Panels sind abwechslungsreich gestaltet, die Mimik der Figuren grandios und die Sprechblasen-Texte sitzen punktgenau. Es gibt keine Füllseiten, keine langatmigen Passagen – alles ist stimmig. Man merkt wirklich: Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Die Farbgebung ist angenehm, nicht überladen, und unterstützt die Stimmung perfekt.
Was Nuoviso Comics so besonders macht und auch in Nuoviso Comic #20 wieder hervorragend gelingt, ist die Mischung aus Aktualität, Überspitzung und echter Beobachtungsgabe. Es ist kein reiner „Hau-drauf-Humor“, sondern Satire mit Tiefgang. Man spürt, dass hier jemand schreibt, der es gut mit Deutschland meint und sich zugleich Sorgen um unsere Heimat macht – und genau diese Ambivalenz macht den Comic so authentisch und unterhaltsam.
Herausgeber Frank Höfer schreibt am Ende: „Gute Nacht Deutschland, und viel Spaß beim Lesen.“ Genau das ist garantiert: Nuoviso Comic #20 bietet viele Unterhaltungsmomente, aber auch Denkanstöße. Ein Heft für Jung und Alt
Am Puls der Zeit: Neben der Bildergeschichte über den US-Besuch in Grönland befasst sich Nuoviso Comic #20 mit dem Berliner Blackout, der Affäre um Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, CDU-Kasper Daniel Günther und den linken Grabenkämpfen in Leipzig-Connewitz. Hier bestellen.





