Wenn sich der Kanzler parteiintern für seine Politik rechtfertigt, soll er immer wieder auf drohend darauf verweisen, dass seine CDU-Vorgängerin Merkel aus der Partei austreten könnte, beispielsweise wenn zu große Nähe zur AfD geben wäre. Eine saftige Abrechnung mit der CDU finden Sie in unserer November-Ausgabe. Hier mehr erfahren.
Bei Welt TV tauchte dieser Tage plötzlich Ampel-FDP-Chef Christian Lindner auf. Neben dem üblichen Polit-Blabla ließ er kein gutes Haar am Kanzler. Er sagte wörtlich: „Friedrich Merz setzt das Erbe von Frau Merkel nicht nur fort, er übertrifft es!“ Die Kollegen von Nius wollen wissen, dass Merz wiederholt signalisiert habe, dass Merkel aus der CDU austreten wolle, wenn es eine allzu enge Zusammenarbeit mit der AfD gebe. Quelle sind mitteilungsbedürftige Vertraute.
Maues Treffen des CD-Kreistagschefs
Wer sich von der zweitägigen Tagung der CDU-Kreisvorstände beim Kanzler ein bisschen Widerstand erwartet und erhofft hatte, sieht sich getäuscht. COMPACT-TV hatte vor der Zusammenkunft mit einigen Teilnehmern gesprochen, und die Aussagen und Antworten fielen doch sehr verhalten und brav aus. Ob das wirklich an Merkels Ansage liegt, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Dabei hatten CDU-Kreispolitiker aus Sachsen ziemlich vehement ein solches Treffen mit Merz eingefordert. Die Stimmung schien sehr aufgeheizt, aber als es nun drauf ankommt, wirken die Herrschaften eher wie Schoßhündchen, auch wenn der eine oder andere mal kläfft.
Das Spannendste war noch die Merz-Aussage am Rande der Zusammenkunft, wonach er eine Frau als kommenden Bundespräsidentin befürworte. O-Ton: „Ich werde der Partei eine gemeinsame Kandidatin vorschlagen, eine Kandidatin der politischen Mitte. Ich bin festgelegt in der Frage, dass es eine Frau werden muss.“ Tschüss Boris Rhein und Hape Kerkeling! Bis zum 9. November soll nun die Entscheidung fallen: CSU-Frau Ilse Aigner oder Ines Claus von der CDU? Kompromisskandidaten könnten Julia Klöckner und Karien Prien sein.
Gestern sickerte durch, dass auch Michel Friedman, einst als Koksnase auf der Suche nach ukrainischen Nymphen, von der SPD für die Bundesversammlung bestimmt worden ist. Dies sei eine „große Ehre“ für ihn, säuselte er in gewohnter Manier unter seinen hängenden Augenlidern hervor.
Merkel mit Fauxpas
Doch zurück zu Merkel. Sie haute am Sonntag wieder einen raus: „Da wird nicht gefragt: ‚Bist du erst aus der DDR später dazugekommen, oder bist du vielleicht als Syrer erst vor drei Jahren dazugekommen?’ Alle deutschen Staatsbürger sind das Volk.“ Was sie wohl verdrängt hat: Bewohner der DDR hatten seit Geburt die deutsche Staatsbürgerschaft. Niemand musste in der Bundesrepublik um Asyl bitten, wenn er vor dem SED-Regime floh.
Merkel entglitt dieser Fauxpas bei der Verleihung des Internationalen Mendelssohn-Preises, den ihr im Leipziger Gewandhaus der SPD-Oberbürgermeister Burkhard Jung verlieh. Dieser betonte, Merkel habe sich stets von der humanistischen Idee leiten lassen und als frühere Bundeskanzlerin höchste Verantwortung übernommen. Es war mittlerweile der 18. Orden, den die 72-Jährige seit dem Ende ihrer Kanzlerschaft erhielt. Vor vier Wochen hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ihr den Hermann-Ehlers-Preis umgehängt.
Eine saftige Abrechnung mit der CDU finden Sie in unserer November-Ausgabe; quasi druckfrisch! Hier bestellen.





