Werden nach den Midterms in den USA Trump und Netanjahu zusammenfinden, um einen neuerlichen Schlag gegen den Iran vorzunehmen? COMPACT hat davor bereits gewarnt, mittlerweile sehen auch einige Mainstream-Journalisten diese Gefahr. In diesem Zusammenhang legen wir Ihnen unser Sonderheft „Schurkenstaat – Geschichte und Gegenwart Israels“ ans Herz. Hier mehr erfahren.
Dass nun auch T-Online die Zusammenhänge sieht, ist durchaus bemerkenswert. In einem großen Beitrag heißt es dort warnend: „Nach der Parlamentswahl in Israel und vor den US-Zwischenwahlen ist die Sorge vor einem weiteren Angriff auf den Iran groß. Sowohl Donald Trump als auch Benjamin Netanjahu könnten innenpolitisch davon profitieren.“
„Er soll es bloß nicht wagen…“
Aufhänger des Beitrags sind Äußerungen des Netanjahu-Gegenspieler Eisenkot, der den Amtsinhaber gewarnt hatte, er solle es bloß nicht wagen, „die Sicherheit Israels“ für seine politischen Zwecke zu missbrauchen. Anzeichen für eine neuerliche Eskalation gibt es nämlich einige. Sie kommen auch direkt aus den USA. Beispielsweise verkündete Präsident Trump bei einer Wahlkampfrede in Floria in seinem typischen Erzähl-Stil: Möglicherweise käme es zu einer kleineren Version von „Operation Epic Fury“ gegen den Iran.
In dem T-Online-Beitrag heißt es dazu: „Trump ist ebenso wie Netanjahu politisch angeschlagen. Innenpolitisch könnte ihnen eine weitere Eskalation nutzen, so vermutlich ihr Kalkül.“ In der Bild lesen wir:
„Greifen die USA nach den Zwischenzahlen wieder den Iran an? Präsident Donald Trump hat neue Ziele in Spiel gebracht – und zieht eine riesige Armada zusammen. Konkret nannte Trump den iranischen Berg Kolang, besser bekannt als ‚Pickax Mountain‘. Darunter wird ein Atomkomplex vermutet. Die USA bereiten sich vor: drei Flugzeugträger, 17 Kriegsschiffe, mehr als 20.000 Soldaten. Die Truppen sollen binnen 96 Stunden angreifen können.“
US-Kommentator Tucker Carlson bestätigt diese Faktenlage und berichtet, Netanjahu dränge Präsident Trump, innerhalb weniger Tage einen nuklearen Schlag gegen den Iran zu starten, wobei möglicherweise eine unterirdische Nuklearanlage in Zentraliran ins Visier genommen werde. Tucker Carlson schreibt:
„Unter dem Druck des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu könnte die Trump-Regierung innerhalb weniger Tage einen nuklearen Schlag gegen den Iran starten. Das Ziel wäre der Pickax-Berg in Zentraliran, wo israelische Geheimdienste behaupten, die iranische Regierung habe ihr Programm zur Urananreicherung wieder aufgenommen.“
Laut ihm liegen die vermuteten Anreicherungs-Tunnel unter 300 Fuß Granit und können mit herkömmlichen US-Waffen nicht zerstört werden. Weiter notiert er: „Keine konventionelle Waffe im amerikanischen Arsenal kann 300 Fuß festen Granit durchdringen, um die Tunnel zu zerstören, in denen angeblich die Anreicherung stattfindet. Die einzige militärische Option ist ein nuklearer Schlag.“ Im Falle einer Nuklearexplosion am Pickax Mountain würde die Strahlung das gesamte Gebiet des Persischen Golfs verbreiten und das Trinkwasser von 100 Millionen Menschen kontaminieren.
Tucker Carlson behauptet weiter, Russland habe mindestens zwei Regierungen gewarnt, dass ein amerikanischer Nuklearangriff die Verwendung von Atomwaffen gegen die Ukraine rechtfertigen könnte. Er äußerte ähnliche Bedenken hinsichtlich Indien und Pakistan sowie Nordkorea und Südkorea und argumentierte, dass die Konsequenzen zu einem umfassenderen Atomkrieg eskalieren könnten. Carlson:
„Nahe Beobachter sagen, Trump werde wahrscheinlich bis zum nächsten Wochenende entscheiden, ob er Atomwaffen einsetzen wird oder nicht.“
Das Wall Street Journal berichtete kürzlich, die US-Regierung habe den Golfstaaten mitgeteilt, dass sie sich auf einen kurzen, intensiven Angriff einstellen sollten.
Einheitsregierung in Israel?
In den vergangenen Monaten habe es verschieden Situationen gegeben, in denen ein weiterer Angriff durch die USA kurz bevorgestanden habe, berichten US-Medien. Trump soll sich aber mehrmals dagegen entschieden haben, mutmaßlich mit Blick auf die anstehenden Wahlen. In Israel ist der Urnengang vorbei. Netanjahu könnte jetzt Zeit gebrauchen, um seine vorübergehende Amtszeit abzusichern. Da käme eine Attacke auf den Iran gerade recht. Nochmals T-Online:
„Spekuliert wird deshalb darüber, dass Netanjahu eine neue Eskalation nutzen könnte, um eine Einheitsregierung mit allen Parteien zu bilden. Dadurch könnte er an der Macht bleiben. Eine solche Regierung hatte es in Israel zuletzt nach den Anschlägen vom 7. Oktober 2023 gegeben.“
Die Angriffspläne in den USA sollen übrigens bereits so konkret sein, dass sie schon dem Kongress vorgelegt wurden. Der demokratische Senator von Connecticut, Chris Murphy, schrieb auf X, ihm seien entsprechende Vorhaben mitgeteilt worden. Er bezeichnete die Pläne als „irre“. Andere Staaten haben sich offenbar bereits eingemischt, um zu Verhandlungslösungen zu drängen. Vergangene Woche hatte es etwa ein Treffen in Teheran mit Vertretern aus Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan gegeben. Auch die katarische Führung bemüht sich offenbar um Ausgleich.
Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei warnte die USA unterdessen vor neuen Angriffen. „Auf jede Art von Bedrohung muss eine sofortige, wirkungsvolle und geografisch uneingeschränkte Antwort folgen“, wird er zitiert.
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