Zugriff in der Karibik! Ein Helikopter kreist über dem Frachter, Soldaten seilen sich ab und übernehmen das Deck wie hungrige Piraten. Die USA haben vor der Küste Venezuelas einen riesigen Öltanker beschlagnahmt – der bislang größte, der je von amerikanischen Streitkräften gestoppt wurde. Maduro tobt. Warum Washington so handelt? Daniele Ganser zeigt es in ,,Imperium USA: Die skrupellose Weltmacht“ – ein Blick ins Machtzentrum. Hier mehr erfahren.
Der Machtkampf zwischen den USA und Venezuela erreicht ein neues Level. In einer dramatischen Eskalation hat die Trump-Regierung einen großen Öltanker namens „Skipper“ vor der Küste Venezuelas militärisch übernommen und unter ihre Kontrolle gebracht. Die Operation wurde am 10. Dezember 2025 ausgeführt und sorgt seitdem weltweit für Schlagzeilen.
US-Justizministerin Pam Bondi veröffentlichte ein Video, das den kompletten Einsatz zeigt. Bondi sowie FBI-Chef Kash Patel begründete die Kaperung: „Das Schiff soll Teil eines illegalen Netzwerks zum Transport von Öl zur Unterstützung ausländischer Terrororganisationen gewesen sein.“ Welche Einheit der amerikanischen Streitkräfte die Operation durchführte, ist bislang noch unklar.
Präsident Donald Trump kommentiert die Aktion als historischen Erfolg: „Wir haben gerade einen Tanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt – den größten, den wir je gestoppt haben“, jubelt er und ließ durchblicken, dass „weitere Dinge im Gange“ seien.
Moderne Piraterie
Caracas reagierte mit scharfer Verurteilung. Der Stab von Präsident Nicolas Maduro nannte den Zugriff einen „dreisten Raubüberfall“, einen „Akt internationaler Piraterie“ und „offenen Angriff auf die Souveränität“ des Landes. Der venezolanische Staatschef und seine Minister betonen, dass es den USA nicht um Sicherheit gehe, sondern um Kontrolle über Venezuelas riesige Ölvorkommen.

Offizielle Regierungserklärungen sprechen davon, dass dieser Schlag Teil einer umfassenderen Strategie Washingtons sei, den wirtschaftlichen und politischen Druck auf Caracas zu verstärken – in einer Phase, in der Venezuela ohnehin durch sanktionierte Exporte stark wirtschaftlich unter Druck steht.
Ölmärkte und internationale Kritik
Auch die internationalen Energiemärkte reagieren nervös. Die Preise für Brent- und US-Crude-Öl steigen unmittelbar nach Bekanntwerden der Attacke, da Analysten weitere Unterbrechungen venezolanischer Exporte befürchten.
Doch nicht nur Ölhändler blicken besorgt auf den Fall, auch Völkerrechtler warnen vor einer gefährlichen Entwicklung. Kritiker der Trump-Politik sehen in der Operation weniger Anti-Terror-Strategie als Machtpolitik und zweifeln die rechtliche Grundlage für Beschlagnahmungen in internationalen Gewässern an: Der renommierte Rechtsprofessor Harold Hongju Koh nannte ähnliche US-Einsätze in der Region „gesetzlos, gefährlich und rücksichtslos“. Die Juristin Mary Ellen O’Connell warnte, solche militärischen Operationen außerhalb eines bewaffneten Konflikts ,,verletzen grundlegende Prinzipien des Völkerrechts“.
US-Navy rückt vor
Der Zugriff auf den Tanker ist dabei nur ein Baustein einer größeren Entwicklung. Seit August 2025 haben die USA ihre militärische Präsenz im Karibischen Meer massiv ausgebaut: Kriegsschiffe patrouillieren vor Venezuelas Küste, Luftüberwachung und Operationen gegen mutmaßliche Schmuggler laufen im Wochentakt. Dabei sind mittlerweile über 80 Menschen gestorben.

Beobachter sehen darin die Handschrift der Operation „Southern Spear“, offiziell ein Schlag gegen Drogen- und Terrornetzwerke – inoffiziell aber eine kräftige Machtdemonstration unmittelbar vor Maduros Haustür.
Sie unterhalten die meisten Militärstützpunkte, exportieren die meisten Waffen und haben den höchsten Rüstungsetat der Welt. Daniele Ganser beschreibt eindrücklich in ,,Imperium USA: Die skrupellose Weltmacht“, wie Amerika Politik betreiben, in der Gewalt ein zentrales Element darstellt. Hier bestellen.





