Nach dem Angriff auf Venezuela rühren die Amerikaner die Kriegstrommel weiter, sprechen ganz offen von einem Militärschlag gegen das nächste missliebige Land, den alten Kontrahenten Kuba. Wer verstehen will, warum die USA immer wieder zur militärischen Karte greift, findet in Daniele Gansers „Imperium USA – Die skrupellose Weltmacht“ eindrucksvolle Beispiele und unbequeme Antworten. Hier mehr erfahren. 

    Dieser Satz von US-Außenminister Marco Rubio, der im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro gefallen ist, kommt einer Kriegserklärung gleich:

    „Wenn ich in Havanna leben und der Regierung angehören würde, wäre ich zumindest ein wenig beunruhigt.“

    Im Klartext: Ganz offen wird das sozialistische Kuba als nächstes Ziel ins Fadenkreuz des US-Imperialismus gerückt. Jetzt soll es wohl reihum gehen, ein Aufräumen mit Ländern, die sich nicht dem US-Diktat unterwerfen.

    Ein Straßenzug in La Habana Vieja, dem historische Kern der kubanischen Hauptstadt Havanna. Foto: Yoeztudioz / de.wikipedia.org – CC BY-SA 4.0

    Dass es auch bei Venezuela nie um Menschenrechte, Drogen oder gar die Befreiung von einem Tyrann ging, gab Donald Trump bei der gleichen Pressekonferenz sogar offen zu: Es sei geplant, Venezuela aus den USA heraus zu regieren, um mit amerikanischen Firmen das Öl abzupumpen. Das ist Klartext, unverfroren, dreist, aber ehrlich.

    Maduros Leibwache bestand aus Kubanern

    Kuba und Venezuela sind nicht nur enge Verbündete und beide von Wirtschaftssanktionen betroffen, die Leibgarde, die Präsident Nicolas Maduro – erkennbar ohne großen Erfolg – beschützen sollte, bestand aus Kubanern. Denen Maduro offenbar mehr vertraute, als seinen eigenen Landsleuten. Viele dieser Kubaner, so Trump, seien bei dem Einsatz getötet worden, ohne genaue zahlen zu nennen. „Sie haben Maduro beschützt. Das war kein guter Zug“, äußerte sich der US-Präsident jedoch in der „New York Post“, wenngleich er militärische Maßnahmen – im Gegensatz zur Andeutung von Rubio – nicht in Betracht ziehen wolle. „Nein, Kuba wird ganz von selbst fallen“, so der 79-Jährige.

    Wie glaubwürdig diese Aussage nach dem jüngsten Überfall auf Venezuela ist, darf indes durchaus kritisch hinterfragt werden.

    Wer die jüngsten Entwicklungen in einen größeren geopolitischen Kontext einordnen will, dem sei Daniele Gansers „Imperium USA – Die skrupellose Weltmacht“ empfohlen – eine kritische Untersuchung amerikanischer Außenpolitik seit dem Zweiten Weltkrieg. Hier bestellen. 

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