Unsere Demonstrationen müssen besser werden, damit sie größer werden!

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Eine kleine Nachlese zum Frauenmarsch in Berlin _ von Lars Günther

Der Frauenmarsch am 17.2.  in Berlin war mit einer wütenden Antifa-Meute konfrontiert – und mit einer Polizei oder besser Polizeiführung, die die Meute gewähren ließ, Jeder Türken- und Kurdendemo wird von der Polizei der Weg freigeräumt – aber deutsche Frauen, die für die Sicherheit von sich und ihren Kindern demonstrieren, werden in einem Kessel eingesperrt. Eine Schande für Berlin, eine Schande für Deutschland – aber typisch für die Zustände, die die Merkel-Clique geschaffen hat.

Dieser 17. Februar 2018 hat vielen Menschen die Augen geöffnet, in welchem Staat wir leben – und dass wir zu Fremden im eigenen Land geworden sind. Viele, die nicht dabei waren, wurden wachgerüttelt – und werden das nächste Mal dabei sein wollen. Gleichzeitig waren aber auch viele von denen, die dabei waren, frustriert: Weil sie gar nicht zur Demonstration durchgekommen sind, obwohl sie von weit her gekommen waren; weil sie Angst haben mussten, im Dunkeln und ohne Schutz nach Auflösung der Demonstration auf den Nachhauseweg zu gehen; weil sie tatsächlich Opfer von Antifa- oder Polizeiübergriffen geworden sind oder diese in unmittelbarer Nähe miterleben mussten. Für viele, die noch nie solche Erfahrungen gemacht haben, war es ein Schock, und man muss befürchten, dass sie künftig zu Hause bleiben.

Beim Frauenmarsch am 17.2. war auch COMPACT ganz vorne mit dabei. Foto: COMPACT-TV (C)

Die innenpolitische Lage ist aufgeheizt. Und zwar deswegen, weil das System wackelt, und jetzt seine Schlägertruppen auf die Opposition loslässt. Diese Opposition wird breiter – Demonstrationen, auch im Westen, haben Zulauf, wie man es zuletzt 2015 erlebte. Gleichzeitig bringt das System keine handlungsfähige Regierung mehr zustande. Wenn wir, die Opposition, jetzt klug agieren, uns nicht spalten lassen und gleichzeitig nicht in die Fallen laufen, die uns gestellt werden, können wir 2018 wirklich zu einem Wendejahr machen. Ein ganz wichtiger Faktor ist eine wirkliche große Demonstration in Berlin, im Zentrum der Macht. Die Menge muss mindestens zehn Mal größer sein als am 17.2., also ganz deutlich fünfstellig.

Was muss dafür getan werden:

1.) Der Startpunkt einer Demonstration darf nicht mitten im Feindesland liegen, am 17.2. war das Kreuzberg. Er muss auch für Auswärtige leicht erreichbar sein, etwa am Hauptbahnhof.

2.) Die Demonstrationsroute darf nicht durch enge Straßen gehen. Dort sind wir immer leicht zu blockieren, und zwar schon von relativ wenigen Antifanten. Vorzuziehen sind die breiten Verkehrsachsen wie Unter den Linden oder Leipziger Straße. Auch eine relativ kurze Route vom HBF zum Kanzleramt/Reichstag hat sich schon bewährt. Und Dresden hat gezeigt, dass reine Kundgebungen auch ihre Ausstrahlungskraft haben.

2.) Das Organisationsteam für eine bundesweite Demo muss die Breite der Bewegung repräsentieren. Da müssen Vertreter aus allen wichtigen Städten, wo es derzeit Straßenproteste gibt, vertreten sein, also zumindest Dresden, Erfurt, Cottbus, aus dem Westen Kandel, Nürnberg, Hamburg. Es müssen vor allem demonstrationserfahrene Leute, etwa von Pegida, dabei sein, die auch in brenzligen Situationen die Nerven behalten. Außerdem müssen Abgeordnete aus Bundestag und Landtagen in die Orga mit einbezogen werden – sie können gegenüber der Polizei ganz anders auftreten als normale Bürger. Der Anmelder oder die Anmelderin der Demonstration muss sich auf dieses Orgateam stützen und darf nicht eigenwillig handeln. Eine unerfahrene Frau als Demoanmelderin setzt auch sich selbst höchstem Risiko aus: Beispiel Hamburg, wo Utas Haus von Antifas angegriffen wurde, oder die nächste Anmelderin dann – aus verständlicher Angst – gar nicht erst zur Demo erschien. Das Orgateam bestimmt auch die Durchsagen und selbst die Musik – ein psychologisch wichtiger Faktor, um die Versammelten in Stimmung zu halten und von Frustreaktionen abzuhalten. (Dass am 17.2. ein Anti-Pegida-Lied gespielt wurde, war eine schwere Panne und demoralisierte etliche Anwesende.)

3.) Genaue Auswahl der Ordner. Die Ordner sind sehr wichtig, wenn es stressig wird. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Leute mittlerweile viel Wut in sich angestaut haben. Diese Wut darf sich nicht unkontrolliert in Gewalttätigkeit entladen – und am 17.2. konnte das nur knapp verhindert werden. Eine politische Demo in der heutigen Zeit hat mit Straßenkampf der Weimarer Zeiten nichts zu tun. Dies gilt es immer zu verhindern! Die meisten Polizisten sind außerdem auf unserer Seite und geben jeden Tag ihr bestes und werden größtenteils von der Polizeiführung verheizt. Also warum den Stress mit unseren zukünftigen Verbündeten auf der Straße auf Biegen und Brechen austragen?

Auf zur bundesweiten Großdemo in Berlin! Die Diskussion ist eröffnet! Merkel muss weg – wir schaffen das!

Der Autor gehörte zum Ordnerteam bei der Frauendemonstration

 

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