Umerziehung „rechter“ Eltern – Brave Mädchen mit Zopf sind Nazikinder…

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Geneigte Leser, Ihre Kinder sind zurückhaltend, tratschen wenig von daheim nach draußen (weil sie vielleicht Stil haben)? Dann sind Sie rechtspopulistisch. Ihr Nachwuchs ist fleißig, gibt dem Lehrer keine frechen Widerworte (weil er gut erzogen ist)? Ui, da haben Sie schlechte Karten: Geben Sie acht, dass Sie nicht bei der NPD eingeordnet werden. Ihr Burli treibt gern Sport, ihr Maderl mag Handarbeit und hilft im Haushalt (weil die Beiden vielseitig interessiert und rücksichtsvoll sind)? Es sieht immer übler aus für Sie: Sie sind rechtsextrem.

Denn die Broschüre der Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus, die „Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik“ zum Inhalt hat, listet eine Reihe von Merkmalen, die „rechtsradikalen“ Familien zugeordnet sind. Unterstützt wird sie von Franziska Giffey (SPD), die auch das Vorwort geschrieben hat. Die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und der Anstieg rechtspopulistischer Bewegungen machten auch vor den Kitas nicht halt, so die Familienministerin. „Kinder schnappen rassistische Bemerkungen oder antisemitische Einstellungen auf und geben sie weiter.“ Hier könne die Schrift Handlungsempfehlungen liefern.

Töchter rechtsradikaler Eltern erkennt man an ihren Zöpfen

Diese soll Kita-Erzieher darüber aufklären, woran man Kinder rechtsradikaler Familien erkennt: An den Zöpfen Ihrer Tochter etwa, die Sie ihr allmorgendlich flechten, damit sie nicht abgelenkt wird von Haaren, die ihr ins Gesicht hängen. Ganz übel, wenn sie auch noch Kleider trägt: Da sind Sie als Mutter untragbar, denn Sie sind voll völkisch! Und regen Sie sich bloß nicht darüber auf, wenn Ihrem Sohn die Fingernägel rot lackiert werden; das enttarnt Sie als jemanden, der den Genderquatsch als das entlarvt, was er ist: Idiotie. Damit würden Sie auch die Frühsexualität infrage stellen, und das geht mal gar nicht, den dafür Verantwortlichen insgeheim Perversität zu unterstellen…

Sie legen Wert auf gute Manieren Ihrer Kinder, haben erkannt, dass antiautoritäte Erziehung, unter der Sie eventuell gelitten haben, einfach doof ist und Sie von daher Ihrem Nachwuchs gewisse Regeln und Werte, Konsequenz und Respekt mit auf seinen Lebensweg geben? Dann könnte es Ihnen passieren, dass Ihnen dies als „autoritäre“ Erziehung ausgelegt wird und Sie zum Elterngespräch antanzen müssen, in dem Ihnen verdeutlicht wird, „inwiefern autoritäre und geschlechterstereotype Erziehungsstile die vielfältigen Möglichkeiten von Kindern einschränken und Entwicklungen erschweren“.

Werbung für Akzeptanz oder Frühsexualisierung?
Foto: Screenshot Cover Infobroschüre queerformat

Liebe Eltern, und fallen Sie jetzt bloß nicht in Ohnmacht, wenn ich Ihnen verrate, wer die Broschüre unter dem Titel „Ene mene muh – und raus bist Du“ (gemeint sind die Nazis, derer es allmählich mehr zu geben scheint als zu Zeiten des Nationalsozialismus) herausgegeben hat. Na? Ahnen Sie´s? Genau: Es ist die Amadeu-Antonio-Stiftung mit der Gesinnungsschnüfflerin Anetta Kahane an der Spitze. Die hat als Informelle Mitarbeiterin (IM) der Stasi unter dem Decknamen „Viktoria“ bei Margot Honecker, Ministerin für Volksbildung der DDR, gelernt, wie man die Erziehung aus den Händen der Eltern und die Deutungshoheit über Gut und Böse, Richtig und Falsch an sich reißt.

Mit harter ideologischer Hand überwachte die bis zu ihrem Tod fanatisch überzeugte Kommunistin das System aus Spezialheimen (Jugendwerkhöfen) der Jugendhilfe, in denen mittels politisch-ideologischer Kollektiv- und Arbeitserziehung Jugendliche durch militärischen Drill (…) zu sozialistischen Persönlichkeiten umgeformt werden sollten. In den strafvollzugsähnlichen, grundrechtsfreien Umerziehungs- beziehungsweise Disziplinierungsanstalten wurden unangepasste, verhaltensauffällige und politisch widerständige Jugendliche durch tägliche Appelle, Drill und Strafen drangsaliert. Teenager konnten willkürlich und ohne entsprechendes Strafurteil zwangseingewiesen und gefangen gehalten werden, um sie durch Psychoterror und physische Gewalt sowie gar Isolationshaft nachhaltig zu widerspruchslosem Gehorsam zu zwingen (Quelle: Wikipedia)

Malen wir nicht den Teufel an die Wand, aber merken Sie auf bei Giffeys Auftrag an Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, ihre Verantwortung für die von ihnen betreuten Kinder wahrzunehmen: „Sie sollten in der Lage sein, eigenständig zu entscheiden, ob das Wohl eines Kindes gefährdet ist. Das kann auch der Fall sein, wenn Eltern radikalen Gesinnungen anhängen.“ Denn, liebe Eltern, bei „Kindswohlgefährdung“ steht dann mal gern das Jugendamt vor der Tür und eventuell ihr Nachwuchs auf der Liste von Paaren, die einen suchen… Oder vor Einweisung in Jugendanstalten nach dem Vorbild des „Blauen Drachens“, denn die Reinstallation DDRlerischer Zustände ist nicht zu leugnen…

Auszug aus „Ene, mene, muh – und raus bist Du“:

Die Frage von Kindeswohlgefährdung
Im Kontext der pädagogischen Arbeit mit Kindern, die in rechtsextrem organisierten Familien
aufwachsen, geht es auch um die Diskussion einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Oft geraten
Kinder in einen Loyalitätskonflikt zwischen den Ansprüchen der Herkunftsfamilie und den dazu
diskrepanten Anforderungen im Außen. Viele werden in Freund-Feind-Bilder einsozialisiert. Das
schränkt letztlich den möglichen Erfahrungsraum Heranwachsender ein. Beide Themen können
den Straftatbestand der Kindeswohlgefährdung berühren.
Allgemein ist zu beachten: Das Elternrecht auf Pflege und Erziehung der Kinder ist ein hohes
Gut in unserem Grundgesetz. Es kann, gerade aus demokratischer und historischer Perspektive,
nicht darum gehen, Kinder ohne Weiteres aus ihren Elternhäusern herauszunehmen. Nicht zuletzt
ist dies eine pädagogische Frage, die sich angesichts der Loyalität von Kindern gegenüber
ihren Eltern stellt. Man weiß aus der Arbeit mit Kindern, die in Familien aufwachsen, die sich in
christlich-fundamentalistischen Gruppierungen oder Sekten bewegen, um die kontraproduktive
Wirkung, die eine gegen den Willen von Kindern durchgesetzte Herausnahme haben kann. Kinder
versuchen, die ihnen zugewiesenen Pflegefamilien zu verlassen, ihnen zu ‚entfliehen‘ und zu
ihren Eltern zurückzukehren – auch wenn es sich dort um nachweisbare Zwangs- und Gewaltsituationen handelt.
Aufgabe demokratischer pädagogischer Institutionen sollte es sein, Kinder zu stärken und ihnen
in diesem Fall einen alternativen Erfahrungsraum zu ihrem Elternhaus zu eröffnen. (…)

Die Broschüre zum Download

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