Während im Nahen Osten noch Raketen einschlagen, richtet der US-Präsident den Blick wieder auf die Karibik. Havanna könne „friedlich übernommen“ werden. Unsere brandneue Spezial-Ausgabe „Kriegsverbrechen – US-Außenpolitik von Truman bis Trump“ zum Thema erscheint in Kürze! Hier mehr erfahren.
Gestern empfing der Präsident im Weißen Haus die Mannschaft des amerikanischen Fußballklubs Inter Miami, die für ihren MLS-Titel (nordamerikanische Meisterschaft) geehrt wurde. Mitbesitzer des Teams ist David Beckham. Für Miami spielt auch Lionel Messi, der Trump einen rosafarbenen Ball in den Vereinsfarben überreichte.
Eigentlich sollte es also um Sport gehen. Doch Trump nutzte die Gelegenheit, um vor den Spielern über Weltpolitik zu sprechen. Der Krieg gegen den Iran habe vorerst Priorität. „Wir müssen zuerst mit dem Iran fertig werden“, polterte er. Danach jedoch werde man andere Regionen ins Visier nehmen: „Sobald das erledigt ist, wird es nur eine Frage der Zeit sein“, erklärte Trump mit Blick auf Kuba. Schon vor einigen Tagen stellte er „eine friedliche Übernahme“ in Aussicht.
Ein Krieg folgt dem nächsten
Der Präsident zeichnete dabei ein düsteres Bild der Lage in Havanna. Kuba sei, „gelinde gesagt ein scheiternder Staat“. Die Vereinigten Staaten könnten hingegen „etwas sehr Positives für die kubanische Bevölkerung tun“.
Welche konkreten Schritte damit gemeint sind, blieben offen. Die Vereinigten Staaten versuchen seit Jahren, den Einfluss der kubanischen Führung zu schwächen. Bereits während der vergangenen Monate erhöhte Washington den wirtschaftlichen Druck auf das Land erheblich.

Nach der Entführung Maduros wurden Öllieferungen von Caracas nach Havanna gestoppt. Für Kuba, dessen Energieversorgung stark von venezolanischem Öl abhängt, bedeutete das einen schweren Schlag. Die wirtschaftliche Lage der Insel gilt ohnehin als angespannt. Trump machte bei dem Empfang keinen Hehl daraus, dass Washington selbst erheblich zu der wirtschaftlichen Krise der Insel beigetragen hat. Die USA hätten Kuba „gezielt unter Druck gesetzt“.
Und weiter: „Wir haben sämtliches Öl und alles Geld abgeschnitten, alles, was aus Venezuela kam, das ihre einzige Quelle war“, stellte er klar. Und weiter: „Und jetzt wollen sie einen Deal machen. (…) Das passiert wegen meiner Intervention“, sagte er stolz. Ohne diese Maßnahmen hätte Kuba „dieses Problem offensichtlich nicht“.
Tanker-Blockade von Kuba
Auf die Frage eines Journalisten, ob Washington eine Rolle beim möglichen Zusammenbruch der kubanischen Regierung spiele, antwortete Trump knapp: „Was glauben Sie denn?“ Zugleich bestätigte er, dass die USA derzeit Kontakte zur kommunistischen Führung in Havanna unterhalten.
Wie weit der amerikanische Druck inzwischen reicht, zeigte sich auch auf See. Mehrere Tanker mit Treibstoff für Kuba wurden gestoppt oder zur Umkehr gezwungen. Der Tanker Sea Horse, beladen mit rund 200.000 Barrel Diesel, brach seine Fahrt im Atlantik ab.
Zuvor hatte die US-Küstenwache den Tanker Ocean Mariner verfolgt und zur Umkehr gezwungen, bevor er die Insel erreichen konnte. Bereits Ende 2025 beschlagnahmten amerikanische Behörden zudem den Tanker Skipper, der fast zwei Millionen Barrel venezolanisches Rohöl transportierte und ursprünglich ebenfalls für Kuba bestimmt war.
Fluch der Karibik
Seit der kubanischen Revolution von 1959 versuchen die Vereinigten Staaten mit Sanktionen und politischem Druck einen Kurswechsel in Havanna zu erzwingen.
Das US-Embargo gegen Kuba, Anfang der 1960er Jahre verhängt, gehört zu den längsten Sanktionsregimen der modernen Weltpolitik. Es verbietet amerikanischen Unternehmen weitgehend den Handel mit der Insel, schneidet Kuba vom US-Finanzsystem ab und bedroht auch ausländische Firmen mit Strafen, wenn sie mit enteignetem amerikanischem Eigentum auf der Insel Geschäfte machen.

Generationen amerikanischer Präsidenten haben an diesem Instrument festgehalten, in der Hoffnung, das kommunistische System wirtschaftlich auszutrocknen.
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