Das Umfeld des US-Präsidenten im Weißen Haus ist die derzeit größte Gefahr für den Weltfrieden.

    In den USA betonte Donald Trump zuletzt seine Bereitschaft, zu einer friedlichen Lösung im Atomkonflikt mit dem Iran kommen zu wollen. Doch gleichzeitig zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es im Weißen Haus eine Kriegspartei rund um Trumps Nationalen Sicherheitsberater John R. Bolton sowie Außenminister Mike Pompeo gibt, die der Auffassung ist, dass die Vereinigten Staaten eine militärische Auseinandersetzung mit dem Iran gewinnen könnten.

    „Bomb Iran“!

    Boltons Position ist klar. Schon vor dem Beginn von Trumps Präsidentschaft, als er noch keine politischen Ämter innehatte, forderte er vehement einen Angriff der USA auf den Iran. Am 26. März 2015 veröffentlichte er in der New York Times einen Artikel unter dem Titel „To Stop Iran’s Bomb, Bomb Iran („Bombardiert den Iran, um ihn von der Bombe abzuhalten“). In diesem schlug er unter anderem vor, die Urananreicherungsanlagen in Natans und Fordo ebenso wie den Reaktor und die Produktionsanlage für schweres Wasser in der Nähe von Arak anzugreifen.

    Noch im vergangenen Herbst ließ er sich vom Verteidigungsministerium Optionen für einen Angriff auf den Iran ausarbeiten. Im Wall Street Journal wurde ein ehemaliger hoher Mitarbeiter des Pentagon mit der Aussage zitiert, es sei schlicht „irre“ gewesen, „wie unverblümt sie über einen Angriff auf Iran sprachen.“

    COMPACT-Spezial 20 | Finanzmächte – Kriminalgeschichte des Großen GeldesIm Hintergrund der Weltpolitik wirken Mächte, die im Verborgenen bleiben, aber schon oft die Entscheidung über Krieg und Frieden gefällt haben. Finanzmächte ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk über die großen Verschwörungen der Hochfinanz: Von Fugger über Rothschild und Rockefeller bis zu Goldman Sachs und Blackrock – und deren politische Frontorganisationen wie Freimaurer und Bilderberger. Lesen Sie mehr über die wahren Zentren der Macht im Heft 20 von COMPACT-Spezial „Finanzmächte – Kriminalgeschichte des großen Geldes“.

    Das renommierte und investigative US-amerikanische Politikportal The Hill berichtete nun, dass sich Bolton am 29. April im CIA-Hauptquartier in Langley mit der „Top-Intelligenz“ des Geheimdiensts wie auch der US-Administration getroffen habe, um die möglichen nächsten Schritte gegen den Iran abzusprechen. Teilnehmer waren unter anderem CIA-Chefin Gina Haspel, Verteidigungsminister Patrick Shanahan, Außenminister Mike Pompeo, der Nationale Geheimdienstdirektor Dan Coats sowie der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte, General John Dunford.

    Treffen im CIA-Hauptquartier

    Ellen Mitchell, die Autorin des Artikels, betont, dass es absolut ungewöhnlich sei, dass das Treffen in Langley, und nicht im Situation Room des Weißen Hauses stattgefunden habe. Das CIA-Hauptquartier würde nur dann für solche Treffen genutzt werden, wenn es um die Vorbereitung verdeckter Geheimdienstoperationen gehe oder wenn in der US-Staatsspitze stark konfligierende Sichtweisen zu einem außenpolitischen Thema aufeinanderprallen würden.

    Beunruhigend ist auch das, was Paul R. Pillar, ein früherer CIA-Spitzenbeamter, der 28 Jahre lang für den Geheimdienst arbeitete, am 8. Mai im Magazin Business Insider zum US-Konflikt mit dem Iran schrieb. Boltons Strategie bestand laut Pillar von Anfang an darin, den Iran so stark unter Druck zu setzen, bis die Führung in Teheran sich zu irgendeiner Aktion hinreißen lässt, die man dann als Casus Belli interpretieren kann. Gescheitert sei Boltons Plan bislang alleine an der „bemerkenswerten Zurückhaltung“ der iranischen Regierung, die diese trotz „der unerbittlichen und eskalierenden Feindseligkeit der Trump-Regierung“ durchgehalten habe.

    Strafe für die Unabhängigkeit Russlands

    Paul Craig Roberts vom Institute for Political Economy befürchtet in einem am 12. Mai auf seiner Homepage veröffentlichten Text, dass Trump derzeit in eine „Kriegsfalle“ hineingelockt werde. Roberts hält in nächster Zeit eine False-Flag-Aktion gegen US-Kriegsschiffe im Persischen Golf für denkbar, um Trump so eine Verhandlungslösung mit dem Iran zu verunmöglichen und einen großen Krieg ausbrechen zu lassen.

    Vor 20 Jahren verloren die Ökopaxe auf dem Balkan ihre Glaubwürdigkeit und ihre Unschuld. Lesen Sie mehr zu dem Thema in COMPACT-Spezial 21 „Der Krieg der Grünen – Bomben für den Islam“.

    Roberts bemerkt weiter: „Sollte es Bolton gelingen, im Iran eine Situation herbeizuführen, wie sie die USA auch in Libyen, im Irak und in Syrien geschaffen hat, dann könnten von den USA unterstützte Dschihadisten bald auch in den muslimischen Provinzen Russlands operieren und die russische Regierung so für deren unabhängige außenpolitische Haltung bestrafen.“

    Wenn Trump den großen Kladderadatsch noch vermeiden will, dann könnte er bald gezwungen sein, sich zu entscheiden. Lässt er Bolton weiter freie Hand, könnte dieser die USA auch gegen den Willen des Präsidenten in einen großen Krieg hineintreiben. Dieser wäre kaum mehr begrenzbar, da Russland und China einen US-amerikanischen Angriff auf den Iran und damit auf das Herz der eurasischen „Weltinsel“ (Halford Mackinder) kaum hinnehmen könnten.

    Kommentare sind deaktiviert.