Alle fünf Tage ein Mord – von Jahresbeginn bis dato bereits mindestens 32 Morde in Österreich. Allein in Wien 15 Tote. 2017 waren es insgesamt 54 – hochgerechnet bis Jahresende 2018 ergäbe dies 41 Morde nur in der Donau-Metropole. Heute am späten Vormittag hat sich die Statistik erneut erhöht: ein weiterer Mord. Am helllichten Tag. Auf offener Straße.

    Ein Mann und eine Frau zwischen 20 und 40 Jahren alt wurden gegen halb elf Uhr tot in der Rienößlgasse in Wien-Wieden aufgefunden. Laut zweier Zeugen soll der Mann zunächst die Frau mit mehreren Schüssen und dann sich selbst mit der letzten Kugel im Lauf hingerichtet haben, wie sich nach der Sicherstellung der Waffe herausstellte. Die Identität der Opfer ebenso wie deren Verhältnis zueinander ist bislang unklar; für sie kam jede Hilfe durch die Notrettung zu spät.

    Und weil das Landeskriminalamt den Fall übernahm und erst einmal Spuren sichern musste, lagen die Toten noch bis zum Mittag auf der Straße – umringt von Dutzenden von Journalisten und jeder Menge Schaulustiger. Alles deute darauf hin, dass es sich bei der Schießerei um eine eiskalt geplante (Beziehungs-)Tat gehandelt hat, so Polizeisprecher Daniel Fürst. Zwei Morde an einem, dem heutigen Tag: Wien schießt und messert sich auf traurigen Rekordkurs.

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    Männer sind die Täter, zumeist Frauen die Opfer. Das jüngste indes war ein kleines Mädchen, Hadishat. Der Tschetschenin wurde vor zwei Tagen im blutjungen Alter von gerade mal sieben Jahren das Leben genommen: von einem 16-jährigen Schüler. Einem befreundeten Nachbarn. Einem Landsmann. Er wurde zum Killer, weil er wütend war. Einfach so. Ansonsten sind es überwiegend Beziehungstaten, wie Psychiaterin Sigrun Roßmanith gegenüber dem Online-Magazin oe24 erläutert: „Motiv Nummer eins ist Eifersucht, die Kränkung für manche Männer undenkbar.“ Sie geraten in einen Blutrausch, weil man über sie lacht. Weil man sie verlässt. Oder weil sie der Hass auf andere Kulturen, auf andere Religionen treibt …

    „Männer haben ein höheres Aggressionspotenzial, aber weniger Fähigkeit dieses abzuarbeiten“, analysiert Profiler Reinhard Haller die Ursachen. Die Tat gehe immer vom psychisch Schwächeren aus. Männer wollten oft die „Vernichtung“ der Kränkung bei einer Trennung zurückgeben. „Für Männer in manchen Kulturen ist eine Trennung, eine Scheidung undenkbar.“ Und solche Männer können die Unabhängigkeitsbestrebungen einer Frau nicht aushalten, die „Kulturen prallen aufeinander“, fügt Roßmanith an. „Man löscht die andere Person aus.“

    Mit Messern etwa. Die Attacken mit Stichwaffen explodieren. Die Täter sehen rot. Sie stechen zu. Frustrationstoleranz gleich Null. Nicht nur in Österreich. Auch hierzulande kann man von einem regelrechten Blutrausch reden: Tödliche Messerangriffe in Berlin, Kandel und Dortmund sorgten international für Entsetzen, und besonders in Berlin und Hessen nimmt die Zahl der Übergriffe mit Stichwaffen dramatische Ausmaße an.

    Laut Berliner Kriminalstatistik gab es hier einen Anstieg um 13 Prozent, in Hessen um 29 Prozent. Dort registrierte die Polizei im vergangenen Jahr knapp 1200 Fälle mit der Tatwaffe „Messer“ – rund 20 Prozent mehr als noch 2012. Nur vier Bundesländer warteten mit Zahlen zur Nationalität der Beteiligten auf; alle anderen lassen sich die Maulkorbsperre auferlegen, und dürfen nicht sagen: Überwiegend waren und sind die Täter Nicht-Deutsche oder Flüchtlinge.

    Am 12. April erstach ein 33-Jähriger Mann aus Niger seine deutsche Ex-Frau und die gemeinsame einjährige Tochter in einem Hamburger U-Bahnhof. Er soll sie regelrecht enthauptet haben. Ebenfalls in der Hansestadt erwischte es einen zwölfjährigen Jungen. Er wurde auf dem Nachhauseweg von der Schule von einem gleichaltrigen Klassenkameraden überfallen, der mit einem Messer auf ihn einstach, weil er sein Handy wollte. In einer Flüchtlingsunterkunft im mittelhessischen Langgöns stach kürzlich ein 23-jähriger Asylbewerber auf einen 21-jährigen Mitbewohner ein. Das ist nur ein Bruchteil des täglichen Wahnsinns, der mit Merkels Eigenermächtigung Einzug gehalten hat in Deutschland. Und in Europa.

    „Kriminalitätsforscher Dirk Baier unterscheidet zwei Formen von Messerattacken: Zum einen werden sie von jungen Männern bei Streitereien und Räubereien im öffentlichen Raum begangen. Zum anderen wird das Messer zur Tatwaffe bei familiären Rachefeldzügen. Hier sind oft erwachsene Männer die Täter. Sie wollen etwa die Partnerin bestrafen oder sogar töten, die sie verlassen hat. Er sieht eine Häufung von Taten bei osteuropäischen, südeuropäischen und arabischstämmigen Jugendlichen“, schreibt die Frankfurter Neue Presse.

    „Messer sind leicht verfügbar, schnell zu besorgen und leicht zu transportieren und werden insbesondere von jungen Männern gebraucht“, erläutert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG) gegenüber n-tv die Vorliebe der Täter für Stichwaffen. Die Zahl junger männlicher Migranten sei „auffallend“ hoch. Deswegen fordert sie eine härtere Bestrafung. Gezielte Stiche gegen andere Menschen sollten als versuchtes Tötungsdelikt und nicht nur als gefährliche Körperverletzung eingestuft werden. Attacken mit Messern und ähnlichen Gegenständen sollten als ein Verbrechens-Tatbestand mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe geahndet werden.

    Die Gefängnisse füllen sich, die Gerichte kommen nicht mehr hinterher, die Fälle abzuurteilen. Viele Täter werden daher einfach wieder auf freien Fuß gesetzt. Vielleicht würde ja ein endlich überarbeitetes Abschiebegesetz oder bereits die Anwendung bestehender Gesetze reichen – und die Täter dorthin expediert werden, wo es nicht an jeder Straßenecke Messer zu kaufen gibt … im Dschungel etwa. Im Busch. In der Wüste …

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