GEZ-Clown Jan Böhmermann ist für Ausfälle bekannt. Doch diesmal hat er eindeutig übers Ziel hinausgeschossen. Julia Ruhs hat in ihrem Buch «Links-grüne Meinungsmacht» auch mit solchen Irrsinnigkeiten abgerechnet. Hier mehr erfahren.
Wir erinnern uns. Den Anfang machte vor zehn Jahren sein Schmähgedicht über Erdoğan. In der Sendung Neo Magazin Royale trug Böhmermann ein bewusst als «Schmähkritik» deklariertes Gedicht vor, das den türkischen Präsidenten mit derben, unter die Gürtellinie gehenden Formulierungen herabsetzte. Mehrere Passagen wurden später zivilrechtlich untersagt, das Strafverfahren endete aber weitgehend folgenlos.
Es folgten weitere Entgleisungen. 2024 endete eine Sendung zu FPÖ und AfD mit dem Satz: «Nicht immer die Nazikeule rausholen, sondern vielleicht einfach mal ein paar Nazis keulen.»Beim Polizeigewerkschafter Manuel Ostermann wurde es persönlich. In der Sendung vom 28. März 2025 bezeichnete Böhmermann den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der DPolG unter anderem als «Herrenmenschen im Skoda», «dreiviertel gefüllten Boxsack» und «selbst radikalisierten Michel aus Lönneberga». Ostermann klagte wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts und Nähe zu NS-Vokabular. Das Landgericht München wies die Klage ab und wertete die Äußerungen als zulässige Satire.
Auch vor Doxxing macht der GEZ-Clown nicht halt. Am 9. Mai 2025 enthüllte das ZDF Magazin Royale die Identität des bis dahin anonymen Youtubers hinter dem Kanal Clownswelt. Böhmermann begründete das damit, dass jemand, der vor Hunderttausenden Abonnenten «die Wahrheit sagt», auch sein Gesicht zeigen könne. Das ZDF stellte sich hinter die Redaktion und sah kein Recht auf Anonymität. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, Clownswelt erntete eine Welle der Solidarität und wurde über Nacht bekannt.
«Gewaltfantasien niederträchtigster Art»
Zuletzt hat der ZDF-Propagandist einen weiteren Bock geschossen. In der Folge vom 2. Oktober 2026 setzte er sich im Anzug mit weißem Helm auf eine himmelblaue Simson Schwalbe, fuhr grinsend über die Landstraße und wird dann von einem Lastwagen erfasst, überrollt und vom zurücksetzenden Lkw noch einmal überfahren. Dazu lacht das Publikum. Die blaue Schwalbe war im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt das Markenzeichen von Ulrich Siegmund, dem späteren Wahlsieger der AfD. Die visuelle Parallele ist wohl unübersehbar. Siegmund sah in dem Clip «Gewaltfantasien niederträchtigster Art».
Martin Hagen, der FDP-Generalsekretär, bezeichnete die Darstellung als moralisch völlig enthemmt. Man stelle sich einmal umgekehrt vor, ein rechter TV-Satiriker belustigte sein Publikum mit Mordfantasien gegen einen linken Politiker. Wie lange würde der ÖRR den wohl durchfüttern? Man müsse keine Sympathien für die AfD haben – er selbst habe Null –, um das abzulehnen. – Es gibt aber auch noch gut Nachrichten: Das ZDF Magazin Royale endet ohnehin am 18. Dezember 2026 nach 187 Folgen.
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