SPD plant Schock-Therapie für Kinder von Arbeitslosen

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Leider keine Satire: Durch die Demütigung von Hartz IV-Empfängern soll deren Kindern maximale Angst vor Arbeitslosigkeit injiziert werden. Damit die „Unfähigkeit“ der Eltern nicht an die Kleinen „vererbt“ wird! Ein Sklavenprojekt aus dem Hause SPD.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte im vergangenen Jahr die lachhafte Erfindung des Ein-Euro-Jobs nochmal zu toppen versucht, indem sie Flüchtlingen 80-Cent-Jobs angeboten hatte (COMPACT berichtete). Für das kommende Jahr soll selbst dieser Zynismus erneut gesteigert werden: Mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Bremerhaven will Nahles 2018 ein Pilotprojekt starten: 3.000 Langzeitarbeitslose müssen dort fürs Allgemein- und Konzernwohl schuften! Stundenlohn: Null Cent!

Richtig gelesen: Die Sklaven müssen dort drei Jahre lang ohne Anspruch auf Bezahlung, lediglich für den Hartz-IV-Betrag arbeiten (1). Existenz auf Sparflamme als Lohn für harte Arbeit. Wer sich weigert, bekommt die „Grundsicherung“ gekürzt. Nahles‘ Partner bei diesem Projekt ist der Chef der Agentur für Arbeit, Detlev Scheele. Muss man noch erwähnen, dass auch er SPD-Mitglied ist?

Die Geschäftsführerin der dortigen Agentur für Arbeit, Susanne Ahlers, posaunt in ihrer Propaganda, dass Arbeitslose durch die Sklavenjobs in die Gesellschaft integriert würden. So könnten auch sie ihren Kindern stolz zeigen: Seht mal her, auch ich trage etwas zur Allgemeinheit bei.

Und wenn der Nachwuchs fragt, warum die Eltern nicht dafür bezahlt werden?

Falsche Frage, denn das Gratis-Schuften – so erfahren wir weiter – soll verhindern, dass Kinder von Sklaven-Eltern ebenfalls zu Arbeitslosen heranwüchsen, dass die Hartz-Bedürftigkeit nicht weiter – so wörtlich – „vererbt“ werde… Arbeitslosigkeit, ein Resultat verfehlter Politik, wird als vererbbarer Gendefekt definiert. Derartige Diskriminierung durch biologistische Metaphorik hat man sich hierzulande seit 1945 nicht mehr erlaubt.

Den Kindern der Sklaven aber, und das ist die Hauptsache, wird vermittelt: Wenn Du nicht jeden Drecksjob annimmst, dann machen wir aus Dir einen Gratisarbeiter, einen Sklaven, wie Deinen wertlosen Vater oder Deine wertlose Mutter… Eine ökonomische Schocktherapie für die Kleinen. Und da Kinder sich oft mit ihren Eltern identifizieren, sollen sie gebrochen, zu rückgratlosem Humankapital zerschlagen werden,

Abgesehen davon hat dieses Sklaven-Projekt noch zusätzliche Vorteile für den „freien“ Markt: Denn die Konzerne sparen damit natürlich die Löhne für die Arbeiter. Nicht einmal deren lachhafte „Grundsicherung“ brauchen sie zu zahlen. Nein, denn das ALG II zahlt ja das JobCenter – und das heißt letztlich der Steuerzahler.

Nach den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der ersten Generation von Hartz-Politikern – wer erinnert sich noch an den Ich-AG-Schwachsinn? – ist man jetzt beim blanken Verheizen angelangt: Für Arbeitslose die Hölle, für Noch-Arbeitende eine Drohung, die Verwandlung Deutschlands in ein Billiglohnland zitternd erdulden zu müssen.

Dieses Pilotprojekt der SPD ist nicht mal mehr Verrat am Klientel – ihr wird vielmehr ins Gesicht gespuckt. Aber es steht zu befürchten, dass selbst eine solche Perversion, falls Protest weiterhin ausbleibt, noch „steigerungsfähig“ ist…

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(1) http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/2018-sollen-hartz-4-bezieher-hungern-oder-arbeiten.php

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