Nach dem Bas-Beben könnte die Stunde der Manuela Schwesig schlagen. Viele sehen sie bereits an der Seite von Lars Klingbeil die SPD anführen. Lesen Sie jetzt unser ausführliches Porträt über die selbsternannte Frau gegen Blau in unserer aktuellen Oktober-Ausgabe «Gestohlene Wahl». Unser Tipp: Sichern Sie sich das Digital-Abo von COMPACT. Sie erhalten die Ausgaben noch vor Erscheinen der Druckausgaben und haben die Möglichkeit, im berühmt-berüchtigten COMPACT-Archiv zu stöbern.
Wenn Manuela Schwesig nach einem langen Tag den Kopf freibekommen will, geht sie laufen, manchmal allein mit ihrem Mann Stefan, mit dem sie seit 26 Jahren verheiratet ist. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern gibt nur selten private Einblicke. Über ihre Familie ist wenig bekannt.
Als ausgebildete Steuerfahnderin trat sie 2003 in die SPD ein. Bei den Roten kam sie von Beginn an gut zurecht und machte rasch Karriere – vom Kreis- über den Landesvorsitz bis zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Mit 34 Jahren wurde sie 2008 unter Ministerpräsident Erwin Sellering zur jüngsten Landesministerin Deutschlands ernannt und übernahm das Ressort Soziales und Gesundheit. 2013 wechselte sie nach Berlin und wurde in der Großen Koalition unter Angela Merkel Bundesfamilienministerin, 2017 brachte sie es dann zur Ministerpräsidentin in Mecklenburg-Vorpommern.
Genossen schieben an
Jetzt könnte ihr ein neuer Karriereschritt bevorstehen. Mit dem Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Chefin, müssen diese Positionen schließlich neu besetzt werden. Als Begründung gab Bas einerseits den Tod ihrer Stieftochter, andererseits die öffentlichen Angriffe gegen sie, auch aus den eigenen Reihen des Koalitionspartners CDU/CSU, an.
Für den Posten als SPD-Co-Chefin steht Schwesig jetzt zur Diskussion. Die 52-Jährige selbst hält sich bedeckt. Auf Nachfragen betont sie:
»Die SPD hat einen Parteivorsitzenden, sie hat Stellvertreter, damit ist die SPD handlungsfähig«.
Offiziell möchte sie sich auf die Koalitionsverhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern konzentrieren, doch sie erhält bereits erheblichen innerparteilichen Rückenwind, der sie an die Seite von Klingbeil spülen könnte.
Ulf Kämpfer, SPD-Landeschef in Schleswig-Holstein, brachte sie öffentlich für die Doppelspitze ins Spiel. Auch Olaf Lies, Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landeschef, sagte, er könne sich Schwesig als Co-Chefin sehr gut vorstellen und lobte sie als «führungsstarke Persönlichkeit mit Ausstrahlung»
Die Spekulationen über ihren weiteren Aufstieg kommen nicht von ungefähr. Bei der Landtagswahl am 20. September 2026 holte Schwesig mit ihrer SPD 35,5 Prozent – knapp hinter der AfD mit 38,2 Prozent. Als «Frau gegen Blau» hatte sie im Wahlkampf deutlich aufgeholt. Die CDU scheiterte mit 4,9 Prozent erstmals an der Fünf-Prozent-Hürde. Nun verhandelt die SPD mit der Linken (6,5 Prozent) und den Grünen (5,7 Prozent) über eine Koalition.
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