Rosa Luxemburg auf dem Berliner Breitscheidplatz

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Wenn ein Staat seine vergangenen Revolutionen feiert, kommen zwei Gründe in Betracht: 1) Die damaligen Aufständler sind jetzt an der Macht und feiern sich selber. Oder 2) die Revolution ist inzwschen harmlos geworden. Jedenfalls fällt es kaum auf, dass man ausgerechnet im repressiven Gegenwartsklima der Merkel-Republik die Revolution 1918/19 hochleben lässt. Ein Aufstand, der untrennbar mit den Spartacus-Kommunisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg verbunden ist. Beide wurden – hochwahrscheinlich – in Absprache mit dem damaligen SPD-Politiker Gustav Noske ermordet.

Wenn beide jetzt gefeiert werden, beweist dies nur: das gegenwärtige Establishment kann sich gar nicht ausmalen, was los wäre, wenn Luxemburg und Liebknecht zurückkehrten. Glauben die ernsthaft, das Duo würde sich als GroKo-Fan outen? Oder gar die Grünen wählen? Kaum. Eher wären sie auf Seiten der Gelbwesten zu vermuten und würden von der Märchenpresse als „Nazis“ beschimpft während die SPD den Antifa-Pöbel auf sie losliesse.

Foto: COMPACT

Eines der zahlreichen Kunstprojekte zum Revolutions-Jubiläum – gefördert von der Senatskanzlei für Finanzen, Vertreter der Kulturprojekte Berlin GmbH – stand kürzlich auf dem Berliner Breitscheidplatz: Ein rotgestrichener Möbelwagen mit der Aufschrift „100 Jahre Revolution 1918/19.“ An beiden Seiten des Wagens: zwei ballonförmige Plastikzelte als Ein- und Ausgang. Zutritt gratis.

Gleich am Eingang findet sich ein Tischchen mit verschiendenen Broschüren, darunter auch „Luxemburg, Gesellschaftsanalyse und linke Praxis“ (Nr. 3, 2018), heraus-gegeben vom Vorstand der Rosa Luxemburg- Stiftung. Wie zu erwarten, wird darin munter eine Brücke von den altlinken Kämpfern zu den heutigen Neulinken konstruiert, deren Themen (beispielsweise Gender) und Marginalisierung ökonomischer Fragen 1918 allenfalls Gelächter provoziert hätten. So wird die Revolution nach 100 Jahren vom Establishment vereinnahmt, auch wenn in dem Heft zur „Transformation“ der Gesellschaft aufgerufen wird.

Im Inneren des Wagens befanden sich Telefone, kombiniert mit den Namenskärtchen historischer Personen: Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, deren Mörder Waldemar Pabst, usw. Hob man den Hörer ab, erzählte eine Stimme deren Vita. Amüsante Spielerei. In der Ausgangsblase durften Besucher ihre eigenen Revolutionswünsche notieren, die anschließend an ein Brett gehängt wurden. Mancher wünschte sich Frieden, ein Irrer mahnte zum „positiven Denken“, aber nirgendwo Subversives, Aufrührerisches. Nein, im Berlin 2019 ist, im Gegensatz zu Paris, leider keine Revolution zu befürchten.

Die Propaganda-Medien haben sich auf die Seite der selbsternannten „Eliten“ gestellt. COMPACT hingegen vertritt den Widerstand und steht auf der Seite der Gelbwesten. Weg mit dem neoliberalen Globalismus. Unterstützen Sie COMPACT mit einem Abo

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20 Kommentare

  1. Nachtrag:
    # Hurra, die Deutschen wollen die Willkommenskultur zurück – Sie fordern deutlich mehr „Vielfalt“

    @ Marcus Junge am 28. Januar 2019 19:55

    "Umfrage" (wohl auf dem Parteitag der Grünen Khmer gemacht und unter Invasoren): BRDlinge wollen mehr Umvolkung und Bereicherung.

    Sorry: Kissinger Pol Pot
    Allegations of United States support for the Khmer Rouge – Wikipedia

    Und das ist noch geschönt!

    • Querdenker der echte am

      Millionen. Ja, wollen sie !!!
      Und ein Meilenstein hierzu dürfte die Gründung der Muslimen
      Partei: " AFM – Alternative für Muslime" !!!
      Und nun rechnen wir einmal:
      Ca. 17 Mio. Muslime befinden sich im Land- Zahl stetig steigend. Bis zur nächsten BT-Wahl in 3 Jahren sind es bequem ca. 19Millionen. Wenn von denen etwa 70 % Ihre AFM wählen, dann dürften für die Roten, Grünen , Gelben und die AFd nur noch wenige Sitze im Buntentag übrigbleiben. Dann hat es die Merkel mit CDU und CSU und AFM geschafft.
      Die Deutschen sind völlig entmündigt und:
      Deutschland ist abgeschafft!!
      So gräbt man sich in Berlin sein eigenes Grab!!!

  2. Franz Schroeder am

    Wer hat 1990 wen übernommen?

    Früher. also ganz früher war es so:
    wenn ein König seinen Nachbar überfallen und besiegt hatte, dann galten von nun an dessen Gesetze in dem besiegten Land.
    Woher kommt nochmal unsere Königin? Äh Merkelin…..quatsch Kanzlerin meinte ich.

    Es ist so einfach, wenn man ein wenig auf die Zeichen achtet.

    ……………aber ich stelle fest, ich wiederhole mich.

  3. Jetzt sitzen sie da die Linken, geschützt von 2 aufgeblasenen Kondomen, anders werden sie in der Umwelt nicht wahrgenommen.

  4. Das Raumschiff Berlin lässt sich auch mit einer Blase beschreiben. Die Stiftung liegt mit ihren Kunststückchen also gar nicht so daneben. Eine Blase war am Anfang und eine am Ende, die Revolution hat also nichts gebracht. Egal wie viel Blut vergossen wird, am Ende wird das Geld gewinnen. So wird das immer sein, sie können also nicht verlieren.

  5. Immerhin bezeichnend,das das Weib gefeiert wird,der deutsche Mann Liebknecht aber keine Erwähnung findet. Ziemlich raffiniert,einen Gegensatz zwischen den damaligen und den heutigen Linken konstruieren zu wollen und erstere dadurch reinzuwaschen. Die wären auch das geworden, was ihre Erben heute sind.

    • II)
      „Daß sie durchgeführt werden mußte, darüber bestand bei Herrn Noske und mir nicht der geringste Zweifel, als wir über die Notwendigkeit der Beendigung des Bürgerkrieges sprachen. […] Es lag nur im Interesse unseres Deutschlands, daß wir es damals vor dem Schicksal bewahrten, das ihm heute Herr Ulbricht und seine Drahtzieher bereiten möchten, sondern der Sieg des Kommunismus in Deutschland hätte bereits 1919 das gesamte christliche Abendland zum Einsturz gebracht. Die Beendigung dieser Gefahr wog bestimmt wesentlich mehr als die Beseitigung von zwei politischen Verführern.“ — Waldemar Pabst, Generalstabsoffizier der Garde-Kavallerie-Schützen-Division und Major a. D., Zitat aus 1962 – er hatte die standrechtliche Erschießung zum Schutz des Vaterlandes befehligt. Pabst, ein NPD-Sympathisant, starb 1970 (89-jährig) in Düsseldorf als solventer Unternehmer.
      Das Grab auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde, dem sogenannten „Sozialistenfriedhof“ ist mittlerweile nachweislich leer. Die Überreste von Rozalia Luksenburg sollen sich bis auf den heutigen Tag in den Kellern der Berliner Charite befinden.

    • I)
      Rozalia Luksenburg ( 5. März 1871 in Zamosch in Polen; 15. Januar 1919 in Berlin) war eine jüdische[1] politische Agitatorin, Parteivorsitzende der KPD und Vertreterin des proletarischen Internationalismus, Marxismus und Bolschewismus.
      Nach dem Ende des Spartakusaufstands wurde sie unter teils ungeklärten Umständen zusammen mit Karl Liebknecht von SPD-Regierungstruppen — mit Zustimmung des Reichswehrministers Noske und auch die des späteren Reichspräsidenten Ebert (beide SPD) — liquidiert, um eine bolschewistische Revolution in Deutschland und den Ausbruch eines Bürgerkriegs zu verhindern.

  6. Tja ,so ist das nun mal. Die Revolutionäre von gestern sind das Establishment von heute . Mao der Große merkte es und wollte es durch eine 2.Revolution,die sog Kulturrevolution,verhindern. das gelang so lange er lebte,aber er hatte damit auch die Kraft des Volkes bis zum Äußersten erschöpft.Immerhin war damit der Boden für das Erwachen Chinas zur Weltmacht bereitet.

  7. DerSchnitter_Maxx am

    Für was soll das gut sein … soll es den Blödmichel suggerieren oder verleiten … (k)eine Revolution zu starten ? Die Metapher mit der Revoluzzer-Blase, könnte -jedenfalls- auf ein Platzen dieser Illusion hindeuten. Und sowieso … Revolution ist doch eher ein antiquiertes und deplatziertes Synonym … für einen/den Kampf gegen dieses neuzeitliche und hinterfotzigste Global-Establishment ever – ein Wort müsste, zunächst, erst noch dafür erfunden werden !

  8. Jeder hasst die Antifa am

    40 Jahre musste man diesen SED Firlefanz ertragen und jetzt wird dieser Kommunistische Popanz mit Staatsknete wieder aufgeführt,für was ist man damals auf die Straße gegangen,nicht damit jetzt die Kommunisten, die Antifa und noch anderes linke Gesocks wieder das Sagen haben.

  9. brokendriver am

    Der SED-Linkspartei-Radikalismus liegt in den letzten Zügen.

    Die LAfontaine-Wagenknecht-Salon-Kommunisten mit Millionen Euro auf dem Konto

    haben selbst in Ost-Deutschland keine politische Chance mehr.

    Ihre Mitglieder und Wähler sterben weg wie die Fliegen.

    Die SED-PDS-Linkspartei hat fertig in Deutschland.

    Ab damit auf den Müllhaufen der deutschen Parteiengeschichte…

  10. Hermann Souchon am

    Ungeheuerlich! Damals war und heute sollte allen klar sein,daß In Deutschland die Gefahr der Kommunistische Revolution und die Verwandlung in eine Sowjetrepublik unmittelbar bevor standen und es unumgänglich war, die beiden Hauptagitatoren Luxemburg/Liebknecht sofort und sicher unschädlich zu machen, was in der damaligen, chaotischen Lage nur durch ihre umgehende Hinrichtung geschehen konnte! Hinrichtung, nicht Mord, Herr GMS ! Sie sind wohl selber einer von denen, die mit Rotem Stern auf der Mütze gerne mal ein bißchen mitgezündelt hätten. Jedenfalls, die international vagabundierende Hexe, die in Deutschland nichts verloren hatte, mußte weg und wenn es mich auch immer noch wurmt, daß mir die Umstände die Rolle des Henkers aufzwangen, in gleicher Situation würde ich genauso wieder handeln.

    Antwort des Autors: „Hinrichtung“ ist immer Mord! Es gibt kein „legales Töten“.

    • heidi heidegger am

      nanana, Jack London (Wolfsblut/Der Seewolf) war bis zu seinem Tode 1916? auch commie bzw. Sozialist und zwar *big time* und sogar fast bis zu seinem Ende in der Partei..das war normal und richtig (damals?), hah!

      • Ja und weiter ? Entschuldigt das den Kommunismus, Herrn Trump oder Livia, daß auch Jack London eine rote Socke war?

    • HERBERT WEISS am

      Hat ja auch bestens funktioniert. Deutschland wandelte sich zu einer stabilen Demokratie, seit 100 Jahren herrschen ununterbrochen Frieden und Harmonie, der Wohlstand des Volkes mehrte sich, so dass es kaum noch auszuhalten ist – alles nur, weil die beiden Hauptbösewichte rechtzeitig ausgeschaltet wurden.

      Mal ganz im Ernst: Was wir mit Sicherheit wissen – es kam ganz anders. Was gewesen wäre, wenn… – darüber können wir noch lange spekulieren. Habe schon mal erwähnt, das Karl Liebknecht den Völkermord an den Armeniern und die Kumpanei der kaiserlichen Regierung im Reichstag angesprochen hatte. Rosa Luxemburg konnte es nicht. Denn selbst den Müttern der Soldaten, die in den Schützengräben bei Verdun krepierten, war damals der Gang an die Wahlurne verwehrt.

      • Mhm,H.Weiss gegen H.Souchon. Ich stimme da glatt für Herrn Souchon. Den Maßstab,was es "genützt " hat,darf man bei jedem menschlichen Handeln immer nur für den Augenblick und die nahe Zukunft anwenden. Danach hat es sehr wohl genützt,weil den deutschen Bolschewiken sofort ihre Haupteinbläser fehlten.Die Zeit verkehrt vieles allzu oft in das Gegenteil.

    • Kann man der Geschichte trauen, wo auch die Erzählung zu dem Tod von Walther Rathenau mehr als ungenau ist?

      • ob man es kann,hängt davon ab,ob man gesunden Menschenverstand hat oder am dem Syndrom leidet,das ein gewisser Verlag bedient,dessen Namen Ich hier nicht nennen will.

  11. heidi heidegger am

    „Transformation“ der Gesellschaft vom Sauhaufen zu *Eurafrika* oder so..? So ein lauwarmes Gesäusel..

    nein-nein, da muss dann unser Claudio "V. V." Mancini ran, quasi (hihi):

    [ Vinny Vedecci Talks with Shia Labeouf – SNL ]

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