Nach dem Millionen-Bußgeld gegen den Lebensmittelkonzern Mondelēz International nimmt die EU-Kommission nun Ferrero ins Visier – wegen möglicher Wettbewerbsverstöße im Nutella-Geschäft. Während Europa mit Krieg, Energiekrise, dem drohenden Zollstreit mit den USA und mit Masseneinwanderung kämpft, wird also hierauf der Fokus gelegt. In COMPACT 4/2026: „Gefahr für Deutschland“ werfen wir einen Blick auf die brenzlige Lage. Hier mehr erfahren.
Die EU-Kommission kümmert sich mal wieder um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Nämlich um Nutella. Sie hat in dieser Woche unangekündigte Durchsuchungen beim Nutella-Hersteller Ferrero in seinen Büros in zwei EU-Mitgliedstaaten durchführen lassen.
Gegen den Konzern wird wegen möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht ermittelt. Am Mittwoch bestätigte das Unternehmen selbst die laufenden Ermittlungsverfahren. Die EU-Kommission erklärte bereits Anfang der Woche, dass sie die Geschäftsräume eines ungenannten Schokoladenherstellers im Visier habe.
Ferrero teilte mit, dass Beamte derzeit Vor-Ort-Inspektionen in betrieblichen Büros durchführen wüden. Man kooperiere vollständig und stelle alle angeforderten Informationen zur Verfügung. Die EU-Kommission gab bekannt: „Insbesondere untersucht die Kommission mögliche Marktsegmentierungen in Form von Beschränkungen des Warenhandels zwischen Mitgliedstaaten im Binnenmarkt und Hindernissen für den Kauf in mehreren Ländern.“
Eine ziemlich unverschämte Haltung
Erst 2024 hat die EU-Kommission den US-Konzern Mondelēz, bekannt für Oreo, Milka, und Toblerone, mit 337,5 Millionen Euro Strafe belegt, weil er Händler systematisch daran gehindert hatte, günstigere Produkte aus anderen EU-Ländern zu importieren. Solche Vorwürfe treffen nun auch Ferrero. Der Kunde ist am Ende auch hier der Dumme. Der Konzern hatte in den letzten Monaten ohnehin die Preise für Nutella und andere Produkte kräftig angehoben hatte. Wegen schlechter Haselnuss-Ernten in der Türkei sind die Rohstoffkosten stark gestiegen, und der Konzern hat die Preiserhöhungen größtenteils an die Verbraucher weitergegeben.
Gleichzeitig soll Ferrero Händler daran gehindert haben, günstigere Chargen aus anderen EU-Ländern zu importieren. Statt Verbrauchern durch echten Wettbewerb im Binnenmarkt günstigere Preise zu ermöglichen, schottet man offenbar die Märkte ab und kassiert in jedem Land den höchstmöglichen Preis. Eine ziemlich unverschämte Haltung gegenüber Millionen von Verbrauchern, die schon mit Inflation und steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen.
Trotzdem lohnt es sich, das Ganze in Relation zu setzen. Während Europa mit Krieg, Energiekrise, dem drohenden Zollstreit mit den USA und mit Masseneinwanderung kämpft, widmet die Wettbewerbsbehörde ihre volle Aufmerksamkeit dem Haselnuss-Aufstrich. Ob am Ende tatsächlich eine Kartellstrafe in dreistelliger Millionenhöhe droht oder ob Ferrero mit ein paar Zugeständnissen davonkommt, wird sich erst in Monaten oder Jahren zeigen.
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