Pro7-Chef: Unser Publikum ist fett und arm

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Wie können Mainstream-Medien ihr Publikum derart mit Fake-News und Verblödungsprogramm zumüllen, wenn sie es nicht heimlich (oder weniger heimlich) verachten? Pro Sieben-Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling nimmt jedenfalls kein Blatt vor dem Mund, wenn er nach dem Publikum seines Senders gefragt wird. 

Während einer Telefonkonferenz mit Analysten fragte ein französischer Vertreter seiner Zunft, wie Pro7 sich gegenüber der Netflix-Konkurrenz behaupten wolle. Die Antwort ließ an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig:

„Sie sind Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen.“ Deshalb wären Streaming-Portale keine tödliche Konkurrenz: „All die Hollywood-Blockbuster gibt es auf unseren Sendern und nicht jeder Netflix-Film ist ein Homerun.“

Also fett, arm und womöglich auch ein wenig zurückgeblieben, weil sie „immer noch“ gerne Couch-Potato spielen. In den USA hätte man womöglich das Wort „White Trash“ verwendet. Die so beschriebenen Menschen bilden im Weltbild der Mainstreamer das unterste Ende: Globalisierungsverlierer, Hartz-IV-Bezieher, Brexit-Befürworter, Trump-Wähler, usw. Warum sich bei denen Mühe geben?

Irgendwie war dem Sender soviel Offenheit dann doch peinlich. Auf Anfrage des Medienmagazins DWDL erwiderte ProSiebenSat.1: Es habe sich um eine „zugespitzte Aussage“ gehandelt, bei der die „ gerne von Analysten verwendeten Stereotypen eines TV-Zuschauers in englischer Sprache“ reflektiert worden seien. Ziehe man diese Aussage aus dem Kontext und übersetze sie wörtlich, könne das zu Missverständnissen führen.

Lügen die Medien

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