Das geht das deutsche Herz auf: Unser neues Geschichtsausgabe „Preußens Glanz. Tugend, Schwert und Krone“ befasst sich auch mit Symbolik. Wie ein Grenadier aus Stein überragte etwa die Garnisonkirche über Jahrhunderte die Dächer Potsdams. Auch an sie, ihre Zerstörung und den Wiederaufbau erinnert das neue Heft. Hier mehr erfahren.
Es war eine sternenklare Nacht, die sich am 14. April 1945 über die Mark Brandenburg legte. In Großbritannien waren zu diesem Zeitpunkt bereits von 25 Flugplätzen aus über 700 Bomber aufgestiegen, um ihr schreckliches Zerstörungswerk zu verüben. Um halb elf Uhr abends spielte das Glockenspiel der Potsdamer Garnisonkirche ein letztes Mal die preußische Hymne: „Üb’ immer Treu und Redlichkeit bis an Dein kühles Grab. Und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab.“
Rund zehn Minuten später wurde die erste von insgesamt 1.751 Bomben ausgeklinkt. Der Angriff dauerte nur 37 Minuten – und schon am nächsten Morgen konnte die Royal Air Force bekanntgeben: „Potsdam besteht nicht mehr.“ Der Historiker Jörg Friedrich bemerkte in seinem Buch Der Brand über diesen Angriff:
„In die strenge Vornehmheit ganzer Straßenzüge und Ensembles schlug der Bombenhammer, weil der Stein beseelt war. Die Baugestalt war ein Erzieher, der stumm belehrte über Schönheit und Form, Maß und Zweck.“
Die Garnisonkirche fing Feuer und brannte völlig aus, doch wie durch ein Wunder blieb der Turm stehen. Dass die Kirche zu einem Symbol für das Preußentum wurde, hängt mit ihrer Entstehungsgeschichte zusammen. Unser Geschichtsheft „Preußens Glanz“ würdigt vor allen Dingen ihren Bauherren.
Dies war der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., den der Schriftsteller Wolfgang Venohr – der vielleicht wortmächtigste Verteidiger Preußens in der deutschen Nachkriegspublizistik – in einer mitreißenden Biografie als Revolutionär auf dem Thron bezeichnete.
Täuflinge aus Äthiopien
In einer Zeit höfischer Prachtentfaltung sanierte Friedrich Wilhelm I. den Haushalt und schuf gegen den Widerstand des Adels eine nur dem Staatswohl verpflichtete Verwaltung. Seine Untertanen zitterten vor seinem Krückstock – doch gleichzeitig nahm er zahlreiche Glaubensflüchtlinge aus ganz Europa auf.
Er liebte die derben Späße von Männerrunden – und blieb dabei ein zutiefst gottesfürchtiger Wohltäter, der die Leibeigenschaft auf seinen Besitzungen aufhob und die Schulpflicht einführte. Seine große Leidenschaft war der Aufbau einer Armee, die bald zu den stärksten in Europa zählte – dennoch war er kriegerischen Abenteuern abgeneigt. Besonders wichtig war ihm, dass seine Soldaten regelmäßig den Gottesdienst besuchten. Schließlich lautete eine seiner Maxime: „Wenn ich baue und verbessere das Land und mache nicht zugleich gute Christen, so hilft mir alles nichts.“
Schon am 1. Januar 1722 ließ er eine erste Garnisonkirche in Potsdam einweihen, die jedoch auf sumpfigem Grund gebaut war und deshalb abgerissen werden musste. Zurück blieb ein Carillon, eines der Glockenspiele, von denen der Soldatenkönig als Kronprinz bei Besuchen in den Niederlanden, der Heimat seiner Großmutter Luise Henriette von Oranien, beeindruckt war. Ein solches wollte er in Potsdam erklingen lassen!
Mit dem zweiten Bau, eingeweiht am 17. August 1732, beauftragte er den Architekten Philipp Gerlach. Zu den ersten Täuflingen zählten sieben Äthiopier, die als Querpfeifer in der Königlichen Garde dienten. Der außergewöhnliche Monarch hatte Respekt vor dem Glaubensbekenntnis anderer Konfessionen.
So ließ er in Potsdam eine katholische Kirche für flämische Arbeiter einer Gewehrfabrik sowie eine Moskowitische Kirche für Soldaten russisch-orthodoxen Glaubens errichten, die ihm sein Freund, der russische Zar Peter der Große, vermittelt hatte. Bei ihnen handelte es sich um die berühmten „Langen Kerls“ seines Garderegiments – großgewachsene Männer, die der preußische König in ganz Europa anwerben ließ. Um auch nach seinem Tod von Soldaten umgeben zu sein, ließ Friedrich Wilhelm I. in der Garnisonkirche eine Gruft anlegen. Durch diesen Entschluss wurde das Gotteshaus zur Grablege der Hohenzollern – der russische Zar Alexander I. und Napoleon verweilten hier vor dem Sarg Friedrichs des Großen.
Es konnte nicht ausbleiben, dass die Feinde des norddeutschen Reformstaates die Kirche zur „Walhalla des preußischen Absolutismus“ erklärten und ein politisch aufgeladenes Symbol aus ihr machten. Dieser voreingenommene Blick ließ sich durch nichts trüben. Dabei hatte hier am 31. Oktober 1817 der erste gemeinsame Gottesdienst von Reformierten und Lutheranern stattgefunden – ein kirchengeschichtlicher Meilenstein, ohne den die heutige evangelische Kirche nicht denkbar wäre.
Ungebrochener Mythos
In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hauchten Christen in Potsdam der Ruine schnell wieder Leben ein und feierten im kreuzförmigen Raum des Erdgeschosses des Turms, der nun Heilig-Kreuz-Kapelle hieß, ihre Gottesdienste. War es Maos Kulturrevolution mit ihrer Vernichtung historischen Erbes, die DDR-Staatschef Walter Ulbricht Ende der 1960er Jahre dazu veranlasste, die Kirche sprengen zu lassen? Manche Historiker vermuten dies.
Im Mai und Juni 1968 wurden erst die Paulinerkirche in Leipzig und dann die Garnisonkirche in Potsdam von den Dynamitkommandos der Kommunisten in Schutt und Asche gelegt – Akte der Barbarei gegen zwei der bedeutendsten Sakralbauten des deutschen Protestantismus, die an das Wüten der Terrormiliz IS gegen die Ruinen von Palmyra erinnern. Selbst vor den Steinen der Garnisonkirche hatte man solche Angst, dass man sie durch eine Schuttpresse jagte.
Brunhilde Hanke, die damalige SED-Oberbürgermeisterin Potsdams, zeigte später tiefe Betroffenheit über die Sprengung – sie blieb der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung fern, in der der Abriss beschlossen wurde.
Doch selbst als die Trümmer zu Staub gerieben waren, blieb der Mythos lebendig. Die von Soldaten der Bundeswehr gegründete Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel ließ ab 1984 in der Winkelmann-Kaserne des Fallschirmjägerbataillons 271 in Iserlohn eine originalgetreue Kopie des Carillons erstellen.
Wir sehen: Preußen war und ist nicht unterzukriegen!
Unsere neuen Gedenkmünzen:
Friedrich der Große, der Leuchtstern und Retter Preußens!
General Blücher, auch „Marschall Vorwärts“ genannt, der Sieger über Napoleon!
Königin Luise, der Zauber Preußens!
Völkerschlacht, als Preußen und Russen gemeinsam siegten!Unser Silberbonus – nur für kurze Zeit:
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Diese Kopien konnte nach der Wende 1991, anlässlich der 1.000-Jahr-Feier Potsdams, auf dem Plantagenplatz eine neue Bleibe finden. Da hatte das Projekt einer Rekonstruktion des Kirchturms längst zu einem kommunalpolitischen Krieg geführt.
Antifa-Stinkbomben
Die PDS, die in den 1990er Jahren zur stärksten Kraft in Potsdam aufstieg, sträubte sich hartnäckig gegen Wiederaufbaupläne. Es ist eine bittere Wahrheit, dass Walter Ulbricht hier einen letzten Sieg feierte, denn die SED-Nachfolgepartei war in der brandenburgischen Hauptstadt von Vertretern der alten Nomenklatura geprägt.
Selbst SPD-Oberbürgermeister Horst Gramlich wagte es nicht, den Wiederaufbau in der Stadtverordnetenversammlung zur Debatte zu stellen. Den roten Seilschaften wäre es wohl gelungen, das Projekt im Keim zu ersticken, wenn nicht Wolfgang Huber, der altgediente Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, 2004 unter dem Motto „Ruf aus Potsdam“ eine Allianz der Aufbaubefürworter geschmiedet hätte. Mächtige Unterstützer wie der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) oder der frühere Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) brachten das nötige politische Gewicht, um 2005 die Grundsteinlegung zu ermöglichen.
Doch es folgte ein weiterer kommunalpolitischer Stellungskrieg, der über ein Dutzend Jahre andauerte. Der gordische Knoten wurde 2015 von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) durchschlagen – um den Preis eines Kompromisses: Das 1971 errichtete Rechenzentrum im DDR-Plattenbaustil, das den Platz des Kirchenschiffs einnahm, wurde zu einem Kunst- und Kreativhaus für die linksalternative Szene umgewidmet.
Im Gegenzug begann der Wiederaufbau des Kirchturms, während die Rekonstruktion des Schiffs späteren Generationen vorbehalten bleibt. Der Feiergottesdienst zur Grundsteinlegung wurde von Antifa-Gruppen gestört, die die Pastorin als „Nazischlampe“ beschimpften, das Vaterunser niederbrüllten und Stinkbomben warfen. Die Helden des Schwarzen Blocks können froh sein, dass die Zeiten des Soldatenkönigs vorbei sind, denn der hätte seinen Krückstock sprechen lassen.
Der Turm der Garnisonkirche wurde im November 2023 vollendet und eingeweiht, ein Meilenstein für Potsdam. Nach Angaben der Stiftung Garnisonkirche Potsdam ist er mit etwa 2,5 Millionen Steinen das höchste seit 200 Jahren in Europa errichtete Ziegelbauwerk. Dieses Werk zeugt von der Kraft des Glaubens und der Ausdauer seiner Befürworter.
Der Mythos der Garnisonkirche lebt weiter – als Symbol für Preußens Erbe, aber auch für die Fähigkeit, Geschichte zu bewahren und zu erneuern. Der Wiederaufbau mehr als ein architektonisches Projekt; er ist ein Akt der kulturellen und historischen Selbstbehauptung. Die Kirche steht nicht nur für die preußische Geschichte, sondern auch für die Werte von Toleranz, Bildung und Glauben, die Friedrich Wilhelm I. vertrat.
Die Kontroversen um den Wiederaufbau verdeutlichen die Schwierigkeiten, mit denen Deutschland ringt, wenn es um die eigene Geschichte geht. Die Garnisonkirche wurde von ihren oft hasserfüllten Gegnern als Symbol eines vermeintlich rückwärtsgewandten Preußentums verteufelt, während ihre Befürworter in ihr ein Zeichen für die kulturelle Kontinuität und die Versöhnung mit der Vergangenheit sahen.
Während das Kirchenschiff weiterhin fehlt, steht der Turm als Mahnmal und Hoffnungsträger zugleich. Er erinnert daran, dass Geschichte nicht ausgelöscht werden kann. So steht der Turm heute für Preußens Erbe, aber auch für die Kraft der Gemeinschaft, die sich für die Bewahrung ihres kulturellen Erbes einsetzt.
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