Der Stuttgarter Sportwagenhersteller taumelt. Bis zu 4.000 weitere Stellen stehen bei Porsche auf der Kippe. Ende Juli soll das Sparpaket vorgestellt werden. Wie Berlin die Deindustrialisierung vorantreibt, zeigen wir in unserer Ausgabe mit dem Titelthema «Und tschüss!». Der Fahrplan zur Kanzlerdämmerung! Hier mehr erfahren.

    Deutschlands Wirtschaft im Sinkflug! Porsche ist nur das jüngste Opfer einer Krise, die unseren Automobilstandort seit Jahren im Würgegriff hält. Explodierende Energiekosten, überbordende Steuerlast und eine absurde Regulierungsbürden machen die einst stolzen Hersteller auf dem Weltmarkt immer weniger konkurrenzfähig. Hinzu kommen US-Präsident Trumps Zölle und der wachsende Druck chinesischer Hersteller, die Porsche auf seinem wichtigsten Wachstumsmarkt zunehmend verdrängen.

    Das operative Ergebnis und die Gewinnmarge sind zuletzt erheblich zurückgegangen. Bereits im Februar 2025 hatte Porsche 1.900 Stellen gestrichen, dazu kamen 2.000 nicht verlängerte befristete Verträge. Vorstandschef Michael Leiters will das Unternehmen nun noch tiefer sanieren. Porsche wollte die Pläne offiziell bislang nicht bestätigen.

    Weissach am Abgrund

    Am härtesten trifft es den Entwicklungsstandort Weissach, das Herzstück der Porsche-Ingenieurskunst. Rund 30 Prozent der dortigen Kapazitäten sollen auf den Prüfstand kommen. Ein Porsche-Sprecher verwies auf ein «umfassendes Zukunftspaket», das bis Ende Juli vorgestellt werden soll. Vorstandschef Michael Leiters hat bereits den Vorstand verkleinert. Nun soll die Ebene der Direktoren und Bereichsleiter folgen und ebenfalls abgebaut werden. Auch im Verkauf kommt es zu tiefgreifenden Veränderungen: Matthias Becker reduziert die Zahl der Regionen von fünf auf drei. Deutschland und Europa sollen künftig zusammengeführt werden, die Region «Übersee und Wachstumsmärkte» verliert ihre Eigenständigkeit. Auf der virtuellen Hauptversammlung am 23. Juni brachte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka die Stimmung der Aktionäre auf den Punkt:

    «Wir Aktionäre blicken heute auf Porsche und sehen einen Scherbenhaufen.»

    Parallel schloss Porsche im Mai drei Tochterfirmen: die Batteriezellenfirma Cellforce Group in Kirchentellinsfurt, die Porsche eBike Performance GmbH sowie die Cetitec GmbH in Pforzheim. Über 500 Beschäftigte verloren damit ihre Stellen. Die Mitarbeiterprämie für das Geschäftsjahr 2025 fällt auch ins Wasser.

    Der Kanzler versagt auf ganzer Linie. In unserer Ausgabe «Und tschüss!» hießt es:

    «Friedrich Merz eine historische Figur – im negativen Sinne. Kein Kanzler in der Geschichte der Bundesrepublik hatte schlechtere Zustimmungswerte, keine Regierung wurde so negativ betrachtet wie seine – und zwar auf allen Politikfeldern. Der Niedergang des Sauerländers hatte sich schon früh abgezeichnet, nämlich im August letzten Jahres, 100 Tage nach seinem Amtsantritt.»

    Der Verband der Automobilindustrie (VDA), die Interessenvertretung der deutschen Autohersteller und Zulieferer, schlägt Alarm. «Die mittelständischen Zulieferer ersticken geradezu in Bürokratie, in immer mehr Vorschriften und Auflagen», sagte Vorständin Isabelle Kirschbaum-Rupf noch im Juni auf dem VDA-Mittelstandstag. Die Produktionszahlen sprechen eine klare Sprache: In den ersten sechs Monaten 2026 wurden in Deutschland 15 Prozent weniger Pkw gebaut als noch 2019.

    Der China-Schock

    Porsches Problem hat einen Namen: China. Einst das Kronjuwel des Konzerns, hat sich der weltgrößte Automarkt zum Sorgenkind entwickelt. 2025 verkaufte Porsche nur noch 41.938 Fahrzeuge in China, ein Minus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2021 waren es noch fast 95.700. Fast 60 Prozent unter dem Höchststand, vier Rückgänge in Folge. Auch im ersten Quartal 2026 setzte sich der Absturz fort: minus 21 Prozent. Rund jeder dritte Porsche-Händler in China soll demnächst schließen. Bloomberg fasst es treffend zusammen: «China, einst das Kronjuwel des Autobauers, hat sich für Porsche zum Sorgenkind entwickelt.» Heimische Hersteller wie BYD, Xiaomi und Huawei verdrängen die Stuttgarter mit günstigeren, technisch vergleichbaren Modellen.

    Hinzu kommen Trumps US-Zölle und die Deglobalisierung, die einst verlässliche internationale Lieferketten zerbrechen lässt. Das operative Ergebnis brach im dritten Quartal 2025 auf 40 Millionen Euro ein, verglichen mit vier Milliarden Euro im Vorjahr. Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer bringt es auf den Punkt: «Wer nicht in China ist, ist nicht im Autogeschäft.» Porsche ist in China. Und verliert trotzdem.

    Damit es wieder aufwärtsgeht, muss die Regierung weg! Die Ausgabe von COMPACT mit dem Titelthema «Und tschüss!» können Sie hier bestellen.

    Kommentare sind deaktiviert.