Weil Petr Bystron seine Nein-Stimme bei der Kanzlerwahl am Mittwoch öffentlich machte, brummte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble dem AfD-Abgeordneten ein Ordnungsgeld auf. Bystron reagiert mit einer entlarvenden Kampagne.

    Weil er sich der Transparenz seinen Wählern gegenüber verpflichtet fühle, twitterte Bystron am Mittwoch seinen Stimmzettel zur Kanzlerwahl aus der Wahlkabine, versehen mit den Worten „Nicht meine Kanzlerin“. Die Stimme blieb gültig, doch Schäuble verhängte prompt ein Ordnungsgeld in Höhe von 1.000 Euro.

    Dass er die „Würde“ des Bundestags verletzt habe, ließ dem Ex-Vorsitzenden des AfD-Landesverbandes Bayern keine Ruhe. „Wenn ich das Stichwort »Würde« höre, muss ich an die Opfer und Hinterbliebenen der Politik von Angela Merkels Regierung denken“, so Bystron am späten Mittwochabend auf Facebook.

    Und weiter:

    Es sind die Millionen Menschen – Rentner wie Familien, die mittlerweile unter der Armutsgrenze leben oder sogar auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind.

    Es sind die Opfer von Vergewaltigungen und Gewalttaten. Und es sind insbesondere Opfer von Terroranschlägen.

    Wo waren all diejenigen, denen jetzt die „Würde“ des Parlaments so wichtig ist, als es um die Würde der Opfer ging und um einen würdigen Umgang mit den Hinterbliebenen?

    Die Regierung Merkel hat für die Betroffenen zu wenig getan. Sowohl im symbolischen Umgang mit dem schrecklichen Ereignis, als auch in der Behandlung der Menschen – von den politischen Konsequenzen ganz zu schweigen.

    Das ist zutiefst unwürdig.

    Bystron beschloss, die ihm auferlegte Summe des Ordnungsgeld zu verdoppeln und an die Familien der Opfer des Terroranschlags am Breitscheidplatz zu spenden.

    Und er ruft zum Mitmachen auf. Für die Hinterbliebenen spenden können auch Sie fortan hier.

    Petr bystron
    Quelle: Facebook/ Petr Bystron

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