Mit einer Rivalin um das Amt des SPD-Bundesvorstands öffentlich debattieren? Da lehnt Kandiatin Andrea Nahles lieber ab. Weshalb sie den argumentativen Austausch scheuen könnte, zeigt ein Check ihrer Vita.

    Um den eigenen Absturz nicht zu gefährden, nominierte der Bundesvorstand der Kasperle-Partei SPD die Ex-Arbeitsministerin Andrea Nahles für den Parteivorsitz. Das will nicht jedes Mitglied so stehen lassen. Eine weitere Kandidatin für dieses Amt, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, wollte sich deshalb mit Nahles öffentlich duellieren. Aber die 47jährige soll abgelehnt haben, wie Langes Pressesprecher jetzt verriet.

    Unklug war das sicher nicht. Denn die Arbeitsministerin hat kaum Beeindruckendes aufzubieten. Sie hat keine Lehre absolviert, ihr Studium vergeigt und nie gearbeitet – aber die Strafmaßnahmen für Hartz-Empfänger in brutaler Weise verschärft. Andrea Nahles ist ein Apparatschik, wie er im Buche steht. Einen Eindruck von ihrer Loser-Vita bietet der Artikel Die Trümmerfrau in der aktuellen COMPACT 4/2018. Es folgt ein Auszug:

    Sie soll die erste Frau in der 155-jährigen Ge­schichte der SPD werden, die den Vorsitz übernimmt. Einer fragt sie: Was können Sie besser als Ihr Vor­gänger? Für eine, zwei, drei, vier, fünf Sekunden steht sie schweigend da, die Obergenossin. Dann fällt Andrea Nahles an diesem 8. Februar 2018 doch noch eine Antwort ein: «Stricken!» Mit dem Lei­chentuch der traditionsreichen, aber verblichenen Arbeiterpartei könnte sie anfangen.

    Die 47-Jährige ist nach dem unrühmlichen Ab­gang ihres Vorgängers und Kanzlerkandidaten zum Gesicht der GroKo-Umfaller geworden. Auf dem Sonderparteitag in Bonn am 21. Januar «hielt Nah­les die Rede, die Schulz hätte halten müssen», so das Handelsblatt. Fünf Monate zuvor hatte sie noch großspurig angekündigt, der Merkel-Regierung «in die Fresse» hauen zu wollen.

    Wenige Tage später, nach ihrer Aufstellung als SPD-Vorsitzende, fielen die Sozialdemokraten in Umfragen erstmals hinter die AfD zurück. Als am 4. März feststand, dass die SPD-Basis Nahles in eine dritte GroKo folgen will, wendeten sich selbst Cham­pagner-Sozen wie Jakob Augstein angewidert ab: «Regieren bis zum Tod», twitterte der Spiegel-Erbe.

    Nahles kam 1970 als Tochter eines Maurermeis­ters in der rheinland-pfälzischen Provinz zur Welt. 1988 trat sie in die SPD ein. Als Berufswunsch gab sie kurz darauf an: «Hausfrau oder Bundeskanzlerin».Mit der Hausfrau nahm sie es aber nicht allzu ernst – die Politkarriere lockte. Ihre Tochter bekam sie erst mit 41. Früher wollte sie nicht, denn «dann wäre ich nicht Generalsekretärin geworden», räum­te sie einmal freimütig ein.

    Parallel zu ihrem plan­mäßigen Parteiaufstieg vergeigte Nahles 20 Semes­ter Germanistik- und Politikstudium. Der Titel ihrer Magisterarbeit: «Funktion von Katastrophen im Se­rien-Liebesroman».

    Den Dolch im Gewande

    Für gleich drei SPD-Spitzenpolitiker sollte Nah­les selbst zur Katastrophe werden. Bereits im Alter von 25 Jahren erwarb sie sich den Ruf einer Königs­mörderin. Als Juso-Chefin sorgte sie 1995 auf dem Mannheimer Parteitag dafür, dass die Parteijugend nicht für die Wiederwahl des Parteivorsitzenden Ru­dolf Scharping stimmte.

    «Genosse trocken Brot», so dessen Kosename, verlor tatsächlich gegen Oskar Lafontaine, der seinen Hut erst in der Nacht zuvor in den Ring geworfen hatte – bis dahin ein historisch einmaliger Vorgang in der SPD. Kein Wunder, dass der Saarländer Nahles als «Gottesgeschenk» feierte.

    1998 surfte die junge Genossin dann auf der Ger­hard-Schröder-Welle in den Bundestag. Im Gegen­satz zur rot-grünen Regierung wurde sie vier Jahre später aber nicht wiedergewählt. Erst 2005 gelang ihr der erneute Einzug ins Parlament. Im selben Jahr fand der zweite Königsmord statt. In einer Kampf­abstimmung um die Nominierung zum Generalse­kretär biss Nahles im Parteivorstand Kajo Wasser­hövel weg, den Wunschkandidaten von Parteichef Franz Müntefering.

    Der schmiss daraufhin die Bro­cken hin. Der Aufruhr zwang Nahles dann ebenfalls zum Rückzug. 2009 übernahm sie schließlich doch noch das begehrte Amt. Der Zuspruch auf dem Par­teitag fiel mit 69,6 Prozent recht bescheiden aus. Als Generalsekretärin unterstand sie in den nächs­ten vier Jahren Parteichef Sigmar Gabriel, der ihr öf­ter einschenkte.

    In diesem Frühjahr nahm sie Rache: Sie sorgte mit dafür, dass der Niedersachse nicht wie­der Außenminister werden konnte, obwohl er in der Bevölkerung weit höhere Zustimmungsraten hat als sie selbst. «Die Mitglieder der SPD haben die Faxen dicke von den ewigen Personaldebatten», kofferte sie, nachdem ihr Intimfeind für sich geworben hatte.

    Ministerin für Arbeit – und Asoziales

    Als Arbeitsministerin in der letzten Legislatur­periode glich ihre Fürsorglichkeit der eines Kurpfu­schers, der einem das Messer im Rücken einen Zen­timeter rauszieht, das er selbst reingestochen hat. Beispiel Leiharbeit: Die sei «in guter Absicht» durch­gesetzt worden, schreibt Nahles in ihrem 2009 er­schienenen Buch Frau, gläubig, links.

    2016 brachte sie ein Gesetz auf den Weg, wonach die prekär Be­schäftigten nach neun Monaten in derselben Firma Anspruch auf den gleichen Lohn wie die Stammbe­legschaft erhalten. Ein Tropfen auf den heißen Stein: 77 Prozent der Leiharbeiter waren 2015 kürzer als neun Monate in einem Unternehmen beschäftigt. (…)

    Ende des Auszugs. Lesen sie den kompletten Artikel und weitere Artikel zum Thema (Lachnummer SPD –
    Volkspartei wird Kasperbude
    oder «Es wird Massenaustritte geben» – Interview mit Guido Reil) in der aktuellen COMPACT 4/2018. Oder beginnen Sie mit dieser Ausgabe Ihr Abo. Klicken Sie dazu auf das untere Bild:

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