Mühlacker: Syrer postet auf Facebook nach Ehrenmord ‚Beweisvideo‘ für die Familie

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Schier unfassbar ist das Video eines blutüberströmten Mannes und seines Sohnes, das er kurz nachdem er am Freitag seine Frau abgestochen hatte, auf Facebook teilte. Am hellichten Tag. Mitten in Deutschland.

In Mühlacker, im Nordwesten Baden-Württembergs, tötete ein 41-jähriger Syrer am Freitagnachmittag seine 37-jährige syrische Ehefrau in der Wohnung. Mit blutüberströmten Händen filmte er sich kurz danach und stellte das Video auf Facebook ein. Ein YouTuber hat das Video ins Deutsche übersetzt. Demnach sagt der Mann an einen Onkel gerichtet, dieser solle das Video speichern und „an die Familie schicken“. (Video im Fenster oben)

Unnötig zu erwähnen, dass dieses Wahnsinns-Delikt für Tagesschau und Co. offenbar keine überregionale Bedeutung hat…

Offenbar lebte die Frau von dem Mann getrennt und weigerte sich, ihm einen gemeinsamen Sohn mitzugeben. Daraufhin habe er sie erstochen, gesteht er stolz. „Ich habe sie vier Mal mit dem Messer in den Hals gestochen. Guck, meine Hand.“ Der circa zehnjährige Sohn steht neben seinem Vater und bekräftigt offenbar seinen Onkel, das Passierte zu verbreiten: „Ruf alle an!“ Und: „Ich schwöre, sie hat mir gesagt, dass sie eine Schlampe war.“

„Ich bin kein Killer“, soll der Mann später sagen. Und: „Das ist eine Nachricht an alle syrischen Frauen. Das ist euer Ende.“

Nach fünf Minuten verlässt er die Wohnung. Als ein Nachbar oder ein Passant ihn fragt, was er mache, sagt er in die Kamera: „Der Deutsche ist sauer auf uns.“

„Die Polizei verfolgt mich. Ich habe keine Angst.“ Während beide durch die Nachbarschaft gehen, hört man Sirenen. „Komm, wir spielen ein bisschen mit der Polizei“, sagt er zu seinem Sohn.

Am Bahnhofsvorplatz soll der Mann gestellt und überwältigt worden sein. Im Video nicht zu sehen: In der Wohnung befanden sich anscheinend noch weitere Kinder. Staatsanwalt Dr. Bernhard Ebinger:

Die minderjährige in der Wohnung verbliebene Tochter verständigte die Polizei gegen 16.30 Uhr von der Tat. Ein Großaufgebot der Polizei fahndete nach dem flüchtigen Täter und konnte ihn kurze Zeit später in Mühlacker festnehmen.“

„Die Kinder werden nun vom Jugendamt betreut“, erklärte eine Sprecherin der Polizei gegenüber der Pforzheimer Zeitung, deren Übersetzung mit der des YouTube-Videos in etwa übereinstimmt.

Nur einen Tag später, am Samstag, kam es im 140 Kilometer entfernten Laupheim ebenfalls zu einem versuchten Ehrenmord. „Als Motiv für die Tat wird eine vermeintliche Beziehung des Opfers zu einem Mann aus der benachbarten Stadt Biberach vermutet“, heißt es auf der tz. „Nach Informationen von bild.de soll der Bruder der 17-jährigen Alaa ihr ein Messer in die Brust gerammt und beide Mundwinkel aufgeschlitzt haben.“

Ein Ende der archaischen Gewalt ist nicht abzusehen. Denn der Familiennachzug läuft bereits auf Hochtouren. Asylberechtigte Ausländer und Flüchtlinge gemäß der Genfer Konvention genießen Anrecht auf privilegierten Familiennachzug. „Das bedeutet, weder ein Nachweis von Lebensunterhaltssicherung und ausreichendem Wohnraum noch rudimentäre Sprachkenntnisse sind als Voraussetzung für die Einreise der Familienmitglieder notwendig“, heißt es in der aktuellen COMPACT. „Besonders brisant: Nachziehenden Angehörige müssen auch keinen eigenen Asylantrag stellen. In den offiziellen Asylzahlen (2016: 280.000 Neubewerber; 2017: 186.000 Neubewerber) tauchen sie daher auch nicht auf.“

Warum die Endlosdebatte um den Familiennachzug für subsidiär Geschützte eine Nebelkerze ist und wie viele Menschen über den Familiennachzug längst nach Deutschland gelangen, lesen Sie in COMPACT.

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Über den Autor

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Max Z. Kowalsky, Jahrgang 1979, bestreitet sein Dasein als Privatdozent im schönen Genf. Seit 2015 schreibt der studierte Slavist für COMPACT.

 

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