Staatsempfang für einen IS-Terroristen? Das wird am Montag traurige Realität in der Bundesrepublik. Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rollen dem syrischen Machthaber al-Schaara in Berlin den roten Teppich aus. Proteste sind angekündigt. Alle Hintergrunde zum Nahost-Konflikt und seinen komplizierten Verstrickungen finden sich in unserer Ausgabe mit dem Titelthema „Der Brandstifter – Wie Netanjahu die Welt anzündet“. Das sollten Sie nicht verpassen. Hier mehr erfahren.
Rückblick ins Jahr 2017: Bis zu 10 Millionen Euro Kopfgeld loben die USA für die Ergreifung eines gewissen Mohammed al-Scholani aus, einem der gefährlichsten Terroristen Syriens, der den lokalen al-Kaida-Ableger mitgegründet und später zu den Kopfabschneider-Barbaren des Islamistischen Staates (IS) gewechselt ist. Mehr als ein Jahrzehnt später haben die Amerikaner den Fahndungsaufruf zurückgezogen und der Gesuchte nennt sich al-Schaara, konnte durch den Anti-Assad-Putsch Ende 2024 mit seiner neuen Miliz Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS) zum (wenn auch nicht gewählten) Staatschef Syriens aufsteigen.

Und während in Syrien der Terror gegen Minderheiten, etwa gegen Alawiten, aber auch die Kämpfe zwischen staatlichen Milizen und kurdischen Einheiten, andauern, ist al-Schaara nun ein gerngesehener Gast der westlichen Politiker. Seine Verbrechen scheinen vergessen zu sein – in einem Land, wo die falsche Parteimitgliedschaft noch Jahrzehnte später politische Karrieren zerstören kann, reichen ein paar Jahre aus, um die führende Rolle in einer mörderischen Terrororganisation vergessen zu machen, die in Syrien und dem Irak eine – in jüngerer Vergangenheit – beispiellose Schreckensherrschaft errichtet hatte.
Staatsempfang zeigt Doppelmoral
Gerade die Mainstreammedien der Bundesrepublik werden nicht müde, mit dem Zeigefinger auf angebliche Menschenrechtsverstöße im Ausland hinzuweisen oder das Völkerrecht heranzuziehen, wenn es gegen die üblichen Gegner des westlichen Apparats geht. Vor dem Besuch von al-Schaara sind diese Postillen jedoch erstaunlich still. Und das, obwohl breite Proteste geplant sind: Unter dem Motto „Haftbefehl statt roter Teppich“ werden tausende Demonstranten, zumeist Anhänger der syrischen Bevölkerungstruppen, die ganz akut vom islamistischen Terror betroffen sind, erwartet.
Theoretisch müsste auch der Generalbundesanwalt nicht untätig bleiben, im Vorfeld des Besuches wurden mehrere Strafanzeigen gegen al-Scholani erstattet, bei dem ihm konkrete Verbrechen vorgeworfen werden. Doch in einem Land, das sich international damit brüstet, den legitimen russischen Präsidenten Wladimir Putin verhaften zu wollen, wenn dieser deutschen Boden betritt, landet ein IS-Terrorist, der sich heute etwas moderater gibt, um von Israel und den USA als lokaler Partner im Nahen Osten akzeptiert zu werden, neben Friedrich Merz im Bundeskanzleramt. Statt im Hochsicherheitsgefängnis.
Eine ganze Region steht in Flammen: In unserer Ausgabe mit dem Titelthema „Der Brandstifter – Wie Netanjahu die Welt anzündet“ finden Sie wichtige Hintergründe zu Israels desaströser Nahost-Politik, die der Mainstream bewusst verschweigt. Hier mehr erfahren.





