Melania Trump spricht im Weißen Haus über Jeffrey Epstein und überrascht damit alle. Warum gerade jetzt, mitten im Iran-Konflikt? Und warum wusste Donald Trump angeblich nichts von der Rede? Die Epstein-Debatte ist zurück. In unserer  März-Ausgabe mit dem Titelthema „Das System Epstein“ durchleuchten wir den Sumpf – und nennen die Täter und Hintermänner beim Namen. Hier mehr erfahren.

    Gestern hielt die First Lady Melania Trump im Weißen Haus eine für viele überraschende  Rede. Sie distanzierte sich deutlich von den Gerüchten, wonach sie mit Jeffrey Epstein engen Kontakt gehabt haben soll. „Ich war nie mit Epstein befreundet. Donald und ich wurden von Zeit zu Zeit zu denselben Partys wie Epstein eingeladen, da sich in New York City die gesellschaftlichen Kreise überschneiden“, erklärte sie wörtlich.

    „Ich hatte keine Beziehung mit Epstein“ titelte der Telegraph. Foto: X

    Melania Trump sagte außerdem, sie habe ihren Ehemann 1998 zufällig auf einer Party in New York City kennengelernt; eine Begegnung, die sie ausführlich in ihrem Buch „Melania“ dokumentiert hat. Das erste Mal sei sie Epstein im Jahr 2000 bei einer gemeinsamen Veranstaltung begegnet. Zu diesem Zeitpunkt habe sie nichts von seinen kriminellen Aktivitäten gewusst. Sie warnte vor „zahlreichen gefälschten Bildern und Aussagen“ in den sozialen Medien und mahnte: „Seien Sie vorsichtig, was Sie glauben.“

    COMPACT bleibt am Ball:  Warum tritt Melania Trump an die Öffentlichkeit? Was hat sie zu ihrem Statement getrieben? Das erfahren Sie im heutigen Brennpunkt von COMPACT-TV um 20 Uhr. Am besten, Sie abonnieren gleich unseren Youtube-Kanal und aktivieren die Glocke, um keine Sendung mehr zu verpassen. 

    Zusätzlich forderte sie öffentliche Kongress-Anhörungen für die Epstein-Opfer. Jeder Betroffene solle die Möglichkeit erhalten, unter Eid auszusagen, damit die Aussagen ins Congressional Record aufgenommen werden könnten. Es stellt sich die Frage: Warum äußert sie sich ausgerechnet jetzt? Liegt der Fokus der Öffentlichkeit derzeit nicht vielmehr auf dem Krieg im Iran? Und war die Debatte um die sogenannten Epstein-Files nicht bereits weitgehend aus dem medialen Zentrum verschwunden und kam ihr das nicht entgegen?

    Die Affäre um Jeffrey Epstein gehört zu den abstoßendsten und zugleich komplexesten Skandalen, die die Weltöffentlichkeit in Atem halten. Epstein, ein wohlhabender Finanzier mit weitreichenden Kontakten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hatte ein riesiges Netzwerk zur sexuellen Ausbeutung minderjähriger Mädchen betrieben. Nach seiner Festnahme im Jahr 2019 starb er unter ungeklärten Umständen in einer Gefängniszelle in New York. Der Fall sorgte weltweit für Aufsehen, nicht zuletzt wegen der zahlreichen prominenten Persönlichkeiten, die mit ihm durch die Epstein-Files in Verbindung gebracht wurden. Auch Donald Trump hatte in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren Kontakt zu Epstein, betonte jedoch später, sich von ihm distanziert zu haben.

    Warum gerade jetzt?

    Der Zeitpunkt des Auftritts der First Lady wirkt dabei besonders bemerkenswert. Denn aktuell entsteht der Eindruck, dass Trump die Lage nicht mehr im Griff hat. Erst vor ein paar Tagen drohte er dem Iran mit der Auslöschung und postete außerdem am Ostersonntag auf seiner Onlineplattform Truth Social: „Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben.“ Laut mehreren Berichten wusste Präsident Donald Trump im Vorfeld nichts von der jetzigen Epstein-Rede seiner Frau.

    Versucht Melania hier von ihrem Mann abzulenken, von dem es scheint, er wäre von allen guten Geistern verlassen? Oder möchte sie in erster Linie ihren Ruf schützen und ist frustriert von den Gerüchten, die kursieren? Oder möchte sie die Deutungshoheit über die Verdächtigungen in Richtung ihrer Familie behalten und leistete sich deswegen diesen Vorstoß? Die Rede hat das genaue Gegenteil dessen bewirkt, was sie vermutlich bezwecken wollte. Statt das Thema zu beenden, hat sie die Epstein-Debatte neu entfacht.

    Faktenlage

    Die Verbindung zwischen den Trumps und Epstein ist dokumentiert, lässt sich aber bislang nicht abschließend bewerten: Es existieren Fotos, die die Trumps, Epstein und Ghislaine Maxwell gemeinsam auf Partys zeigen. Zudem gab es eine E-Mail-Korrespondenz, in der Maxwell Melania als „Sweet pea“ ansprach und Melania diesen Austausch mutmaßlich ähnlich beantwortete. Melania selbst bezeichnete den Mailwechsel als „casual correspondence“.

    Wie eng waren Melania Trump und Ghislaine Maxwell wirklich verbunden? Foto: X

    Außerdem kursiert ein unbestätigtes Epstein-Zitat aus dem Buch „Entitled: The Rise and Fall of the House of York“ von Andrew Lowni. Epstein soll angeblich von einer früheren Bekanntschaft mit Melania erzählt haben:

    „Das erste Mal, als Donald mit Melania Sex hatte, war in meinem Flugzeug. Er ahnte nicht, dass ich ihm ein Jahr zuvor zuvorgekommen war, auf einer Party der Topmodels von New York von Metropolitan Models, einer der weltweit führenden Agenturen … Die Dinge wurden wild, und am Ende der Nacht landete ich fast nackt im Fond einer Limousine und ging mit Melania zur Sache.“

    Es gibt jedoch keine öffentlichen Belege dafür, dass diese Begebenheit überhaupt stattgefunden hat oder Melania von Epsteins Verbrechen wusste oder darin involviert war.

    In diesen ganzen Gestrüpp kommt ein weiterer brisanter Fall ans Licht, der direkt ins Trump-Umfeld führt. Paolo Zampolli, der Mann, der Melania 1998 Donald Trump vorgestellt haben soll, steht im Zentrum schwerer Vorwürfe seiner Ex-Partnerin Amanda Ungaro. Die ehemalige Epstein-Zeugin, die bereits mit 16 Jahren auf dessen Flugzeug war, wirft Zampolli und hochrangigen Trump-Vertrauten wie Ex-Justizministerin Pam Bondi vor, sie mit erfundenen Vorwürfen unrechtmäßig verhaftet und abgeschoben zu haben, um sie als Zeugin zum Schweigen zu bringen und einen Sorgerechtsstreit zu gewinnen. Ein Interview mit ihr soll am Wochenende in der spanischen Tageszeitung El País erscheinen. Ob Melania vielleicht auch deshalb gehandelt hat?

    Aufklärung tut not! Darum kümmern wir uns in der März-Ausgabe von COMPACT mit dem Titelthema „Das System Epstein“. Wir durchleuchten den Sumpf – und nennen die Täter und Hintermänner beim Namen. Schonungslos und ohne Tabus! Hier bestellen.

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