08.09.2012 Memmingen "Lösungen für die Welt von Morgen". Von Kai Homilius

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Eine Nachlese zu einer wirklich gelungenen Zusammenkunft in Memmingen.

Wann waren Sie das letzte Mal bei Ihrem Heilpraktiker? Lange her? Noch nie? Dann könnte sich der nächste Besuch beim Heiler in Ihrer Nähe lohnen. Immerhin besteht die Chance, auch auf eine solch außergewöhnliche Person wie Marion Loga zu treffen. Diese Frau ist sagenhaft, dabei bodenständig und bescheiden. Eben aus dem Allgäu mitten in Bayerisch-Schwaben.

Marion Loga im Hauptberuf Naturheilprakterin beschloss vor ca. drei Monaten einen Kongress zu organisieren, bei dem es um die „Lösungen für die Welt von Morgen“ gehen sollte, am besten in Memmingen, der alten freien Reichsstadt. Top-Referenten waren schnell gefunden. Aber wie mobilisiert man die Menschen, die diese Veranstaltung besuchen sollten? Marion Loga hat es geschafft. Am vergangenen Samstag war es soweit. In einer sehr persönlichen Begrüßung konnte sie den Kongress eröffnen, vor ca. 800 Besuchern. Die Stadthalle in Memmingen durfte an diesem Tage nicht mehr fassen, wegen „Sicherheitsbedenken“.

Gedankenpolizei und Empörungsbeauftragte bliesen zur Attacke

Marion Loga ist eine Frau aus dem Volk. Sie hat keine Erfahrung mit den politischen Verwicklungen in diesem Land. Weiß nix von der Gedankenpolizei und hat noch nie etwas von den Empörungsbeauftragten gehört. Das sollte ihr fast zum Verhängnis werden. Schließlich hatte man zur Jagd geblasen auf den Kongress, auf die Referenten und damit auch auf Marion Loga. Die Oberen der Stadt waren aufgescheucht und irritiert. „Ich stand ganz allein vor den Herren. Fünf gegen eine“, erzählte sie bei ihrer Eröffnung und kämpfte dabei mit den Tränen. Sie hatte sich nichts zuschulden kommen lassen außer, ihre Bürgerrechte wahrzunehmen. Sie ist eine Frau aus dem Volk, eine von uns. Dass sie dies den Stadtoberen begreiflich machen konnte, schafft wahrscheinlich auch nur wieder eine wie Marion Loga. Nach einer Stunde bangen Wartens. „Ich ließ einfach los.“, beschreibt sie ihren Zustand, kam endlich der erlösende Anruf. Ja, sie könne den Kongress stattfinden lassen. Ja, aber. Eben unter Auflagen. In die Halle durften nur die besagten ca. 800 Gäste. Die Ränge mussten geschlossen bleiben, eine „richtige“ Wachschutzfirma sollte engagiert und bezahlt werden und die Polizei war mit mehreren Leuten ständig vor Ort.

Ein friedliches und würdevolles Miteinnander – die Basis für die Lösung unserer Probleme

Einem friedlichen und sehr interessanten Treffen von Menschen aus ganz Deutschland, den Nachbarländern und sogar aus London sollte nun nix mehr im Wege stehen. Die Referenten waren top, so wie im Prospekt versprochen, und jeweils nach deren Vorträgen bildeten sich dichte Trauben um sie. Und sogar ein schwerkranker Dr. Udo Ulfkotte kam, gerade von einem Herzinfarkt halbwegs genesen. Dass er dieses Mal nicht zu Ausländerthemen sprach, sondern zur „Krisenvorsorge“ trotz oder wegen des Euros, gehörte mit zur Dramaturgie dieses friedlichen Tages. Ein gelungener Tag. Ein gewonnener und ein geschenkter dazu. Dank Marion Loga. Mit solchen Menschen können wir guten Gewissens in die Zukunft schauen und die Probleme von Morgen meistern. Es gehört auch wiederum zu Marion Loga, dass sie für die Sorgen und Befürchtungen der Stadt, ob möglicher Krawalle sogar Verständnis hatte: „Jetzt sind sie wieder alle ganz lieb zu mir!“ Eigentlich hat nur ein Grußwort des Oberbürgermeisters gefehlt. Beim nächsten Mal kommt’s, ganz bestimmt.

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