Die Zahl der Bundeswehr-Verweigerer steigt deutlich. Warum das so ist, erfahren Sie auch durch Lektüre der aktuellen COMPACT-Ausgabe. Ein Wissensvermittler in sensiblen Zeiten! Hier mehr erfahren.

    Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung hat im vergangenen Jahr einen dramatischen Sprung gemacht. Beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) wurden 3.867 Anträge gestellt – ein Plus von 72 (!) Prozent im Vergleich zu 2024. Seinerzeit waren es 2.249. Allein im Dezember 2025, parallel zur Verabschiedung des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes durch den Bundestag, gingen 371 Anträge ein.

    Keinen Bock auf fremde Kriege

    Diese Zahlen unterstreichen: Viele junge Deutsche wollen nicht in den Krieg ziehen; eine Haltung, die noch vor wenigen Jahren als absolut nachvollziehbar und zutiefst menschlich gewertet worden wäre. Jetzt aber, da die BRD-Säbel rasseln, werden plötzlich junge Krieger gesucht, die für fremde Interesse bluten wollen.

    Der Anstieg von Verweigerern kommt nicht zufällig zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundeswehr dringend Nachwuchs sucht. Derzeit werden Fragebögen an alle Volljährigen ab Geburtsjahrgang 2008 gesendet, um Eignung und Motivation für den Militärdienst zu prüfen. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, da das Grundgesetz nur für sie eine Wehrpflicht ermöglicht. Auch darüber hinaus laufen diverse Bundeswehr-Werbeaktionen.

    Sollten die Rekrutierungsziele trotz Freiwilligkeit nicht erreicht werden, könnte der Bundestag eine Bedarfswehrpflicht beschließen. Doch junge Menschen wehren sich präventiv gegen den Dienst an der Waffe und lehnen es ab, in potenzielle Kriege verwickelt zu werden. Das haben schon die Demonstrationen gegen die Einführung der Wehrpflicht unterstrichen.

    Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Henning Otte (CDU), hatte zuletzt von einem starken „Auftragsbewusstsein“ in der Truppe und gesellschaftlicher Akzeptanz getönt. Da scheint er sich geirrt zu haben. Nun appelliert er, dass die BRD-Verteidigungsbereitschaft gestärkt werden müsse und hält fest: Bis spätestens 2027 müsse entschieden werden, ob der freiwillige Ausbau der Bundeswehr von aktuell rund 180.000 auf 260.000 aktive Soldaten plus 200.000 Reservisten machbar ist oder ob die Wehrpflicht wiedereingeführt werden müsse.

    Grundgesetz, Artikel 4!

    Eine tatsächliche Zwischenbilanz zum neuen Wehrdienstmodell sei allerdings erst Mitte 2026 möglich. Die Verantwortlichen müssen jedoch bereits erkennen: Zwang schafft keine Begeisterung, sondern Widerstand. Und Artikel 4 des Grundgesetzes schützt weiterhin das Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen, unabhängig von allen Neuerungen.

    Die Wehrpflicht wurde 2011 lediglich ausgesetzt. Das Modernisierungsgesetz führt nun verpflichtende Musterungen für junge Männer und eine Wehrerfassung ein, doch die Freiwilligkeit gilt zunächst weiter. Immer mehr nutzen jedoch ihr Recht, den Kriegsdienst abzulehnen – ein Zeichen dafür, dass junge Deutsche Frieden priorisieren und keine Lust auf militärische Abenteuer haben. In sensiblen Zeiten wie diesen ist das nicht nur legitim, sondern ein Akt der Vernunft.

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