Immer mehr junge Menschen sehen ihre Perspektive im Ausland. Gleichzeitig steigen psychische Belastungen, und das Vertrauen in Leistung und das politische System schwindet. In COMPACT-Spezial „Die Altparteien“ zeigen wir, wer daran schuld ist. Hier mehr erfahren.

    Die neunte Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026 – Zukunft unter Druck“ liefert beklemmende Ergebnisse. Im Zeitraum vom 9. Januar bis 9. Februar 2026 wurde eine Befragung von 2.012 Teilnehmern im Alter von 14 bis 29 Jahren durchgeführt. Die auf dieser Basis erstellte Studie beleuchtet die aktuellen Lebensrealitäten junger Menschen. Besonders alarmierend: 41 Prozent können sich vorstellen, aus Deutschland auszuwandern. 21 Prozent hat sogar schon konkrete Pläne für eine Übersiedlung ins Ausland.

    Kilian Hampel, Co-Autor der Studie und Sozialforscher am Future of Work Lab der Universität Konstanz, erklärte dazu:

    „Die Studie unterstreicht, wie dringend junge Menschen verlässliche Perspektiven für Arbeit, Wohnen und finanzielle Sicherheit benötigen.“

    Trotz der desolaten Lage gibt die junge Generation an, weiterhin leistungsbereit zu sein und Verantwortung übernehmen zu wollen. Doch parallel dazu wächst die tiefe Skepsis, ob sich Leistung und Einsatz in diesem Land überhaupt noch lohnen, und ob das politische System diejenigen, die sich anstrengen, überhaupt noch angemessen belohnt. Kein Wunder, bei den hohen Mietkosten und den enormen Spritpreisen. Wer eine Familie in Deutschland gründen möchte, hat es mehr als schwer.

    Im digitalen Nirwana

    Psychische Probleme sind ebenfalls ein großes Thema der Jugendstudie 2026: 29 Prozent geben an, psychologische Unterstützung zu benötigen; im Jahr 2025 waren es noch 24 Prozent. Besonders stark betroffen sind junge Frauen (34 Prozent), Studenten (32 Prozent) und Erwerbslose (42 Prozent).

    15 Prozent sind tatsächlich in psychischer Behandlung. Viele scheinen sich lieber auf die KI zu verlassen und sich von ihr bei psychischen Problemen Hilfe zu holen – nämlich 15 Prozent aller Befragten. Dieses Ergebnis passt auch dazu, dass 60 Prozent süchtig nach ihrem Smartphone sind.

    Permanent online: Das Smartphone ist aus dem Alltag junger Leute nicht mehr wegzudenken.

    COMPACT-Chefredakteur Jürgen Elsässer bemerkte dazu in der neuen April-Ausgabe treffend, dass man den ganzen Tag durchs Netz wische und von einem Aufreger zum nächsten springe. Ab und zu stoße man dabei auf Meldungen, die in den alten Medien – also in gedruckten Zeitungen oder im klassischen Fernsehen – zensiert worden seien. Allerdings wisse man am Abend oft nicht mehr, was man tagsüber gelesen habe und vor allem, woher die Information stamme.

    Man verliere den Überblick, was Fake News und was echt gewesen sei. Besonders gefährdet seien dabei die sogenannten Digital Natives, die im Gegensatz zu älteren Generationen nichts anderes als die digitale Welt kannten. Wer mit ihnen unterwegs sei, beobachte, wie sie ständig am Wischen seien – egal ob im Restaurant oder im Seminar. Sie hingen an der digitalen Infusion, wie Schwerverletzte auf der Intensivstation an den Schläuchen.

    Linke Frauen, rechte Männer

    Ebenfalls sehr spannend: Die politische Entwicklung der jungen Generation. Eine deutliche Mehrheit hat der Studie zufolge nicht den Eindruck, dass Politiker die Perspektiven „einfacher Leute“ ausreichend berücksichtigten. Außerdem scheint Polarisierung angesagt zu sein, denn besonders hoch im Kurs stehen bei den Befragten die Linke und die AfD. Geht es nach Geschlecht, liegt die AfD bei den jungen Männern sogar auf dem ersten Platz.


    Auf die Frage, wen sie wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, gaben 25 Prozent der 14- bis 29-Jährigen an, der Linken ihre Stimme geben zu wollen. 2025 waren es nur 13 Prozent. Auf Platz zwei folgt die AfD mit 20 Prozent (2025: 18 Prozent), danach CDU/CSU mit 14 Prozent (2025: 16 Prozent) und die Grünen mit 13 Prozent – im Gegensatz zu 18 Prozent bei der Jugendstudie im vergangenen Jahr.

    Die SPD würden zehn Prozent der jungen Leute wählen (2025: zwölf Prozent), das BSW und die FDP jeweils fünf Prozent (2025: jeweils sechs Prozent), Volt zwei Prozent (2025: vier Prozent) und andere Parteien insgesamt sechs Prozent (2025: sieben Prozent).

    COMPACT-Spezial 43: „Die Altparteien. Wie sie uns belügen“ ist ein Nachschlagewerk über die Altparteien – wie sie alle ihre bessere Vergangenheit geschleift haben und nun an einem Tiefpunkt angelangt sind. Wer diese Ausgabe gelesen hat, wird ihnen nicht mehr auf den Leim gehen. Hier bestellen.

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