Interview: „Für manche Flüchtlinge ist ein deutsches Kind ein Lottogewinn.“

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In vielen muslimischen Ländern sind Gefühle und das Vertrauen europäischer Touristen ein brutales Geschäft. Jetzt werden auch immer mehr Fälle aus dem Inland bekannt. Die Journalistin Evelyne Kern ging selbst einem Ehebetrüger in die Finger und lebte acht Jahre in einer sunnitischen Familie in Tunesien. Die von ihr gegründete Plattform 1001Geschichte.de ist eine einzigartige Anlaufstelle für Betrogene.

COMPACT: Was ist Bezness?

Evelyn Kern: Viele orientalische Menschen, die keine Möglichkeit haben, ihr Land zu verlassen, sehen die europäische Heirat als Mittel zum Zweck. Ein angenehmes Leben durch Geld und schließlich eine Aufenthaltserlaubnis für das Land, in dem die Geldscheine auf den Bäumen zu wachsen scheinen, ist für sie das erstrebenswerteste aller Ziele. Da dieses Ziel am leichtesten durch die Vortäuschung von Liebe zu erzielen ist, werden europäische Frauen und Männer im Urlaub zu Opfern eines interkulturellen Betruges, der sich Bezness nennt. Diese Bezeichnung ist abgeleitet von dem englischen Wort Business.

COMPACT: Also sollte man sich lieber auf keinen Urlaubsflirt in Tunesien und Ägypten einlassen?

Evelyn Kern: Das ganze romantische Getue, all die Versprechen und Liebesschwüre der einheimischen Gigolos sind meist gnadenlose Berechnung. Die Schauspielkunst dieser Charmeure kennt keine Grenzen oder Tabus. Oft entsteht nach dem Urlaub eine Beziehung zu dem Mann, der spätestens nach der Eheschließung und dem Erwerb der Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis im „gelobten Land“ sein wahres Gesicht zeigt. Besonders skrupellose Nordafrikaner und Türken spielen gar solange den perfekten Ehemann, bis sie all die Ziele, die man erreichen kann, unter Dach und Fach haben. Das heißt Auto, Haus in der Heimat, deutscher Pass. Danach verändert sich der geliebte und ach so sanfte Mann, die Ehe wird zur Hölle.

Evelyn Kern betreibt die Hilfsplattform für Opfer orientalischer Ehebetrüger 1001Geschichte.de.

COMPACT: Für unser unser aktuelles Monatsheft „Die Verlockung des Fremden“ haben wir von Ihnen einen Bezness-Fall aus Deutschland erhalten.

Evelyn Kern: Wir befürchten, dass Bezness sich nun immer mehr nach Deutschland verlagert. Klar, die islamischen Urlaubsländer werden von vielen gemieden. Das Geschäft Bezness hat dort große Einbußen. Unter den Flüchtlingen hat sich aber herumgesprochen, dass es vorteilhafter ist, sich eine deutsche Frau zu suchen, als jahrelang in der Flüchtlingsunterkunft auszuharren. Ein deutsches Kind ist ein Lottogewinn, es bedeutet 18 Jahre Daueraufenthalt, ohne dass man die Frau heiraten oder gar für das Kind bezahlen muss. Im Gegenteil, weil das Kind Anspruch auf den Vater hat, wird dieser sogar noch mit unseren sozialen Leistungen versorgt. Die Leidtragenden sind die betrogenen Frauen, denen Liebe vorgegaukelt wurde, und die Kinder, die nur für den Aufenthaltsstatus gezeugt wurden.

COMPACT: Was tun deutsche Behörden?

Evelyn Kern: Leider ist es in vielen Fällen so, dass den deutschen Frauen nicht geglaubt wird, wenn sie von dem Betrug und den Gewaltausbrüchen ihrer ausländischen Männer erzählen. Diese nämlich spielen bei Jugendämtern und vor Gerichten wieder ihr altes Spiel, lügen unter Tränen und reichlicher Gestik und die arme Ehefrau steht als hysterische Lügnerin da, die ihren Mann nur loswerden will. Zu beobachten ist auch vermehrt, dass deutsche Richter vermutlich für den Ehemann entscheiden, weil sie „politisch korrekt“ dastehen wollen.

COMPACT: Warum erliegen wir der Verlockung des Fremden?

Evelyn Kern: Dass Frauen und Männer trotz Aufklärung immer wieder in die gleiche Falle tappen, liegt einfach daran, dass wir mit großartigen Werten aufwachsen. Respekt, Ehre, Mitgefühl, Vertrauen und Nächstenliebe haben bei uns einen ganz anderen Stellenwert als in islamischen Ländern. Ich habe acht Jahre lang in einer muslimisch-sunnitischen Familie in Tunesien gelebt und viel Unrecht im Namen Allahs, des Respekts und der „Ehre“ erlebt – ich weiß also wovon ich spreche und schreibe. [nachzulesen in Evelyn Kerns Buch „Sand in der Seele“)

COMPACT: Also wäre es kurzsichtig, den Opfern Naivität oder gar Dummheit vorzuwerfen?

Evelyn Kern: Die Tatsache, dass Bezness-Opfern immer wieder unterstellt wird, sie seien selbst schuld, weil sie sich trotz Warnungen mit „so einem“ eingelassen haben, ist alleine dem Vertrauen in den Mann, in den sie sich verliebt haben, geschuldet. Man darf nicht vergessen, dass Beznesser ihr Bestes geben, um die Auserwählte mit vorgetäuschter Liebe, fantastischen Lügen und exzellenter Schauspielkunst täuschen. Schon vor Jahren ergab sich bei 1001Geschichte.de aus diesen hunderten Geschichten die Bezeichnung „Amiga-Syndrom“, die inzwischen gang und gäbe auf vielen Internetseiten und bei Behörden ist. Amiga heißt: Aber meiner ist ganz anders.

COMPACT: 1001Geschichte.de ist ein Internetforum, das sie vor 14 Jahren gegründet haben.

Evelyn Kern: Unser Moderatoren-Team und viele Stamm-User, u. a. Psychologen, Juristen und Mitarbeiter von Behörden, setzen sich in unseren Foren gegen Unrecht und Verbrechen ein, bieten Hilfe und Prävention. Wir konnten in den letzten 14 Jahren schon sehr vielen Bezness-Opfern helfen und vor dem Schlimmsten bewahren.

Wir kämpfen dafür, dass Bezness als Betrug anerkannt wird. Dafür lohnt sich der Einsatz. Neben dem enormen emotionalen Schaden, den Bezness verursacht, wollen wir hier aber auch explizit auf den finanziellen Aspekt eingehen. Opfer verlieren in der Regel ihr gesamtes Hab und Gut. Zurück bleibt der totale finanzielle Ruin der Betroffenen. Nicht selten landen einige Haus-und Grundstücksbesitzer im Hartz IV-Land, aus dem nur schwer wieder herauszukommen ist.

COMPACT: Sie beschreiben auch volkswirtschaftliche Schäden.

Evelyn Kern: In meinem Buch 1001 Lüge berechne ich als Fallbeispiel die Einheirat und Einreise eines Beznessers nach Deutschland. Nach drei Jahren folgen die Trennung und Scheidung von seiner deutschen Frau und es wird eine arabische Jungfrau geheiratet und nach Deutschland geholt. Mit der werden Kinder geboren. Es wird in diesem Fall davon ausgegangen, dass die Kosten für die Beznesser-Familie vollständig vom deutschen Staat getragen werden müssen. Im Normalfall sind diese Leute gering oder gar nicht qualifiziert. Da wäre dann also die Miete inklusive Nebenkosten, der ALG-II-Regelsatz für den Haushaltsvorstand und den Ehepartner, Kindergeld für circa drei Kinder. Kosten Krankenversicherung, Kosten für Verwaltung/Fallbearbeitung und natürlich die Rentenversicherungsbeiträge für die Familie. Es kommt also leicht eine halbe Million Euro für nur eine Familie in 20 Jahren zusammen.

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COMPACT: Was hat Bezness mit dem Islam zu tun?

Evelyn Kern: Beznesser handeln nicht aus religiösen Motiven. Gänzlich lässt sich Bezness allerdings nicht vom Islam abkoppeln. Die Frau im Islam ist von jeher keine „Respektsperson“ und eine europäische Frau ist in den Augen muslimisch erzogener Männer mit ihrer, in ihren Augen freizügigen, Erziehung sowieso eine „Schlampe“. Gräbt man etwas tiefer in der Scharia, so stößt man aber auch im Koran auf Suren, die ausdrücklich erlauben, einen Ungläubigen zu belügen oder zu betrügen. Wohlgemerkt, ein „anständiger“ Moslem würde das nicht tun, ein Beznesser dagegen benutzt seine Religion als praktische Ausrede.

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