„Ich bin dann einfach losmarschiert“: Initiatorin der Hamburger „Merkel-muss-weg!“-Demo im Gespräch – Spendenaufruf!

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Was in Hamburg wirklich los war, und wie es nun weitergeht…

Der materielle Gesamtschaden, den die Antifa bei Uta Ogilvies Familie angerichtet hat, liegt bei über 50.000 Euro. Wer Uta mit Spenden aushelfen kann, möge das bitte tun! 

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Uta Ogilvie hat die drei heftigsten Wochen ihres Lebens hinter sich. Vor genau 21 Tagen gab die Hausfrau und Mutter aus einer Laune heraus den Anstoß für eine neue Protestbewegung an der Hamburger Binnenalster. Auf ihrem pinken Schild stand die einfache Botschaft „Merkel muss weg!“. Eine Woche später kamen bereits 60 Sympathisanten, dann 120 (plus 1.200 Polizisten!) und dann kam die Antifa – die sogar ihre Familie und ihre Kinder attackierte. Uta hat die Leitung der Demo mittlerweile abgegeben, das Risiko wurde Ihr einfach zu groß. Über die Entwicklungen der letzten Wochen und ihre Wünsche für die heute stattfindende Demo sprach Sie mit COMPACT-Redakteur Marc Dassen.

COMPACT: Hallo Frau Ogilvie, danke für Ihre Zeit. Ich fange mal chronologisch an. Begonnen hat alles vor etwas über zwei Wochen, wenn ich das richtig im Kopf habe…

Ogilvie: …genau drei Wochen ist es jetzt her, dass ich die Idee hatte. Da war ich mit meinem Mann beim Abendessen, und danach kam eins zum anderen. Ich habe dann noch mit einem sehr guten Freund von mir konferiert, habe ihm von meiner Idee erzählt und dann eines morgens wachte ich auf und sagte mir: Jetzt musst du raus. Das war am Montag vor drei Wochen…

COMPACT: …und da stehen dann Sie, direkt am Ufer der Hamburger Binnenalster, mit einem Schild in der Hand, auf dem die einfache aber treffende Botschaft steht: Merkel muss weg!

Ogilvie: Ja, dafür wurde ich auch viel kritisiert, weil die Botschaft so plakativ sei, aber wenn eine solche Botschaft schon auf ein Plakat kommt, warum dann nicht plakativ?

COMPACT: Klar. Mich würde jetzt wirklich nochmal interessieren: Wie kam es dazu? Was war der Auslöser?

Ogilvie: Ich bin keine „Blitzradikalisierte“, es gibt da eine gewisse Vorgeschichte. Ich schreibe seit über acht Jahren einen Blog, hauptsächlich über das Thema Energiepolitik. Und dann kommt man von Hölzchen auf Stöckchen. Energiethemen greifen in die gesamte Politik ein. Ich habe dann viele Bücher gelesen, irgendwann auch Kinder gekriegt und mir wurde immer klarer: Deutschland fährt vor die Wand, wenn es so weitergeht. Das lässt sich nicht beschönigen. Das war die Vorgeschichte, dazu kam dann der spontane Entschluss. Dabei war es nicht so, als hätte ich eine riesen Plan gehabt und das alles lange vorbereitet, sondern das passierte wirklich von einem Tag auf den Nächsten. Natürlich habe ich mich bei den Behörden zuvor noch ein bisschen informiert, gefragt, ab wie vielen Personen, man denn eine Demo anmelden muss – und dann bin ich einfach losmarschiert. Ich bin nun mal auch Hausfrau, und wenn ich nur darüber Rede, dass die Wäsche gemacht werden muss, davon macht sie sich halt nicht, man muss es einfach tun.

COMPACT: Am ersten Abend waren Sie praktisch alleine, eine Woche später hatten Sie schon rund 60 Leute neben sich. Wie kam das – und wie reagierten die Hamburger auf die Aktion?

Ogilvie: Die Dinge sind manchmal wesentlich einfacher als man so meint. Ich stand da auf dem Jungfernstieg um 20 Uhr und kam mir fast lächerlich vor. Die Reaktionen waren dann entsprechend. Viele Leute grinsen zurück, andere schauen betreten weg. Die meisten Reaktionen waren total harmlos. Manche fanden die Aktion gut, andere haben gesagt, sie mögen Frau Merkel. Das habe ich dann gesagt: Ich halt nicht, und damit wars auch ok. Tendenziell war es zunächst fast schon langweilig. Vor lauter Langeweile habe ich dann ein Selfie gemacht – das kursiert mittlerweile in allen Medien. Viel Zustimmung kam dann aus den sozialen Netzwerken und dann habe ich jemanden kennengelernt, eine Türsteher-Legende aus Hamburg, die ich auf die nächste Demo mitgenommen habe – zum Schutz. Ich glaube ich habe mit der Protestaktion so eine Art „Mini-Virus“ in der Stadt verbreitet…

COMPACT: Du sprachst ja gerade von einer zunächst ruhigen, fast langweiligen Veranstaltung. So langweilig wars dann aber doch nicht, weil selbst leiser Protest heutzutage in einer Stadt wie Hamburg doch für Aufsehen sorgt und bestimmte Leute auf den Plan ruft…

Ogilvie: Ja, absolut. Ich habe jetzt so lapidar gesagt „langweilig“, aber ich war natürlich voller Adrenalin. Erstmal ist noch nichts passiert, aber schon beim zweiten Mal wurde es dann wirklich wahnsinnig aufregend, obwohl auch da noch alles friedlich blieb. Die Reaktionen der Bürger waren durchweg zivilisiert-bürgerlich. Mit dabei war eben auch dieser bekannte Türsteher mit seinen Jungs, die alle sehr nett waren und auf die ich mich auch angewiesen fühlte – und dadurch kam ich aber glaube ich auch ganz schnell in den Fokus der Antifa. So kam dann bald eins zum anderen…

COMPACT: Ok, also die erste Veranstaltung hast du alleine geschmissen, dann eine Woche später waren es 60, nochmal eine Woche später dann gut und gerne 120 Leute. Eine beachtliche Steigerung, die auf Interesse bei den Hamburgern schließen lässt…

Ogilvie: …wobei man sagen muss, dass es bei der letzten Demo noch wesentlich mehr geworden wären, wenn die Polizei viele der Teilnehmer zur Demo vorgelassen hätte. Den Beamten will ich jetzt keinen Vorwurf machen, auch die Antifa hat viele von der Teilnahme abgehalten und sogar versucht, meinen Vater zu verprügeln…

COMPACT: Da gehen wir gleich noch einmal näher drauf ein. Zunächst mal entsteht für mich der Eindruck, dass die Antifa sich auf Dich als Zielperson eingeschossen hat, weil sie wohl unbedingt verhindern wollte, dass in Hamburg eine Keimzelle des Widerstandes entstehen kann, die der Hansestadt Pegida-ähnliche Volksproteste bescheren und für Dresdner Verhältnisse sorgen könnte. Das musste aus deren Sicht mit allen Mitteln unterbunden werden.

Ogilvie: Klar, und Hamburg ist ja quasi der Fürstensitz der Antifa. Nach G20 war mir klar, dass wir hier also das absolute Obernest der Antifa haben – und mit denen habe ich mich wohl angelegt, dabei wollte ich das gar nicht. Ich finde auch, dass sich „Merkel muss weg“ nicht gegen die Antifa richtet, aber mittlerweile ist offensichtlich alles rechts, was nicht Antifa ist. Ich frage mich wirklich, welche Protest ich denn hätte starten dürfen, ohne dabei die Antifa gegen mich zu haben?

COMPACT: Zur Auswahl stünden hier „bunte Proteste“ Pro Asyl, Pro Migration, Pro Multikulti, Pro Volksaustasuch, Refugee-Welcome-Flashmobs, genderqueere Sitzblockaden oder sonstige Pro-Merkel-Demos…

Ogilvie: Aber siehst du, wenn ich jetzt für Merkel demonstriert hätte, dann wäre es auch nicht richtig gewesen, denn die ist ja auch deren Feindbild. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich drehen und wenden konnte, wie ich wollte…

COMPACT: Ok, stimmt. Es hat einfach einen Level von Absurdität erreicht, der wohl bis dato unübertroffen ist, wie man auch gerade beim Frauenmarsch in Berlin sehen konnte, wo sich die Proteste der Antifa gegen eine Demo richteten, die von einer Kurdin angeführt wurde und auf der ganz viele Frauen sich am Podium gegen sexuelle Gewalt, Genitalverstümmelungen, Zwangsehen und ähnliches in Deutschland ausgesprochen haben. 

Ogilvie: Und das ist genau was ich meine. Jetzt werden auch schon Proteste gegen Gewalt gegen Frauen als „rechts“ bezeichnet. Ab sofort ist also wirklich alles rechts, leben ist rechts, atmen ist rechts. Was ich durch meine vielen Erfahrungen mit Journalisten in der letzten Zeit gelernt habe, ist, dass wir uns immer noch viel zu viele Gedanken darüber machen, bloß nicht in die rechte Ecke gestellt zu werden. Davon muss man sich frei machen, und ich kann nur wirklich jedem davon abraten, sich damit zu sehr zu beschäftigen, denn sonst geht man dieser linken Semantik immer wieder voll auf den Leim. Macht euch endlich frei von diesem Gefängnis, das ihr euch selber baut, und fangt an zu überlegen, wie wir dieses Land wieder auf Vordermann bringen können.

COMPACT: Volle Zustimmung von meiner Seite. Aber zurück zur dritten Demo: Da waren dann schon knapp 120 Teilnehmer da – und etwa 1.200 Polizisten. Da habe ich mit den Ohren geschlackert. Was war da los?

Ogilvie: Ich kann es immer noch nicht fassen, dass eine Hausfrau vom Land mit einem rosa Schild die halbe Hamburger Innenstadt lahmlegen konnte. Und das einfach nur, weil sie sagt: „Merkel muss weg“. Das ist einfach unfassbar.

COMPACT: Und das sagt ja auch schon so viel über den Zustand unseres Landes…

Ogilvie: Ja, ich werde wahrscheinlich den Rest meines Lebens nicht darüber hinwegkommen. Dass man den Gegenprotest der Antifa überhaupt erlaubt hat, empfand ich als grob fahrlässig, da man die Bilder von G20 ja noch in guter Erinnerung hatte. Als ich bei der Polizei nachfragte, wurde auf die Grundrechte verwiesen und fertig. Ich fand das richtig naiv, zu glauben dass das gut gehen würde. Die Antifa hat dann richtig mit Gewalt gedroht: „Wir kommen mit 3.000 Mann und machen die fertig“, hieß es. Die Polizei wusste das auch, hat es aber laufen lassen.

COMPACT: Wie die Teilnehmer Deiner Demo dann behandelt wurden, haben wir eben schon kurz angesprochen. Bald flogen auch Steine, wie ich gehört habe. Doch da machte die Antifa nicht halt. Auch dein Privathaus und deine Familie wurden bedroht. Was ist genau passiert?

Ogilvie: Ich hatte zunächst mal aus Sicherheitsgründen eine Auskunftssperre rausgegeben, damit meine Anschrift nicht publik werden würde, doch es ist wirklich schwierig in diesem Land, sich selbst zu schützen. Jedenfalls wurde meine Adresse dann doch bekannt und dann gab es ich in der Nacht von Sonntag auf Montag (letzte Woche) einen lauten Knall. Ich selbst schlief tief und fest, auch weil ich die ganzen Nächte davor so lange wach war. Jedenfalls hörte mein Mann den Krach, ging durchs Haus und sah in alle Zimmer, doch ausgerechnet nicht in das Kinderzimmer, wo unsere Kinder schliefen. Er wollte sie nicht wecken.

Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass nicht nur die Reifen unserer Autos aufgeschlitzt und unser Haus mit Farbe und dem Schriftzug „Heute knallts“ beschmiert wurden, sondern auch ein Glas mit Farbe durch die Scheibe ins Kinderzimmer geworfen worden war. Dass dabei nichts Schlimmeres passiert ist, war pures Glück. Mein sechsjähriger Sohn hat das alles voll mitgekriegt, als es etwa um drei Uhr nachts losging. Der hat sich die Decke über den Kopf gezogen und hatte am nächste Tag richtig Angst aufzustehen, auch weil überall noch die Scherben lagen. Da musste ich richtig Aufbauarbeit leisten. Zum Glück ist er eine Kämpfernatur und schon ein richtiger kleiner Mann, aber dem viel das nicht leicht.

COMPACT: Ohne Worte. Kommen wir zum Schluss noch kurz zur Veranstaltung, die am (heutigen) Montag, den 19. Februar in Hamburg am Jungfernstieg stattfinden wird. Du hast – verständlicherweise – die Leitung der Demo nun abgegeben an eine andere, mutige Frau, die zumindest in aller Form vorgewarnt sein dürfte, was auf sie zukommt. Was erhoffst du dir von der Veranstaltung heute und wie soll es weiter gehen mit „Merkel muss weg“ in der Hansestadt?

Ogilvie: Also was ich mir definitiv wünsche ist, dass es weitergeht. Auch wünsche ich mir, dass die Antifa von der Demo ablässt und sich Gedanken macht, was sie da tut. Natürlich wünsche ich mir eine Nachfolgerin, die „mein Erbe“ so antritt, wie ich es mir wünsche und die Veranstaltungen gesittet, friedlich, mit einem freundlichen Gesicht, komplett ruhig und unaggressiv weiterführt. Das zentrale Ziel muss weiter bleiben „Merkel muss weg“, das ist klar. Aber es wäre auch wünschenswert, wenn in Deutschland viel mehr darüber gesprochen wird, was mit der Antifa los ist – und dass wir in Deutschland in quasi diktatorischen Verhältnissen leben. Es entwickelt sich mehr und mehr in diese Richtung. Das muss gestoppt werden – und das hat auch mit Frau Merkel zu tun!

COMPACT: Frau Ogilvie, Danke für das Gespräch!

Der materielle Gesamtschaden, den die Antifa angerichtet hat, liegt bei über 50.000 Euro. Wer Uta mit Spenden aushelfen kann, möge das bitte tun! Sie schreibt auf Facebook:

„Um den Spendenaufruf habe ich mich eigentlich drücken wollen, denn um Hilfe zu bitten liegt mir nicht sonderlich. Aber der Anschlag auf mein Haus ist ein echter Kostenfaktor. Hinzu kommt, dass ich einen privaten Sicherheitsdienst engagieren muss, da der Staat diese Aufgabe nicht übernimmt. Daher nun die Entscheidung für diesen Aufruf.“

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Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

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