Flinten-Uschi will Bundeswehr mit tausenden Soldaten aufstocken – auch mit Migranten?

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Beim Bund sind seit heute 20.000 neue Stellen frei. Experten fragen sich, woher der Nachwuchs kommen soll. Ursula von der Leyen hingegen hat ihr Ressort längst als Arbeitgeber für Einwanderer erkannt.

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_von Katja Wolters

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen putzt sich für den anstehenden NATO-Gipfel im Juli raus. Ihre am Dienstag in Berlin vorgestellte „Trendwende Personal“ sieht vor, die Bundeswehr in den kommenden sieben Jahren mit 14.300 Soldaten und 4.400 zivilen Angestellten aufzustocken. Zuerst sollen 7.000 Soldatenstellen geschaffen werden. Damit läutet die Teilnehmerin der Bilderberger-Konferenz 2015 das Ende der seit der Wiedervereinigung stattfindenden Abrüstung ein. Die Aufstockung sei „nach heutiger Lage notwendig“, begründete Flinten-Uschi den Plan, natürlich ohne auf Amerikas Rolle in der Ukrainekrise oder bei der Bedrohung des Islamischen Staats Bezug zu nehmen.

Obama, der erst kürzlich wieder mehr Engagement von den Deutschen bei der globalen Krisenbewältigung gefordert hatte, wird die angekündigte Aufrüstung daher umso wohlwollender aufnehmen. Vom NATO-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die angebliche Verteidigung zu investieren, ist von der Leyen aber immer noch weit entfernt. Dafür wäre ein Jahresetat von mehr als 60 Milliarden fällig. Bislang hat ihr Wolfgang Schäuble jedoch nur eine Aufstockung von 34,3 auf 39,2 Milliarden bis 2020 gewährt. Da geht aber bestimmt noch was.

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hans-Peter Bartels, begrüßt die Pläne. „Es knirscht an allen Ecken und Enden“, sagte er im Deutschlandfunk. „Wir sehen das bei den Einsätzen, wo die Pausen zwischen zwei Einsätzen für Marinesoldaten, für Luftwaffensoldaten, für Heeressoldaten immer kürzer werden.“ Aktuell beschäftigt die Bundeswehr 177.000 Soldaten – weniger als die 2011 festgelegte Personalobergrenze erlaubt. Beim militärischen Personal liegt diese bei 185.000 Mann, bei den zivilen Beschäftigten bei 56.000.

Ein Problem stellt die Rekrutierung dar. „Nur wird es von Jahr zu Jahr schwerer, weil die Jahrgänge kleiner werden und die Zahl der Menschen, die aus dem Berufsleben ausscheiden, eher größer wird“, bedauert Bartels. Die Verteidigungsexpertin der Grünen, Agnieszka Brugger, klingt ähnlich: „Es muss jetzt darum gehen, Antworten von Frau von der Leyen zu bekommen, woher dieses Personal eigentlich kommen soll, wie man es gewinnen will. Da geht es um die Attraktivität der Arbeitsbedingungen. Aber auf lange Sicht halte ich es einfach für unrealistisch, dass man sich den demografischen Wandel einfach wegwünschen kann.“

Gerade eine Grüne müsste die Lösung dieses Problems eigentlich erkennen. Der eigenen Parteilogik nach, lässt sich der Überalterung der Gesellschaft doch prima mit Zuwanderung gegensteuern. Auch von der Leyen weiß das. Bei der Münchener Sicherheitskonferenz im Februar kündigte sie an, die Bundeswehr als Ausbildungsträger für Asylsuchende, insbesondere aus Syrien, zu gestalten. „Die Bundeswehr ist einer der größten und vielseitigsten Arbeitgeber Deutschlands“, sagte sie in ihrer Eröffnungsrede vor dem transatlantischen Kriegsclub. Wir bilden über 100 Berufe aus: vom Elektriker bis zum Feuerwehrmann, vom Maurer bis zum Wassertechniker, vom Minenräumer bis zum Sanitäter, vom Logistiker bis zum Verwaltungsexperten.“

Warum kleckern und nicht klotzen? Weitergedacht, ließen sich mit Zuwanderern auch die lichten Heere stopfen. In der Bunten Republik ist alles möglich und „familiengerecht“ gestaltet hat die siebenfache Mutter die Bundeswehr ja bereits. Dies hätte den praktischen Vorteil, dass man in Afrika und dem Mittleren Osten gleich mit Soldaten anrückt, die die Sprache sprechen. So weit ging von der Leyen bei ihrer Eröffnungsrede in München natürlich nicht: „Wenn wir die unfassbare Zerstörung von Aleppo sehen, wissen wir alle: Es wird für den Wiederaufbau nicht nur neue Steine brauchen, sondern vor allem Menschen mit Zuversicht und vielfältigen Fähigkeiten“, erläuterte sie ihren Ausbildungsplan. Ein schönes Szenario – schön unglaubwürdig.

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Über den Autor

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Katja Wolters ist bekennende Lipstick-Feministin, selbstbewusst und betont weiblich zugleich. Die zweifache Mutter und freie Journalistin lebte lange in England. Die Abwesenheit schärfte ihren Blick auf die Heimat. Denkverbote kennt sie nicht, Probleme nennt sie sofort beim Namen. Dafür lieben wir sie.

 

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