Schicksalsparteitag! Am kommenden Wochenende wählt die FDP einen neuen Vorsitzenden. Wolfgang Kubicki will die Liberalen aus der tiefsten Krise ihrer Geschichte reißen. Zwei Drittel der Deutschen glauben einer Forsa-Umfrage zufolge nicht daran. Licht ins Dunkel, Feuer gegen das Schweigen: Das COMPACT-Sturmfeuerzeug steht für Klarheit und Standhaftigkeit, selbst dann, wenn der Wind stärker weht. Hier mehr erfahren.
Im Februar 2025 flog die FDP aus dem Bundestag. Mit 4,3 Prozent verpasste sie die Fünfprozenthürde, das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte. Seither sitzt die Partei nur noch in sechs von 16 Landesparlamenten. In Baden-Württemberg holte sie 4,4 Prozent, in Rheinland-Pfalz gar nur 2,1. Die gesamte Bundesführung trat zurück.
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Nun soll Wolfgang Kubicki die Partei retten. Der 73-jährige Bundestagsveteran und langjährige Vizevorsitzende kandidiert kommenden Wochenende auf dem Bundesparteitag in Berlin für den Vorsitz. Sein Versprechen: eine FDP, die wieder aneckt, wieder polarisiert, wieder gehört wird. Er stellt im Spiegel klar:
«Ein Typ wie ich lässt sich so was von einem Friedrich Merz nicht sagen.»
Ob das reicht, bezweifeln die meisten Deutschen.
Zahlenschock
Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und Stern vom 21. und 22. Mai glauben 66 Prozent der Deutschen, dass die FDP den Sprung über die Fünfprozenthürde auch mit neuer Spitze nicht schafft. Nur 25 Prozent trauen ihr ein Comeback zu. Besonders skeptisch sind Anhänger von SPD (80 Prozent), Linken (76 Prozent) und Grünen (75 Prozent). Selbst unter CDU/CSU-Anhängern glauben nur 26 Prozent an eine Rückkehr der Liberalen, bei AfD-Anhängern sind es 29 Prozent. Im Osten ist die Skepsis besonders ausgeprägt: Dort trauen nur 18 Prozent der FDP den Wiedereinzug in den Bundestag zu, im Westen sind es immerhin 26 Prozent.
Keine Brandmauer ?
Kubicki will die FDP schärfer positionieren. Der Bild am Sonntag sagte er im April:
«Ich weiß, ich bin nicht die Zukunft der FDP. Aber ich will dafür sorgen, dass sie überhaupt noch eine Zukunft hat.»
Seine Vision: «Deutschland wartet nicht auf eine FDP, die sich in akademischen Diskussionen verzettelt, sondern auf eine, die dieses Land groß gemacht hat: klar im politischen Inhalt und ebenso klar in der Sprache. Für die Freiheit.» Im Funke-Podcast «Meine schwerste Entscheidung» vom 23. April ließ er die Brandmauer zur AfD nicht gelten:
«Ich kenne keine Brandmauer.»
Gleich darauf der Rückzieher: Er würde keinem AfD-Antrag zustimmen, keine Koalition eingehen, sich auch nicht dulden lassen, eigene Anträge aber wolle er nicht davon abhängig machen, ob die AfD zustimme. Auch Merz bekam sein Fett weg. Dessen Aussage, die FDP sei nach den Landtagswahlen tot, kommentierte Kubicki mit den Worten:
«Du Eierarsch, dir werde ich das zeigen!»
Daraufhin meldete er seine Kandidatur an. Die Botschaft ist klar: Eine FDP unter Kubicki versucht unbequemer zu sein.
Der bisherige Vorsitzende Christian Dürr hatte zunächst angekündigt, erneut anzutreten, zog seine Kandidatur aber zurück, als Partei-Silberrücken Kubicki ins Rennen ging. Nordrhein-Westfalens FDP-Landeschef Henning Höne verzichtete Mitte Mai überraschend ebenfalls auf eine Kandidatur und will jetzt nur noch erster Stellvertreter werden. Kubicki geht damit als einziger Kandidat in den Parteitag am kommenden Wochenende in Berlin. Im Herbst stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an. In der Hauptstadt liegt die Partei laut einer Infratest-dimap-Umfrage vom April bei nur 3 Prozent. Der Weg zurück in die Parlamente wird lang.
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