25 Jahre 11. September: Investigativjournalist Gerhard Wisnewski legt in seinem neu aufgelegten und aktualisierten Werk «Operation 9/11» die wahren Fakten auf den Tisch. Jürgen Elsässer hat ihn dazu befragt. Hier mehr erfahren.

    _ Gerhard Wisnewski im Gespräch mit Jürgen Elsässer

    Hallo Gerhard, wir duzen uns, wir kennen uns ja schon ewig. 9/11 ist fünfundzwanzig Jahre her. Was bringt es, die Sache noch mal aufzukochen? Ist das nicht alles Schnee von gestern?

    Nein, überhaupt nicht. Das ist leider nur allzu aktuell, weil wir ja heute noch die Auswirkungen spüren. Erstens hat dieses Ereignis dem ganzen Globus eine neue Richtung gegeben. Und zweitens haben wir zum Beispiel jetzt gerade den Irankrieg, und der Iran wurde auch schon damals von den USA und dem damaligen Präsidenten George W. Bush auf die Terrorliste gesetzt und gehörte zu dem Fahrplan der Staaten, die abgearbeitet werden sollten, also nach Irak, Syrien, Afghanistan.

    Ground Zero in New York einige Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Foto: U.S. Navy Photo / Jim Watson, CC0, Wikimedia Commons

    Man sieht also: das ist ein Langzeitprojekt, ein strategisches Großprojekt gewesen, der 11.9.2001, weil er den Grund dafür geliefert hat. Das war ein konstruierter Kriegsgrund. Und als ich das gesehen habe, bin ich schon deswegen erschrocken gewesen, dieses riesige Attentat, weil ich mir dachte: Welche Legitimation wollen sich die USA damit verschaffen? Das muss um was Größeres gehen. Und es ging um was Größeres. Es ging um ganz viel, um strategische Entscheidungen, um einen Haufen Kriege, nicht nur um einen, sondern gleich um mehrere, eine Neugestaltung der Welt.

    Und es ging überhaupt um die Rettung der USA als, als Supermacht, und auch um die Rettung der NATO, weil die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Pakts in eine Sinnkrise kam. Da haben sich die Leute gefragt: Wozu brauchen wir noch eine NATO? Und da musste dringend mal ein Beweis her, wozu wir noch eine NATO brauchen. Und diesen Beweis hat der 11.9. geliefert.

    Die gängige Lesart ist ja, dass die amerikanischen Sicherheitsbehörden, die Luftwaffe sozusagen versagt hat. Pleiten, Pech und Pannen. Aber es gibt ja eklatante, nicht nur Hinweise, sondern Beweise, dass mehr dahinter steckt. Eines der eklatantesten Dinge, die die offizielle Theorie von Osama und den vierzig Räubern in einer Berghöhle am Hindukusch widerlegen, ist ja der Zusammenbruch des Gebäudes Nummer sieben beim World Trade Center, das ja nicht aufgrund von Beschuss oder von Einschlägen von Flugzeugen zusammenstürzte, sondern einfach so. Und die zweite eklatante Sache, die sehr offensichtlich war: Das Loch im Pentagon kann nicht von einer Boeing, von einem Superjumbo kommen. Es war dafür viel zu klein. Habe ich was vergessen?

    Trümmerteil vor dem Pentagon. Foto: FBI,

    Ja, natürlich, und zwar Dutzende von Sachen. Aus meiner Sicht ist das eine wahnsinnige Schmierenkomödie gewesen. Da kann man sich nur wundern, auf welcher Basis da Kriegsgründe konstruiert werden. Und warum funktioniert das? Ganz einfach, weil die Medien mitmachen, weil die Medien sich unter Kontrolle befinden und das über den Globus verbreitet haben. Das eine, was Du erwähnt hast, das leuchtet eigentlich jedem ein: Zwei Türme werden von Flugzeugen getroffen, aber drei Türme brechen zusammen.

    Beim Pentagon ist es ja so, dass das Flugzeug fast in Bodennähe eingeschlagen sein soll, und die Tragflächen muss man sich vorstellen wie riesige Sensen. Die hätten ja wirklich auf einer ganz großen Strecke in die Fassade einschlagen müssen. Keine Spur davon befindet sich am Pentagon.

    Wobei, auch da gibt’s noch viele andere Widersprüche und Gegenbeweise. Ich habe in meinem Buch «Operation 9/11», was ich neu aufgelegt habe, jetzt eine Zeugenaussage aufgenommen von einer Beschäftigten des Pentagons, die dort war an diesem Tag, und gesagt hat, sie habe kein Flugzeug gesehen. Es hat auch nicht nach Kerosin gerochen, nichts dergleichen. Es ist nur irgendeine Explosion losgegangen.

    Die Rolle von George W. Bush, dem damaligen US-Präsidenten, der ja morgens informiert wurde, ist immer noch ein Rätsel. Er war bei einer Vorlesung in einer Grundschule und jemand hat ihm was ins Ohr geflüstert und seine Mimik hat sich eigentlich kaum verändert. Anschließend ist er aber sofort geflüchtet mit der Air Force One und hat sich den ganzen Tag nicht mehr blicken lassen. Die Kommandos lagen bei seinem Stellvertreter Dick Cheney. Es wird immer drüber gerätselt: War George W. Bush eigentlich involviert in diesen Inside-Job? Oder ging das von Cheney und anderen Hintergrundleuten aus? Und er Bush mehr der Getriebene, der sich auch selbst Sorgen machen musste, wo er endet?

    Aus meiner Sicht zählt zu den Verdächtigen eine Art Schattenregierung rund um George W. Bush. Das war das Project for a New American Century, ein Think Tank. Die haben also schon Strategien ausgearbeitet für die Zukunft der USA, wie sie sich das vorgestellt haben. Nämlich dass die USA eine neue starke Rolle bekommen sollten, eine neue starke militärische Rolle. Genau dieses Aufpimpen und Aufpeppen, das so dringend nötig war sozusagen nach dem Verlust des Feindes. Und die haben Strategiepapiere ausgearbeitet, an erster Stelle Dick Cheney, der dort auch Mitglied war.

    Diese neue Rolle der USA, diese neue starke Rolle auf dem Globus, könnte man noch schneller erreichen, wenn es ein spektakuläres Ereignis gäbe nach dem Muster von dem Überfall auf Pearl Harbor 1941, dem sogenannten Überraschungsangriff der Amerikaner, woraufhin die Amerikaner in den Zweiten Weltkrieg eingetreten sind. Und siehe da, der 11.9. kam, und dieses überraschende Ereignis war da. Die Rechtfertigung, die Legitimation für mehrere Kriege, für eine Neugestaltung des Globus und übrigens auch die US-Innenpolitik wurde dadurch beeinflusst. Fluggastkontrollen und, und, und. Neue Gesetze! Die USA haben ein 350-Seiten-Gesetz verabschiedet, den sogenannten Patriot Act. So lief das damals.

    Der Vergleich mit Pearl Harbor ist schon sehr interessant, verdient aber auch eine nähere Diskussion. George W. Bush hat ja am Abend des 11. September in sein Tagebuch geschrieben: ‹Das ist das Pearl Harbor des 21. Jahrhunderts.› Nun wissen wir aber, Pearl Harbor war kein Inside-Job, die Japaner haben ja tatsächlich angegriffen. Aber Roosevelt, die Amerikaner damals, haben eben diesen Angriff geschehen lassen, um ihn auszunutzen als Vorwand für den Kriegseintritt. Könnte es sein, dass der 11. September 2001 auch ein Terrorakt von außen war und nicht von innen, der aber den amerikanischen Sicherheitsdiensten im Voraus bekannt war, und sie ließen es laufen, um es dann auszunutzen im Sinne des Project for a New American Century?

    Ich denke, die Amerikaner hätten diesen schönen Kriegsgrund nicht anderen Leuten überlassen, den zu inszenieren, und schon gar nicht irgendwelchen arabischen oder islamistischen Superamateuren. Dafür war das ja viel zu wichtig. Das musste alles funktionieren, wie am Schnürchen klappen, vor allen Dingen die Einschläge in das World Trade Center. Auch wenn man die ganzen Ungereimtheiten in Bezug auf die Flugüberwachung bedenkt, wie konnten diese vier Maschinen da ewig lang rumfliegen, ohne abgefangen zu werden?

    Es ist völlig klar, dass hier die Sicherheitsbehörden involviert gewesen sein müssen, sonst wären diese Airliner auf jeden Fall abgefangen worden. Womit ich nicht mal sagen will, die wären sofort abgeschossen worden, aber normalerweise hat so ein Airliner, der vom Kurs abkommt, innerhalb von fünf bis zehn Minuten eine Eskorte, die ihn dann also mehr oder weniger zwingt, abzudrehen und zu landen. Dafür haben die schon bestimmte Machtmittel, diese Kampfflugzeuge. Es geht gar nicht anders.

    Es kann nur ein Inside-Job gewesen sein, bei der gesamten komplexen Operation, den vielen, vielen Faktoren, die da mitgespielt haben müssen. Das kann niemand von außen gewesen sein. Das Project for a New American Century – wenn du das planst, ein neues amerikanisches Jahrhundert, dann kannst du da nicht irgendwelche hergelaufenen Hobbypiloten das mal machen lassen, mal zuschauen, ob sie es schaffen oder nicht. Das ist undenkbar.

    Alle alternativen Journalisten, die sich in der Weise wie du mit 9/11 beschäftigt haben – der Mutter aller Lügen, sag ich immer –, sind davon bis heute geprägt. Während Alternativmedien die Leute an der Spitze haben, die den 11. September nicht verarbeitet haben oder die Regimeversion übernommen haben. Das ist wie eine andere Welt. Also an dem Punkt scheiden sich ja auch diese sogenannten Alternativmedien: Die einen sind wirklich kritisch und andere, vor allem Nius, sind völlig affirmativ und kaufen den Amis alles ab.

    Also Nius, Reichelt und so weiter, denen begegne ich mit größtem Misstrauen, weil sie ja auch Propaganda machen, zum Beispiel für Israel. Bei Nius, Reichelt und anderen habe ich immer das Gefühl, die sind immer noch dieser Springer-Doktrin verpflichtet, also dem Existenzrecht Israels und dem Wohle Israels. Das müssen Springer-Journalisten unterschreiben in ihren Arbeitsverträgen. Reichelt kommt ja von Springer. Und wenn ich mir so seine Sachen ansehe, die ja häufig ganz gut sind, sehr kritisch, aber sobald es um das Thema Israel geht, fällt die Klappe, und es gibt dort nur noch Propaganda von Nius, von Reichelt und auch von Apollo News.

    Wer auch von 9/11 geprägt ist, ist ja Daniele Ganser, und Oliver Janich, der dann ja in Focus Money kritisch geschrieben hat.

    Aber das war erst 2008 oder 2010. Wir reden hier von der Anfangszeit 2003. Das war das Großkampfjahr, in dem wir den vollen Gegenschlag des Mainstreams abbekommen haben, in Form von Hetzbeiträgen von Panorama und vom Spiegel. Der Spiegel hat eine Titelgeschichte über uns gemacht, über Matthias Bröckers, Andreas von Bülow und mich, und hat auf das Titelbild die World-Trade-Center Türme-genommen, auf dem Kopf stehend, so nach dem Motto: Ja, diese Verschwörungstheoretiker, die stellen das alles auf den Kopf, dieses Ereignis.

    Jürgen Elsässer und Oliver Janich im Frühjahr 2020. Foto: COMPACT

    Man hat uns regelrecht medial verfolgt und an die Wand genagelt. Es war für mich ganz klar, das ist Hinrichtungsjournalismus, und man hat auch gesehen, dass die Maske dieser sogenannten demokratischen Journalisten bei dieser Gelegenheit unglaublich verrutscht ist. Dahinter kamen absolute Antidemokraten zum Vorschein, die mit anderen Meinungen gar nicht umgehen konnten. Aber ich denke halt auch, dass es was mit der Obrigkeit zu tun hat, mit der amerikanischen Strategie, der diese Leute anscheinend irgendwie verpflichtet waren. Ich wurde dann sogar noch vom WDR zu einem Tribunal eingeladen.

    Du warst ja damals noch Auftragnehmer …

    Vom WDR. Ja, ich hatte ja den ersten Film zusammen mit einem Kollegen, die erste kritische TV-Dokumentation in einem großen Sender über den 11.September weltweit gedreht. Das war auch 2003. Das heißt, es ging wirklich Schlag auf Schlag, und diese TV-Dokumentation, die hieß «Aktenzeichen 11.9. ungelöst», hatte an diesem Abend auf diesem Sendeplatz eine absolute Rekordquote. Es bestand jetzt eine ganz große Gefahr für die offizielle Version, weil der Film so gut ankam, dass meiner Erinnerung nach der WDR bereits Anfragen von Sendern aus dem Ausland hatte, diesen Film zu übernehmen. Das heißt, der Film, der sich hier mit dem dem 11.9. kritisch befasst, der hätte sich möglicherweise weltweit verbreitet, und dann wäre möglicherweise der Kriegsgrund für die USA zusammengebrochen. Man kann sich das gar nicht vorstellen, was damals eigentlich ablief. Darum ging’s.

    Matthias Brückers spricht im Zusammenhang mit 9/11 von einem Staatsstreich. Du sagtest Vorwand oder Hebel, um weltweite Kriege zu inszenieren, also außenpolitisches Motiv. Aber Bröckers hat ja ein innenpolitisches Motiv ausgemacht, nämlich Staatsstreich. Würdest du dem zustimmen?

    Das hat absolut Elemente von einem Staatsstreich gehabt. Es war nach außen hin ein Überraschungseffekt, und nach innen … Also in den USA lagen bereits Sicherheitsgesetze auf Halde, seit Jahren teilweise. Total antidemokratische Sicherheitsgesetze, wie zum Beispiel die Durchsuchung deiner Wohnung in deiner Abwesenheit, solche Dinge. Und dieses ganze fette Paket hat man nach dem 11.9. einfach durchgewunken, dieses Paket, was sich bis dahin verzögert hatte, wo Änderungen vorgenommen werden sollten und so weiter. Davon war gar keine Rede mehr. Das wurde einfach dann durchgewunken, en gros. Insofern ist der Gedanke an den Staatsstreich sehr, sehr richtig, aber nur nach innen.

    Nach außen könnte man, wenn man weiterdenkt und an einen Weltstaat denkt, an einen Staatsstreich in diesem Weltstaat denken, denn danach wurde auch die Welt neu ausgerichtet. Also die Staaten der Welt haben sich ausgerichtet nach den USA wie Eisenspäne nach einem Magneten. Putin persönlich ist in die USA gereist, um zu kondolieren, und Widerspruch war ganz und gar unmöglich. Das war undenkbar. Die gesamte Welt war einfach dadurch gleichgeschaltet worden. So kann man sagen: Ja, es war ein Putsch nach innen und nach außen.

    Stichwort Israel: Hattest du damals schon im Kopf, die Rolle des Mossad zu untersuchen? Also ich nicht, obwohl ich damals auch schon dazu publiziert habe. Aber jetzt kam doch ziemlich viel raus, Stichwort israelische Kunststudenten, die die Einschläge gefeiert haben, in Sichtweite der kollabierenden Türme gefeiert haben. Etliche von denen wurden ja vom FBI verhaftet und monatelang eingesperrt, unter dem Verdacht, dass sie damit was zu tun haben. Diese Leute, also diese Mossad-Leute, haben selber gesagt, dass sie nachrichtendienstlich unterwegs waren. Die haben sich dann aber damit gerechtfertigt, dass sie sozusagen den Terroristen auf der Spur waren, und nicht an der Sache selbst beteiligt. Wie würdest du im Nachhinein die Rolle sehen?

    Ja, ich kann mich erinnern. Ich hab das damals auch schon mitbekommen, die Sache mit diesen Studenten, die da so freudig getanzt haben. Aber mir war das da noch zu dünn, um das in mein Buch aufzunehmen. Es hatte für mich eher Gerüchtecharakter, da wollte ich mich nicht so wirklich drauf einlassen. Heute sieht das ein bisschen anders aus.

    Wenn man dem Motto «Wem nützt es» nachgeht, sieht man, dass diese Staaten, die angegriffen wurden, also Syrien, Irak, Iran und so weiter, sich zufällig im Bereich der näheren oder weiteren Nachbarschaft Israels befinden. Ein Teil dieser Staaten liegt auf dem begehrten Gebiet von Israel, des neuen Großisrael, was da geplant wird. Das ist natürlich schon verdächtig. Ja, wem hat es denn genützt? Es hat den USA genützt, aber man kann sagen, dass es eigentlich auch den Israelis genützt hat, also der israelischen Regierung bei ihrer Verfolgung dieses Plans von einem Großisrael.

    Die Welt hat sich seither dramatisch verändert, aber blicken wir zurück auf die Techniken der Lüge. Ist damals das Maximum an Täuschung erreicht worden, oder gibt’s jetzt Möglichkeiten, das Volk noch mehr hinter die Fichte zu führen?

    Da habe ich ganz große Bedenken. Das war ja damals schon ganz schlimm. Ein Präsidentenberater namens Karl Rove hat sinngemäß gegenüber Journalisten gesagt: ‹Wir bestimmen jetzt die Realität. Wir inszenieren die Realität, und ihr könnt sie ja dann gerne untersuchen, wenn ihr wollt. Und inzwischen inszenieren wir schon die nächste Realität.› Solche Sätze muss man sich merken, auch in Bezug auf den 11.9. Oder ein Zitat von William Casey, CIA-Chef  unter US-Präsident Ronald Reagan, der gesagt hat: ‹Unsere Desinformation funktioniert dann, wenn alles, was die Amerikaner glauben, falsch ist.› Das war ihr Ziel, dass sie die Amerikaner – natürlich müssen wir ergänzen: die ganze Welt – eigentlich in eine völlige Scheinwelt versetzen wollen. Und in dieser Scheinwelt leben wir.

    Um auf deine Frage zurückzukommen: Wir wissen alle, dass diese Schweinwelt immer «besser» oder perfekter wird. Wenn wir mal an diese neuen KI-Möglichkeiten denken, an lebensechte Fotos, Videos und so weiter. Man kann eine komplette Realität für die Leute konstruieren. Es ist einfach unvorstellbar, in was für ein Zeitalter wir jetzt eintreten. Die Leute, die diese Lügen konstruieren, bekommen immer mächtigere Werkzeuge dafür.

    Lieber Gerhard, vielen Dank, dass du ins Studio gekommen bist.

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