Nicht nur in den USA, in Norwegen oder Großbritannien – auch in Deutschland hatte Epstein Kontakt zu schillernden Persönlichkeiten zu Schwerreichen, Promis und Wissenschaftlern. Nachfolgend eine kleine Auswahl. Steigen Sie jetzt tiefer ein und fordern Sie unsere aktuelle Ausgabe „Das Epstein-System“ an. Da stockt der Atem! Hier mehr erfahren.
Jessica Joffe: Die rothaarige Schönheit ist ein New Yorker It-Girl der 2000er und 2010er Jahre – und stand Jeffrey Epstein näher als bislang bekannt. Darauf deuten E-Mails in den Ende Januar vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten hin. Ihr Name taucht wiederholt auf. Die beiden müssen in engem privaten Kontakt gestanden haben, denn es ist explizit von einem Date die Rede. Hat Jessica sogar bei dem verurteilten Sexualstraftäter übernachtet? In einer Mail vom 20. Mai 2013 schreibt Epstein an Joffe: „Ich möchte, dass dein Aufenthalt toll wird, sag mir einfach Bescheid, wenn ich irgendetwas organisieren kann.“
Jessicas Vater, der langjährige Zeit-Herausgeber Josef Joffe, galt Jahrzehnte als wichtiger Akteur in transatlantischen Netzwerken. Der Sohn jüdischer Eltern gehörte er bis 2008 der Atlantik-Brücke an, engagiert sich im Aspen Institute Berlin, ist – wie es Epstein war – Mitglied der Trilateralen Kommission und nahm 2006 an der Bilderberg-Konferenz im kanadischen Ottawa teil. Zudem geht er bei der Hoover Institution und der American Academy in Berlin ein und aus. 1995 wurde der Publizist von der Columbus-Gesellschaft mit einem Preis geehrt – für „Verdienste um die transatlantische Verständigung“. Sein Amt bei der Zeit ruht seit 2022. Damals kam heraus, dass er seinen Freund, den Bankier Max Warburg, vor den Recherchen der eigenen Zeitung zum Cum-Ex-Skandal warnte.
Dr. Henry Jarecki: Der Psychiater, Milliardär und Mäzen, hatte eine sehr enge Beziehung zu Jeffrey Epstein. Die Akten belegen über über 450 Mails. In einem Schreiben vom 14. Juni 2010 teilte Epstein dem Heidelberg-Mäzen mit: „Wenn ich dir irgendwie behilflich sein kann, kannst du auf mich zählen.“ Jarecki antwortete: „Danke, das weiß ich.“ In einer anderen Mail schlug der Psychiater Epstein vor, ein gemeinsames Buch zu schreiben. Der geplante Titel: „What If I Get Caught?“ („Was, wenn sie mich kriegen?“).
Besonders brisant ist, dass eine Frau, die angab, Opfer Epsteins geworden zu sein, am 3. Juni 2024 eine Klage gegen den Psychiater einreichte, in der sie ihn der Vergewaltigung und des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung beschuldigte. In den Prozessakten wird Jarecki als der „Go-to-Doctor“ von Epstein beschrieben. Demnach soll Epstein seine sexuell missbrauchten Opfer zu Jarecki geschickt haben, wenn diese depressiv wurden. Möglicherweise zog das Epstein-Opfer die Zivilklage gegen Jarecki im April 2025 zurück. Jedenfalls hatte die Frau auch den Arzt beschuldigt, sie über Monate in New York festgehalten und fast täglich vergewaltigt zu haben.
Jarecki wurde 1933 in Stettin geboren, musste 1939 mit seiner jüdischen Familie vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien fliehen und emigrierte 1941 in die Vereinigten Staaten. In Michigan studierte er Medizin, bevor er 1951 nach Deutschland zurückkehrte und sechs Jahre später an der Universität Heidelberg seinen Abschluss machte. Danach zog der Arzt wieder in die USA, um zunächst als Psychiater zu praktizieren und ab 1969 auch unternehmerisch tätig zu werden. Die Verbindung zwischen Jarecki und der Stadt am Neckar besteht bis heute. Als Mäzen ist er an mehreren Projekten beteiligt, investierte beispielsweise über die nach seinem Vater benannte Max-Jarecki-Stiftung mehr als 250 Millionen Euro für den Campus Bahnstadt, zu dem die Projekte SkyLabs, SkyAngel und SkyOne zählen. 2016 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, unter anderem für seine Verdienste um den Wissenschaftsstandort Heidelberg. Zudem ist er Ehrensenator der dortigen Uni.
Heidi Klum: Heidi Klum traf Ghislaine Maxwell im Jahr 2000 auf ihrer Halloween-Party – nur ein zufälliges Zusammentreffen? Ein zentraler Bezugspunkt ist eine Party aus dem Jahr 2001 in New York. Gastgeberin: Heidi Klum höchstpersönlich. Das Motto: „Hookers & Pimps“ (Huren und Zuhälter). Unter den Gästen befanden sich nachweislich Prince Andrew sowie Ghislaine Maxwell, die spätere Schlüsselfigur im Epstein-System. Fotos von dieser Veranstaltung existieren. Sie dokumentieren keine Straftat, aber sie zeigen Nähe zu Personen, die später als zentrale Akteure des internationalen Missbrauchsnetzwerks entlarvt wurden. Tatsache ist, dass Heidi Klum (neben Naomi Campbell) mehrfach auch bei den Modeschauen der Dessous-Marke Victorias Secret auftrat, die Leslie Wexner gehört. Die enge Freundschaft zu diesem nutzte Epstein, um sich auf entsprechenden Veranstaltungen als Modelscout auszugeben und an junge Frauen heranzumachen. Das bekannteste Epstein-Opfer Virginia Giuffre sagte 2015 aus, dass Heidi Klum auch im Lolita-Express mitgeflogen sei. Das Model verteidigt sich: „Ich habe die Nachrichten gesehen, dass ich fälschlicherweise als Passagier auf einem der Flüge von Herrn Epstein benannt wurde. Ich kannte Herrn Epstein nicht und war noch nie in seinem Flugzeug, bei ihm zu Hause oder auf seiner Insel.“
Joscha Bach: Epstein finanzierte die Arbeit des einflussreichsten deutschen KI-Denkers von 2013 bis 2019 mit mehr als einer Million Dollar. Joscha Bach und seine Familie wurden von Jeffrey Epstein finanziert. Umzug, Miete, Schulgeld, Krankenversicherung, ein bürgerliches Leben auf amerikanischem Boden. Auch Flüge zu Konferenzen, laufende Ausgaben, der gesamte Alltag wurden übernommen. Bach begründet das Arrangement mit einem existenziellen Argument: Ohne Epsteins Geld, so sagt er, hätte er seine wissenschaftliche Arbeit aufgeben müssen. Bach: „Ich wurde niemals Zeuge oder hatte irgendeine Kenntnis von ungesetzlichen Handlungen Jeffrey Epsteins nach seiner Verurteilung (2008), und hätte jeglichen Kontakt sofort abgebrochen, wenn das der Fall gewesen wäre.“ 2015 soll er jedoch auf Epstein Island zu Besuch gewesen sein.

Jacob Burda: Verleger Hubert Burda und Jeffrey Epstein trafen sich im Rahmen einer Veranstaltung von John Brockmann, an dessen Edge Foundation Epstein zwischen 2001 und 2017 mehr als 600.000 US-Dollar spendete; eine Verbindung, die der Bursa-Sohn später nutzte. Auch Burda-Digitalmanager Blatt ist offenbar verstrickt, soll sich 2004 mit Epsteins Partnerin Ghislaine Maxwell getroffen haben. 2007 schließt Hubert Burda Media eine Partnerschaft mit der Seed Media Group und deren Plattform ScienceBlogs – einer Vernetzungsplattform für Wissenschaftler und Journalisten. Der Gründer Adam Bly stand Epstein-Akten zufolge seit mindestens 2005 in Kontakt mit Epstein. Burda erwarb 30 Prozent des Blogs für 2,4 Millionen Dollar – allerdings mit ausbleibendem Erfolg. Steffi Czerny, Mitgründerin der Burda-Konferenz DLD, soll Kontakt zu Epstein gehabt haben – einen direkten Kontakt bestreitet sie jedoch.
Jacob Burda war offenbar im direkten Austausch mit Epstein. Im Februar 2012 schickte der damals 21-Jährige eine Mail an den bereits seit fast vier Jahren verurteilten Sexualstraftäter: „Hey Jeffrey, ich bin gerade im Land von Berlusconi und bereite mich auf meine Bewerbung für den Studiengang ,Philosophie der Physik’ in Oxford vor. Was den Spaßfaktor angeht, läuft es ganz gut, denke ich, auch wenn du nach deinen Maßstäben sicherlich nicht besonders beeindruckt wärst… Wie läuft es bei dir? Jacob“. Außerdem soll Epstein in die Hedosophia-Gründung involviert sein – ein gemeinsamer Fonds von Jacob Burda und Ian Osborne. Angeblich habe Jacob Burda von Epsteins Einfluss bei der Gründung nichts gewusst und schob die Verantwortung an Osborne weiter – obwohl er in einer Mail an Epstein zusammen mit seinem Partner angegeben war. Osborn hingeben behauptete, Epstein habe nicht beraten, und er bedauere den Kontakt. „Ich habe sein abstoßendes und illegales Verhalten weder beobachtet noch war ich mir dessen bewusst.“ Epstein ging die Gründung offenbar nicht schnell genug. Im März 2012 zog er sich aus dem Geschäft zurück.
Lars Windhorst: Der gescheiterte Hertha BSC-Investor hatte angeblich Epstein unbedingt treffen wollen. Laut Aktenlage fragte Mark Lyod Epstein, ob er bereit sei, ihn zu treffen: „Es gibt einen jungen deutschen Unternehmer namens Lars Windhorst, der dich gerne zu einem für dich passenden Zeitpunkt treffen würde. Er hat eine bewegte Vergangenheit und war zweimal bankrott, ist aber wieder im Aufwind. Ich mag ihn und glaube, dir würde er auch gefallen. Übrigens hat Lars kürzlich auf Wunsch von Les Wexner mit Les getroffen, um über Lars’ jüngste Übernahme der Dessous-Marke La Perla zu sprechen.Lass mich wissen, ob du damit einverstanden bist, und ich stelle euch gerne vor.“ Windhorst erklärte, Epstein weder getroffen, noch mit ihm gesprochen zu haben. Außerdem fragte Peter Mandelsohn Epstein, ob er Windhorst jemals getroffen habe.
Nicole Junkermann: Die Unternehmerin gehört zu den Personen, die am häufigsten in den Epstein Files auftauchen. Sie hatte jahrelang regen Kontakt mit dem Sexualstraftäter. Die beiden tauschen sich offenbar über alle möglichen Fragen aus, sowohl geschäftlich als auch privat – und das teilweise im Minutentakt. Jeffrey Epstein und die deutsche Tech-Investorin Nicole Junkermann beteiligten sich – vermittelt durch den ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak – an dem israelischen Unternehmen Reporty Homeland Security, was später zu Carbyne wurde.
Deutsche Bank: Die Deutsche Bank hatte jahrelang nicht reagiert als Epstein größerer Summen an Frauen und Mitverschwörer abhob oder überwies – trotz der Vorwürfe, die bereits gegen ihn im Raum standen. 2013 nahm sie ihn als Kunden an und teilweise soll er dort mehr als 40 Konten gehabt haben. Die Bank erklärte angesichts der Files: „Wie seit dem Jahr 2020 immer wieder betont, erkennt die Bank ihren Fehler an, Jeffrey Epstein 2013 als Kunden aufgenommen zu haben.“
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