Endspurt im NSU-Schwindelprozess

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Bundesanwalt Herbert Diemer sagte am Dienstag zum Beginn seines Plädoyers, die Anklagevorwürfe gegen Beate Zschäpe und die vier Mitangeklagten hätten sich in allen wesentlichen Punkten bestätigt. Unsinn!

Diemer widerspricht hier ausgerechnet dem Untersuchungsausschuss des Bundestages! In seinem Ende Juni vorgelegten Abschlussbericht verpasst dieser der Bundesanwaltschaft eine schallende Ohrfeige! Es folgt eine Leseprobe aus der brandneuen COMPACT 08/2017 Geheimakte Antifa. Ab Samstag am Kiosk. Jetzt schon im COMPACT-Shop!

Der NSU-Schwindel

Im Münchner Verfahren gegen Beate Zschäpe und andere Beschuldigte des NSU sind noch Termine bis in den Herbst 2018 angesetzt – doch die Mehrzahl der Beobachter rechnet mit der Urteilsverkündung bereits in diesem Jahr. Richter Manfred Götzl wird ein «Lebenslänglich» gegen die Hauptangeklagte zugetraut – ein psychologischer Gutachter, der strafmildernde Umstände für die Frau geltend machte, wurde vor kurzem wegen Befangenheit gefeuert, nachdem er den Prozess als «Hexenverbrennung» bezeichnet hatte. (Das Wort fiel übrigens nur in einer privaten Mail, die vermutlich der Empfänger, ein Journalist von Springers Welt, unter Verletzung des Briefgeheimnisses durchgestochen hat.)

Merke: Wer vor Hexenverbrennung warnt, wird schnell selbst deren Opfer… Dabei hätte das Verfahren vor dem Oberlandesgericht spätestens am 27. Juni zusammenbrechen müssen, als der Untersuchungsausschuss des Bundestages nach knapp vier Jahren Beweisaufnahme seinen 1.798 Seiten starken Abschlussbericht vorlegte. Doch die Lügenpresse war nicht daran interessiert, dessen fundamentale Widersprüche zur Münchner Anklageschrift herauszuarbeiten.

Keine DNA, nirgends

Den wichtigsten und in der Öffentlichkeit leider kaum bekannten Fakt findet man auf Seite 964 des Wälzers: «An keinem einzigen der 27 Tatorte der dem NSU zugerechneten vielen Straftaten – sowohl bezogen auf die Sprengstoffanschläge, die Ceska-Morde und den Polizistenmord als auch bezogen auf die noch vorhandenen Asservate der begangenen Banküberfälle – wurde eine DNA-Spur gesichert, die beim Abgleich Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos oder Beate Zschäpe zugeordnet werden konnte.»

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Auch an den bei den Morden verwendeten Tatwaffen, die im Brandschutt der Wohnung in Zwickau aufgefunden wurden, konnte keine DNA der drei festgestellt werden. Für den Untersuchungsausschuss warf der beschriebene Befund die Frage auf, welches Täterverhalten dazu führt, dass es zu keiner Übertragung von DNA kommt.

Bei den Taten der Ceska-Mordserie, bei denen die Opfer auf kurze Distanz erschossen wurden und ein körperlicher Kontakt der Täter mit den Opfern vermutlich nicht gegeben war, ist dieser Befund nach Aussage des als Zeugen vernommenen Bundesanwalts Dr. Herbert Diemer erklärlich.

Für den Polizistenmord in Heilbronn stellt er sich jedoch insofern als auffällig dar, als dort bei der Entwaffnung der beiden Polizeibeamten ein intensiver und jedenfalls bei Martin A. auch mit hohem Kraftaufwand erfolgter Kontakt mit den Tatopfern stattgefunden haben muss.» Der Hinweis auf Heilbronn führt ins Zentrum der Widersprüche: Die Bluttat auf der Theresienwiese am 25. April 2007 fällt aus der Reihe der neun Döner-Morde heraus, die das Trio vorher begangen haben soll.

Die Schalldämpfer-Variante der Ceska-83 wurde angeblich in Zwickau gefunden. Foto: picture alleine / Winfried Rothermel

Dort waren die Opfer immer Ausländer gewesen, und immer war eine Ceska verwendet worden. Dieses Mal traf es Deutsche – die Polizistin Michèle Kiesewetter wurde getötet, ihr Kollege Martin Arnold schwer verletzt –, und die Tatwaffen waren eine Tokarew und eine Radom Vis.

Als Arnolds Dienstpistole mit brutaler Gewalt aus dem verschlossenen Holster herausgebrochen wurde, muss der Körperkontakt sehr eng gewesen sein – umso erstaunlicher, dass sich nirgends am Tatort Spuren der drei Verdächtigen fanden. Zudem listet der Bundestagsbericht die Aussagen zahlreicher Zeugen auf, die blutverschmierte Personen in der Nähe gesehen hatten. Die auf dieser Grundlage erstellten Phantombilder wiesen keinerlei Ähnlichkeit mit den drei Zwickauern auf.

Die magische Patronenhülse

Wenn man davon ausgeht, dass zumindest Heilbronn nicht dem Trio angelastet werden kann, stößt man bereits auf das nächste Paradoxon: Warum wurde dann die Dienstwaffe Kiesewetters in dem Wohnmobil gefunden, in dem sich Böhnhardt und Mundlos am 4. November 2011 erschossen haben sollen? Oder wurde das Corpus Delicti dort platziert, um einen Zusammenhang herzustellen, den es nicht gibt – nachdem man vorher die beiden Männer liquidiert hatte?

Indizien für diese Alternativtheorie gibt es mehr als genug. (…)

Ende der Leseprobe: Den kompletten Artikel lesen Sie in COMPACT 08/2017. Die erhalten Sie ab Samstag am Kiosk – oder Sie bestellen sie hier.

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