Die ver.di-Stasi – Gewerkschaft ruft zur Denunziation von Kollegen auf

79

Ein Dokument des Gewerkschaftsbundes ver.di gibt praxisorientierte „Handlungshilfe“ für den Umgang mit COMPACT-Lesern, AfD-Wählern und sonstigen „Nazis“. Es lebe der Klassenkampf?

Ist das Dokument wirklich echt? Hat das wirklich die Gewerkschaft ver.di herausgegeben? Wollen die wirklich, dass ihre Mitglieder den eigenen Betrieb nach rechten Subjekten durchstöbern und diese denunzieren? Leider muss man alle diese Fragen nach der Lektüre des doppelseitig bedruckten Flugblattes bejahen. Es bestätigt sich, was viele schon lange wissen: Die Gewerkschaften beteiligen sich nicht nur am völlig undemokratischen Unterbuttern unbequemer Meinungen, sie initiieren die Hatz auf Andersdenkende sogar selbst, um ihrer alten Strategie des teile und herrsche treu zu bleiben.

Was gestern unter dem Motto Klassenkampf lief, heißt heute „Kampf gegen rechts“. Der Aufruhr auf Twitter und in den sozialen Netzwerken fing gerade an, eine ordentliche Geräuschkulisse zu erzeugen, als man den ursprünglichen Downloadlink für die ver.di-Broschüre vom Netz nahm. Warum hat man hier so panisch den Rückzug angetreten? Steht man etwa nicht hinter den eigenen Rezepten gegen rechts?

Schon gehört? Der Willi wählt AfD…

Das Dokument selbst ist eine unfassbar entlarvende Urkunde des linken Geisteszustandes im Deutschland des Jahres 2017. Die vermutete Absicht: ver.di will die eigenen Reihen von Subjekten säubern, die irgendwie Verbindungen zur vermeintlich braunen Achse von (Zitat!) „Junge Freiheit, COMPACT, PI-News, Zuerst!“ über AfD oder Identitäre Bewegung haben. Schon der Einleitungstext jagt einem jeden Freund der Freiheit kalte Schauer über den Rücken:

„Die folgende Handlungshilfe ist dafür gedacht, im Falle des Auftretens von AFDlern oder anderen Rechtspopulisten im beruflichen Alltag den Umgang mit ihnen zu erleichtern.“

Halten fest: Ein Teil der Belegschaft mit einer bestimmten politischen Meinung, die sich natürlich nicht zwingend am Arbeitsplatz äußern muss und oft schwer festzustellen ist, soll sich beobachtet und isoliert fühlen.

Diese Menschen sind laut ver.di-Weltsicht keine normalen Kollegen mehr, sondern wandelnde Problemfälle, mit denen man „fertig werden“ oder „umgehen“ müsse. Die alarmierende Botschaft der Denunziationsberater lautet deshalb auch unmissverständlich:

„Das friedliche Zusammenleben im Betrieb hängt davon ab, dass engagierte Menschen darauf achten und sich zu Wort melden, wenn es zu ausländerfeindlichen, nationalistischen oder rechtspopulistischen Vorkommnissen kommt.“

Auf Deutsch: Die angesprochenen Gewerkschaftsmitglieder werden wie Spitzel in die Betriebskantinen und -flure ausgesendet, um sofort Alarm zu schlagen, wenn jemand die falsche Meinung hat.

Mit großem Hallo sollen dann solche „auffälligen“ Kollegen an die Vorgesetzten gemeldet werden. Dieser Aufruf zur Denunziation behauptet übrigens unterschwellig, dass irgendwer die Gewerkschaft darum gebeten hätte, hier tätig zu werden, um die Ausgrenzung solcher „rechten“ Kollegen „zu erleichtern“. Interessant wäre zu wissen, wie die vorgeschlagene Strategie im beruflichen Alltag tatsächlich ankommt? Sollte von Ihnen, liebe Leser, jemand bereits Erfahrungen im beruflichen Alltag gesammelt haben, die in diese Richtung gehen, erzählen Sie uns davon in der Kommentarspalte!

Die Antifa-Anleitung im Detail

Das ver.di-Faltblatt ist in vier Teile aufgeteilt. Auf dem Deckblatt erhält man zunächst Hinweise „zum Erkennen möglicher Folgen eines Vorgehens“ gegen entsprechend diskriminierte Mitarbeiter. Auch dies ist interessant, denn diese Art der Darstellung beweist, dass man sich mit solchen Stasi-Maßnahmen keineswegs auf rechtlich und moralisch einwandfreiem Terrain bewegt – und das auch weiß.

In dieser Rubrik wird gefragt: „Wie verhindern wir eine Solidarisierung mit den Falschen?“ Die Denunziation eines in der Belegschaft beliebten Kollegen als Rechtspopulist könnte, so ist man sich durchaus bewusst, nach hinten losgehen. Dem will man hier entgegenwirken, indem man vorab Maßnahmen gegen eine mögliche „Solidarität“ unter den Arbeitern beschließt.

Auch wird das soziale Umfeld der Zielperson in den Blick genommen: „Soziales Umfeld: Wie ist die Person, sind die Personen verwurzelt – nur verschrobene Einzelgänger/innen?“ Wir dürfen schließen, dass ein offensives Vorgehen gegen „verschrobene Einzelgänger/innen“ hier als einfacher und unproblematischer beworben werden soll. Also immer drauf, auf die rechten Außenseiter/Schmuddelkinder…

Besonders krass und niederträchtig wird es, wenn gefragt wird, ob durch die geplante Diffamierung eines rechten Kollegen „mit negativen Folgen für den innerbetrieblichen Frieden zu rechnen“ ist und „wenn ja, wem wird der voraussichtlich zur Last gelegt?“ Lesen Sie den Satz nochmal ganz genau, bitte! Das Erzeugen eines innerbetrieblichen Unfriedens wird hier gerne in Kauf genommen, wenn zumindest die Chance besteht, dass man diesen der diffamierten Person in die Schuhe schieben kann…

Mindestens ebenso entlarvend ist der letzte Eintrag auf der ersten Seite: „Wie gestalten wir ein aktives Vorgehen gegen Rechtspopulisten so, dass ein positives Signal an die Beschäftigten entsteht?“ Dass man sich überhaupt Gedanken um diesen Punkt macht, beweist doch schon, dass man von der moralischen Bonität der Kampagne nicht wirklich überzeugt ist, oder?

Auf Seite zwei werden mögliche „Konstellationen“ aufgelistet, in denen sich problematische Kollegen befinden könnten: „ver.di-Mitglied und Mitgliedschaft in der AfD“ oder „ver.di-Mitglied mit Mitgliedschaft bei anderen rechtspopulistischen / rechtsextremen Gruppen**“ (Die Sternchen stehen hier u.a. für: die »Reichsbürger«, die »Identitäre Bewegung«, das »Institut für Staatspolitik«) Nicht genug damit, dass man hier vonseiten der Gewerkschaftsbosse alles Mögliche in einen Topf wirft, sozusagen mit dem ganz groben Hammer auf alles nicht-Linke einschlägt, auch wird suggeriert, dass sich eine Mitgliedschaft bei ver.di mit einer Sympathie für stinknormale, demokratische Parteien oder politische Organisationen nicht verbinden ließe.

COMPACT wendet sich gegen das Establishment und seine antidemokratische Inquisition. Bitte unterstützen Sie uns durch ein Abo – hier abschließen

Liebe ver.di-Inquisitoren: Wie könnt Ihr Euren Mitgliedern hier durch die Blume verbieten, AfD-Mitglieder zu sein? Wie ist das mit dem Grundgesetz vereinbar? Antwort per Mail an dassen@compact-mail.de!

Es kommt auch ziemlich perfide daher, wenn von einer „Instrumentalisierung einer ver.di-Mitgliedschaft für AfD-Zwecke“ gesprochen wird. Ist das schon mal vorgekommen? Wie soll ein AfDler mit dem linken Klassenkampfprogramm von ver.di punkten? Naja, gut, anderes Thema. Auffällig ist auch, dass „Propaganda für die AfD, für AIDA, für Rechtspopulismus, für entsprechende Zeitschriften oder Online-Angebote“ ebenso scharf verurteilt und mit Adleraugen beobachtet werden soll. Was heißt das konkret? Dass ein COMPACT-Leser in der Betriebskantine sein Heft nicht rausholen darf/soll? Dass er mit seinen Kollegen nicht mehr über Dinge sprechen darf, die er in COMPACT oder bei PI-News gelesen hat? Merken Sie schon was?

Auf Seite drei wird es dann richtig wild. Die Überschrift im Wortlaut:

„Woran kann man rechtspopulistische Haltungen bzw. ein Engagement für die AfD erkennen:

Rechtspopulismus erkennt man selten an äußeren, optischen Zeichen – manchmal aber auch daran. Hier ein paar Hinweise, worauf zu achten sich lohnt. Es kommt darauf an, immer ein offenes Ohr und ein offenes Auge dafür haben, was die Kollegen/ innen umtreibt bzw. was sie so reden, was sie berührt und wo sich etwas verändert…“

Hier tauchen nun so selbstverständliche Ding auf wie „rassistische, antisemitische, nationalistische, homophobe Sprüche, Kommentare“, wobei der Interpretationsspielraum bei solchen Kategorien natürlich extrem groß ist. Man hat die Situation bereits förmlich vor Augen, in der Kollegen ihren Schichtgenossen hinter halb vorgehaltener Hand einen Witz erzählen und ein Dritter darin eine rassistische Spitze erkannt haben will. Dann geht das große Hauen und Stechen los: – Ich habe gehört, wie du gesagt hast, dass…. Blödsinn, ich habe das so gemeint, dass… – Ach, erzähl doch nichts, du wählst doch AfD… – Stimmt gar nicht, wer erzählt sowas? …. Töröööö…. Will ver.di solche Zustände in den eigenen Betrieben fördern? Will man, dass die eigenen Mitglieder sich gegenseitig bespitzeln? Zumindest sind sie mit dieser Vorlage auf dem besten Wege dazu…

Die „entsprechende Lektüre: Junge Freiheit, Compact, PI-News, ZUERST! … [und]Werbung für diese Medien *“ ist laut ver.di auch ein eindeutiges Zeichen, dass man gegen das entsprechende Subjekt vorgehen muss, bevor es den ganzen Betrieb mit seinem geistigen Gift anstecken kann. Etwas überraschend war dann doch, dass selbst kleinste Details als Erkennungszeichen des bösen rechten Untergrunds angeführt werden. So etwa: „Das Tragen bestimmter einschlägiger Kleidung (Thor Steinar o.ä.)“ sowie das „Tragen von Aufklebern, Buttons, Logos, Anstecknadeln“. Selbst vor der CD-Sammlung macht man nicht halt. Das „Hören von Rechtsrock“ und der „Besuch von einschlägigen Konzerten“ können schon Anlass zur betrieblichen Observation werden…

Was den Vogel abschießt: Sogar die Denunziationsspezialisten der Antifa soll man zurate ziehen, wenn es darum geht, einen verdächtigen Kollegen ans Messer zu liefern. „Informationen von aktiven Antifaschisten/innen bzw. Kennern der rechten Szene“ werden als legitime Informationsquellen hingestellt. Damit hat ver.di meinen Respekt und meine Achtung für immer und ewig verwirkt. Wer sich mit Linksextremisten und ihrer menschenverachtenden Hatz auf Andersdenkende gemeinmacht, ist selbst nah am Abgrund des Linksextremismus und gehört zur Räson gebracht.

Im letzten Teil der Kampfschrift werden dann wirkliche Handlungsempfehlungen gegeben, die für sich sprechen:

Öffentliche Ächtung
„Outing in betrieblicher/außerbetrieblicher Öffentlichkeit: Rechtspopulistisches Engagement der Person bekannt machen und ächten. Achtung: Aufpassen, dass Rechtspopulisten nicht als Opfer oder Märtyrer wahrgenommen werden!“

Anschwärzen beim Chef
„Ansprache des Arbeitgebers: Viele Arbeitgeber wollen keine betrieblichen Konflikte wg. rechtspopulistischen Engagements und sind bereit zu helfen.“

Bei ver.di weiß man genau, welche Schritte auch in der Gewerkschaft selbst möglich sind. Aufgezählt werden etwa folgende Sanktionen gegen „Rechte“:
— keine Aufstellung auf gewerkschaftlichen Listen
— Funktionsverbot
— keine Beteiligung an VL-Arbeit, Betriebsgruppenarbeit
— Ausschlussverfahren

Im Grunde ist dieser kurzen Besprechung des ver.di-Dokuments kaum noch etwas hinzuzufügen. Deutlich wird, dass die Spaltung der Gesellschaft in „links“ und „rechts“ von linken Gruppierungen, insbesondere den Gewerkschaften, weiter vorangetrieben und auch am Arbeitsplatz vertieft werden soll. Absehbar soll also das ganze Land zum Schlachtfeld politischer Richtungskämpfe umgestaltet werden, auf dem im Idealfall jeder jedem misstraut, jeder jeden verpfeifen kann und sich somit bald kaum noch einer traut, seine (politisch unkorrekte) Meinung oder Position öffentlich zu artikulieren.

Eine abschließende Frage sei gestattet: Darf man diese Stasi-artige Herangehensweise zumindest teilweise als Bankrotterklärung aller demokratischen Gepflogenheiten werten? Hat die internationalistische Linke eingesehen, dass sie mit Argumenten und ihren (postfaktischen) Behauptungen gegen das (gerechtfertigte und längst überfällige) Erstarken rechts-konservativer Haltungen nichts mehr ausrichten kann? Hat sie sich deshalb vom Spielfeld der offenen Debatte verabschiedet und stattdessen das Schlachtfeld des politischen Klassenkampfes betreten?

Das ver.di-Flugblatt im Original: https://weserems.verdi.de/++file++58d28c754f5e92083f602fe2/download/FB_Handlungshilfe_gg_AfD_2KA%20.pdf


COMPACT steht auf der Seite des Volkes. Wir verteidigen die Meinungsfreiheit, auch für umstrittene Positionen – denn sonst ist Meinungsfreiheit nichts wert! Unterstützen Sie COMPACT und unseren „Mut zur Wahrheit“ durch ein Abonnement unseres Monatsmagazins – Hier abschließen

Über den Autor

Marc Dassen

Marc Dassen wurde 1989 in Aachen geboren und hat Anfang 2015 sein Studium der Geschichte und Philosophie mit dem Bachelor-Grad abgeschlossen. Seither arbeitet er als Journalist für COMPACT-Magazin.

 

Bitte beachten Sie unsere Kommentarregeln.

Empfehlen Sie diesen Artikel