Er wollte sich schützend vor patriotische Frauen stellen. Im Schatten der französischen Elite-Uni Sciences Po wird Quentin Deranque von einem linken Mob zu Tode geprügelt. Wir haben die Namen und Bilder der Verdächtigen. Die Blutspur reicht bis ins Parlament. Wer organisiert die Straßenmobilisierungen? Wer finanziert Strukturen? Unsere COMPACT-Ausgabe Geheimakte Antifa. Wie die Altparteien den Bürgerkrieg finanzieren, deckt den Sumpf auf. Hier mehr erfahren.
Deranque, 23 Jahre alt, Mathematikstudent und politisch in der französischen Identitären Bewegung engagiert, hielt sich am Donnerstagabend in Lyon am Rand einer Wahlkampfveranstaltung der Linkspartei La France Insoumise (LFI) auf.
Mit Quarzsandhandschuhen gegen den Kopf
Donnerstag, Lyon, 12. Februar 2026. Hauptrednerin Rima Hassan hatte sich in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht als ,,Frontfrau“ gegen patriotischen Aufbruch in Frankreich. Sie polterte von „Kampf gegen den Rechtsruck“ und forderte harte Restrektionen gegen rechte Akteure. Nach Darstellung des Staatsanwalts hielten sich Quentin Deranque und die männlichen Begleiter der Frauengruppe Némésis zunächst abseits. Als mindestens zwei der Frauen körperlich angegriffen wurden, blieb die Lage angespannt, aber noch überschaubar.

Dann stürmte eine geschlossene Gruppe von rund zwanzig Vermummten auf die jungen Männer zu. Der Staatsanwalt sprach ausdrücklich nicht von einer „Schlägerei“, sondern von einem gezielten Angriff. Die Opfer wurden zu Boden geworfen und wiederholt geschlagen, wohl auch mit Metallhandschuhen.
Als die Angreifer flohen, fand ein Freund Quentin noch bei Bewusstsein, aber schwer desorientiert. Kurz darauf verschlechterte sich sein Zustand dramatisch. Unter einem Bushaltestellenunterstand warteten seine Freunde auf den Notarzt. Am 14. Februar verstarb er. Die Obduktion ergab eine tödliche Schädelfraktur. Die massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf ließ ihm keine Chance.
Liste der Verdächtigen
Nur wenige Tage nach dem Tod von Deranque greift die Justiz endlich durch. Zehn Personen werden festgenommen. Die Ermittler sprechen von koordinierten Zugriffen in den frühen Morgenstunden, Wohnungen wurden durchsucht, Mobiltelefone sichergestellt und Videoaufnahmen ausgewertet.

Im Zentrum steht der Verdacht auf gemeinschaftlich begangene schwere Gewalt mit Todesfolge.

Unter den Festgenommenen befinden sich Adrian Besseyre, Robin Chalendard, Alexis Chaintreuil, Hélène Kuschat, Marie-Hélène Batteztini, Paul Lachal, Dimitry Vanheule, Jules-Charles Paganessi und Guillaume Amerud, sowie J.-E. Favrot.
Gerade dieser letzte Name verleiht dem Fall politische Brisanz. Favrot arbeitet als parlamentarischer Assistent für den LFI-Abgeordneten Raphaël Arnault.
Antifa im Parlament
Arnault, Jahrgang 1995, sitzt seit 2024 für die LFI in der französischen Nationalversammlung. Sein politischer Weg führte ihn jedoch nicht aus einem klassischen Parteiapparat ins Parlament, sondern aus der linksextremen Szene der Straße.
Er war Mitbegründer und langjähriger Sprecher der „Jeune Garde Antifasciste“ (Junge Garde Antifa) in Lyon, einer bewusst militanten antifaschistischen Gruppierung. Antifaschismus sei „nicht nur Theorie“, sondern müsse „auf der Straße gelebt werden“, erklärte er in der Vergangenheit. Politik verstand er nie als bloßen Debattenraum, sondern als aktiven Widerstand gegen das, was er als „faschistische Bedrohung“ bezeichnete.
Seine Nähe zu radikalen Strukturen war wiederholt Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Während seines Wahlkampfs wurde bekannt, dass er zeitweise auf einer sogenannten „fiche S“-Liste geführt wurde, einer französischen Sicherheitsdatei für Personen, die als potenziell gewaltbereit (nicht ,,nur“ verfassungsfeindlich) eingestuft werden. Arnault selbst wies jede Extremismus-Unterstellung zurück und betonte, seine Arbeit sei demokratisch legitimiert und antifaschistisch motiviert.
Nach der Festnahme seines parlamentarischen Assistenten erklärte Arnault, dieser habe seine Aufgaben vorerst niedergelegt. „Es liegt nun an der Untersuchung, die Verantwortung zu bestimmen“, schrieb er öffentlich. Eine direkte Verantwortung seiner Partei weist er zurück.
Wenn aber ein Mitarbeiter aus seinem engsten beruflichen Umfeld im Zusammenhang mit einer tödlichen Gewalttat gegen einen patriotischen Aktivisten festgenommen wird, dann wirft das Fragen auf, die sich nicht allein juristisch beantworten lassen.
Favrot gilt als enger Vertrauter Arnaults und bewegte sich ebenfalls seit Jahren im linksextremen Milieu von Lyon. Beobachter ordnen ihn ebenfalls dem Umfeld der „Jeune Garde“. Vermutlich kam der Kontakt hier zustande.
Nach seiner Festnahme wurde Favrot der Zugang zur Nationalversammlung vorläufig untersagt. Über seinen Anwalt ließ er mitteilen, er sei ,,nicht für den Tod von Quentin Deranque verantwortlich“.
Aktivistin der Némésis Yona Feadda, bestätigte zudem, dass in den Tagen nach Lyon Mitglieder der Antifa ihren Vater anriefen, drohten die Familie ,,zu besuchen“ und veröffentlichten die Wohnadresse.
Linkextremisten auf Islamismus-Kurs?
Im Jahr 2025 wurde im französischen Parlament eine offizielle Untersuchung angestoßen, die mögliche Verbindungen zwischen Parteikreisen und islamistischen Organisationen beleuchten sollte.
Hinzu kamen Kontroversen um den Straftatbestand der „Apologie des Terrorismus“. In Frankreich ist es strafbar, terroristische Taten öffentlich zu rechtfertigen oder zu verherrlichen. Mehrere Abgeordnete der LFI beteiligten sich an Debatten über eine Reform dieser Norm und stellten infrage, ob der bestehende Paragraf zu weit gefasst sei und politische Meinungsäußerungen kriminalisiere.

Die Partei steht laut Umfragen bei aktuell knapp 24%. Genaue Zahlen gibt es nicht, aber die Unterstützung unter nicht einheimischen Wählern gilt als enorm hoch. In Städten wie Toulouse hat sie reale Regierungschancen.
Paris unter Druck
Der Fall erreicht rasch die Hauptstadt. Sébastien Lecornu, Mitglied der Präsidentenpartei Renaissance und enger Vertrauter von Emmanuel Macron, findet immerhin deutliche Worte. Ohne die Ermittlungen vorwegzunehmen, stehe die La France Insoumise nun „in der Pflicht“. In ihren Reihen müsse „aufgeräumt werden – und zwar schnell“.
Es ist eine klare politische Botschaft: Der Verdacht gegen Favrot wiegt schwer.
LFI-Chef und Jean-Luc Mélenchon, der politisch bewusst auf migrantische Parallelgesellschaften als Wahlwerkzeug setzt, reagiert ungenau und panisch. Auf der Plattform X weist er die Kritik zurück und erklärt, seine Partei akzeptiere „keine Belehrungen“ von Lecornu. Dieser sei sich „nicht bewusst, was er sagt“. Die Frage ist wohl eher, ob Mélenchon begreifen will, was in Lyon passiert ist.
Zwischen Regierungslager und radikaler Linker entbrennt damit vor den Kommunalwahlen in Frankreich, ein offener Machtkampf, während im Hintergrund ein 23-jähriger Student zu Grabe getragen wird.
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