Die Macht der Floskeln: Dummdeutsch am Ende der Republik

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Eine Sammlung von Floskeln für konservative, liberale und sonstige Beschwichtiger, Beschweiger und Amrandesteher: Sie lenken ab, manipulieren, moralisieren, indoktrinieren, verdummen, verbieten, domestizieren, täuschen, begründen. Sie verhindern Widerspruch und Rebellion…

_ von Helmut Roewer

„Eine Demokratie muss das aushalten“: Diese Floskel wird benutzt, wenn Fälle besonders drastischer
Dummheit oder Vorteilsnahme oder beides zusammen auftreten, so heutzutage gern beim Massenphänomen gefälschter akademischer Abschlüsse, oder – besonders übel und deswegen erfolgreich – bei der Erfindung einer jüdischen Vergangenheit. Die Floskel soll zum Ausdruck bringen: „Mach Dir keine Sorgen, das System ist so stabil, dass die Kleinigkeiten, die Dir aufstoßen, aufs Ganze gesehen, nichts ausmachen.“

Doch ach: Die Formel lenkt ab, denn die Staatsform Demokratie ist etwas Abstraktes; sie hat keine Gefühle und kann demzufolge auch nichts aushalten oder nicht aushalten. Ganz anders die Bürger, die einen Staat bilden und für seine Organisation sorgen und im Falle der Demokratie davon überzeugt sein sollen, dass diese gut für sie und das Land ist. Ob sie das aushalten, wenn ihre Repräsentanten sich ständig so  benehmen, wie es anderen verboten ist, das ist die eigentliche Frage. Wenn sie, die Bürger, an einen Punkt kommen, wo sie die Dinge nicht mehr aushalten, die man ihnen zumutet, neigen sie zu Gewalttätigkeiten. Das sollte bedenken, wer das Aushalten exzessiv predigt. Viele hören bereits heute nicht mehr hin.

„Ein Parlament muss halt der Spiegel der Bevölkerung sein“: Diese Floskel wird angewendet, wenn
begründet werden soll, warum in deutschen Parlamenten so viele Taugenichtse, Minderbegabte und
Ausbildungsabbrecher sitzen. Nie hörte ich davon, dass einer vom Spiegel der Bevölkerung sprach, wenn es um die knappe Hälfte derjenigen geht, die sich in unserem Land den Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen. Sie gehören offenbar nicht zum Spiegel der Bevölkerung.

Doch ach: Was ist denn eigentlich der Grund dafür, dass das Parlament ein Spiegel der Bevölkerung sein soll? Schätzen die Parlamentarier ihre Arbeit als so durchschnittlich ein, dass sie keinerlei überragende Kenntnisse und Fähigkeiten brauchen, um ein Volk zu lenken, die Regierung zu bestimmen und Gesetze zu erlassen? Ähnliche Leichtfertigkeit leistet man sich hierzulande bei Busfahrern und Rheinschiffern nicht – Ansätze zur Auflösung strikter Berufs-Prinzipien sind bislang nur bei syrischen Gefäßchirurgen zu erkennen. Nun vertraut man Abgeordneten zwar keinen Reisebus und kein Skalpell an, aber immerhin die Frage, ob demnächst noch Busse fahren und wer bei wem das Messer ansetzen darf.

Der Ökoterror der Grünen nimmt immer bizarrere Formen an. Wie weit er bereits gediehen ist, haben wir in COMPACT-SPEZIAL 22  „ÖKO-DIKTATUR. DIE HEIMLICHE AGENDA DER GRÜNEN“, das Ende Juni am Kiosk erscheint, für Sie recherchiert. Der von der Merkel-Regierung für das Jahr 2050 beschlossene Totalausstieg aus allen fossilen Energieträgern ist noch lange hin, mag man sich trösten. Bis dahin kann man noch Auto fahren, in den Urlaub fliegen, Schnitzel essen, mit Öl und Kohle heizen, seinen Arbeitsplatz in den angeblich schmutzigen Branchen behalten. Doch die Klimahysteriker machen Druck, die Verbote vorzuziehen. Das Jahr 2011 hat gezeigt, wie ein einziges Ereignis am anderen Ende der Welt genutzt werden kann, um von einem Tag auf den anderen aus einer bis dahin per Gesetz garantierten Energieform, der Atomkraft, auszusteigen. Was wird wohl passieren, wenn Robert Habeck Kanzler ist? Hier zu bestellen. 

„Man muss sie sich selbst entzaubern lassen“: Bei dieser Floskel handelt es sich um ganz spezielles
Konservativen-Deutsch. Es wird angewendet, um die Selbstbeschwichtigung vor der Übernahme der grünen Herrschaft zum Ausdruck zu bringen. Der Sprecher will sagen, dass ihm die absolute Schädlichkeit grüner Politik bekannt sei, man diese Leute jedoch jetzt einmal an die Macht lassen soll, damit deren Unsinn im Scheitern für jedermann sichtbar werde.

Doch ach: Es ist ein Gebot von Erfahrung und Vernunft, dass man Totalitäre von der Macht fernhält. Lässt man sie, vermeintlich versuchsweise, an die entscheidenden Schalthebel, werden sie ihre Konzepte der Intoleranz unverzüglich umsetzen und ihre unbedarften Helfershelfer ohne Scheu liquidieren. Zur Jahreswende 1932/33 geschah genau dieses: Die Konservativen glaubten, sie könnten die NSDAP und ihren Führer durch an-die-Macht-lassen domestizieren und somit entzaubern. Ein Jahr später waren die Steigbügelhalter außer Landes getrieben oder ermordet.

Aufgeregtes Stühlerücken: Er vergleicht die Grünen mit der NSDAP. Tue ich das? Mir ging lediglich durch den Kopf: Unduldsamkeit gegen Andersdenkende, Hilfstruppen zur Ausübung von Gewalt (SA beziehungsweise Antifa), irrationale Jugendindoktrination, hämmernde einseitige Propaganda, rücksichtslose Okkupation der Medien, Erziehung des Volkes zu neuen Menschen, globale Perspektiven grotesk-deutschen Denkens (am deutschen Wesen…) vor allem bei politischen Wahnvorstellungen (hie Klimawahn, dort Rassenwahn), Isolierung im Konzert der Völker, Rindfleischverbot und Reichseintopftag – und zu guter Letzt: Auch der einzige Führer, den wir je hatten, war ein strikter Vegetarier, und die deutschen Frauen liebten seine blauen Augen.

„Die Menschen wollen das so“: Die Floskel wird angewendet, wenn es für eine Angelegenheit keine sachliche Begründung gibt und zudem kein Widerspruch geduldet werden soll. Der Trick der Floskel besteht aus zwei Teilen: (1) „Die“ Menschen ist ein Synonym für alle Menschen. Jeder, der nachfragt oder gar anderer Meinung ist, weiß von vornherein, dass er ein am Schwachsinn schrammender Außenseiter ist, der (2) von Demokratie nichts verstanden hat, denn wenn die, also alle Menschen etwas wollen, ist der Gipfel der Demokratie erreicht.

Aber ach: Niemand hat die Menschen gefragt, die angeblich alle einer Meinung sind. Um das zu überspielen, gibt es Umfragen, die vorher und nachher bestätigen, was gewollt werden soll.

Die EU-Wahl brachte „Hoffnung für Europa“, wie die Titelschlagzeile in der Juni-Ausgabe von COMPACT lautet: Le Pens RN wurde stärkste Partei in Frankreich, Salvinis Lega deklassierte die Konkurrenz in Italien, Orbans Fidesz erzielte gar 56 Prozent in Ungarn. Diese Drei sind die Leuchttürme eines Europa der Vaterländer, zieren zurecht unser neues Cover. Mit einem Klick erhältlich. Oder besser gleich ein Abo, um keine Ausgabe mehr zu verpassen.

„Eine europäische Lösung muss her“: Seit der Kohl-Ära ständige Forderung für alles, um dessen
Entscheidung man sich herumdrücken wollte und will. Wurde angewendet zum Beispiel für Nahrungs- und
Industrieproduktion, Landwirtschaft, Währung, Bewaffnung, Grenzregime, Einwanderung, Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und Datensicherheit, Verkehrswesen, Subventionsunwesen. Hat zur Folge, dass das ohnehin schon überkomplizierte Recht nunmehr undurchschaubar geworden ist, was den Vorteil hat, dass die, die es sich leisten können, sich leisten können, was sie wollen.

Zur Beurteilung des Nutzens der europäischen Lösungen gibt es eine einzige schlüssige Kontrollfrage, nämlich: Welchen Nachteil hat der Bürger, wenn man die europäische Lösung ersatzlos streicht? Die Antwort lautet: keinen – in nahezu allen Fällen.

Foto: Helmut Roewer

„Man muss an die Enkel/die Eisbären denken“: Die Floskel bringt zum Ausdruck, dass wir jeden Tag etwas tun, was für die Enkelgeneration oder die Eisbären oder für beide gleichzeitig das Leben in diesem Land, auf diesem Kontinent, auf diesem Globus unmöglich machen wird. Das anstößige Tun ist uns also zu verbieten – keine Frage. Die eigentliche Frage allerdings, ob das, was verboten werden soll, überhaupt einen Einfluss auf die zu erwartende Apokalypse haben kann, ist den Bürgern dank der moralischen Mächtigkeit der Floskel versagt.

Aber ach: Die Leute, die uns auf die Enkel einschwören wollen, haben in der Regel nicht einmal eigene Kinder oder sind der Meinung, dass man Kinder wegen ihres ökologischen Fußabdrucks überhaupt verbieten sollte. Sollten sie, die Weltenretter, irgendwo einem Eisbären in freier Wildbahn begegnen, wünsche ich ihnen und dem Eisbären viel Vergnügen. Die Floskel ist also, was sie ist: Gaga.

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11 Kommentare

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    Warum wohl sind bzw waren sog. Diktaturen stets viel erfolgreicher als die demokratischen Schwatzbuden mit ihren gierigen Parlamentswanzen?

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      Betrachtet man 5000 Jahre Geschichte,waren Demokratien die krasse Ausnahme,kurzlebig und meistens so desaströs wie unsere,die de facto eine Diktatur der Plutokraten ist.

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    Da ist tatsächlich was dran, daß ein Busfahrer eine Qualifikation braucht, nämlich den Busführerschein samt Personenbevörderungserlaubnis und der Politiker nicht einmal den Hauptschulabschluß.
    Tatsächlich hast du bei den Politikern einen Haufen Leute von Schul-und Studienabbrechern und solchen, die mit ihrem Abschluß – weil einfach und (deshalb) zu häufig vorkommend keine Karriere zu machen ist und solchen, die neben ihrer Arbeit genug Freizeit haben/hatten, um sich um Politik zu kümmern.
    Dadurch, daß die meisten von ihnen nie in die Verlegenheit kamen, einen Beruf, der etwas einbringt auszuüben, sind die auch alles Andere als ein Querschnitt der Bevölkerung. Dazu sollte man als Eingangsqualifizierung furs Parlament eine abgeschlossene Berufsausbildung verlangen und mindestens 5 Jahre Ausübung dieses Berufes. Das würde mglw. das Durschnittsalter der Parlamentarier noch etwas erhöhen, aber da inzwischen auch die geringqualifizierten "Berufspolitiker" seit Jahrzehnten festgesessen haben, garnicht einmal so viel! Jedenfalls wäre es bestimmt nicht falsch, wenn auch Naturwissenschaftler, Handwerksmeister, Polizisten, Bauern und Facharbeiter mit Berufserfahrung vermehrt im Parlament säßen.

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    Demokratie ist schlicht die Diktatur der Dummen. Da gibt es nix zu deuteln, weil die Mehrheit nicht aus "Einsteins" besteht. Wenn diese Mehrheit freiwillig in die Wahlzellen eilt, um kundzutun beraubt, bestohlen und belogen werden zu wollen, wird es auch so sein. Die dazu erforderlichen Ausführenden sind ja ausreichend vorhanden.

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    Duis Libero am

    Wie oft muss ich hier noch schreiben, dass wir normativ nicht in einer Demokratie, sondern in einer Republik leben?!

    Und ins Parlament gehört kein Spiegel, den hängt man an die Wand, sondern die Besten unter uns, die "nach bestem Wissen und Gewissen" die Wahrheit, so gut es eben geht, erkennen und das Richtige i.S. des Rechtsprinzip namentlich des Volkes entscheiden. Tatsächlich mag der Kumpel aus’m Ruhrgebiet dafür besser geeignet sein als der in diesem jetztigen Bildungssystem ausgebildete Volljurist. Wer ins Parlament reinkommt, entscheiden wir natürlich nach dem Demokratieprinzip i.S. der Verhältniswahl – eine bessere Methode kenne ich jedenfalls nicht.

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    Das Glaubensbekenntnis eines Systemlings. Für wen Grüne und NS daß gleiche sind,der ist ein Linker .Cave Canem!

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    brokendriver am

    Dummdeutsch am Ende der Republik ist ein Markenzeichen des CDU-SPD-Regimes seit 1949.

    Die Sprechblasen dieses Regimes gefährden das Klima mehr als alles andere.

    Zum Glück sterben die sogenannten "Volksparteien" wie die Dinosaurier endlich aus.

    Deutschland braucht keine CDU und keine SPD mehr….

    und keinen SPD-Parteien-Präsidenten im Berliner Schloss Bellevue,

    der die Schuld am aktuellen CDU-SPD-Regime trägt.

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    Eine neue Floskel wurde aber vergessen. Im Zusammenhang mit dem Strache-Ibiza-Video
    sprach ein Fernsehsprecher von einer "zivilgesellschaftlich motivierten Tat".

    Das ist wahrscheinlich als ziviles Gegenstück zur "religiös motivierten Tat" gemeint,
    womit gewöhnlich die Verbrechen von Moslems verharmlost werden sollen.

    Zivilgesellschaftlich motivierte Tat – Da klappt dem Fernseh-Michel doch glatt der Unterkiefer runter.
    Klingt fast so wie Zivilcourage oder ziviler Ungehorsam bzw. Gehorsam. Mehr braucht man nicht sagen.
    Die Manipulation ist bereits perfekt. Niemand mehr möchte nachfragen.

    Ja, die Menschen wollen es halt so und die Demokratie wird das schon aushalten, solange alle nur
    an die Kinder der Eisbären denken. Nur bei der Klimarettung hilft eine Europäischen Lösung nicht.
    Hier müssen globale Vereinbarungen, wie der Migrationspakt beispielshalber, den wollenden Völkern
    untergeschoben werden.
    Allerdings kann man das auch eine "Zivilgesellschaftliche motivierte Tat" nennen.

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    heidi heidegger am

    [ „Ein Parlament muss halt der Spiegel der Bevölkerung sein“ ]

    ..schauen wir uns dazu erstmal die Söhnchen an: Lammbsdorff und Dregger und dann schauen wir auf gescheiterte Existenzen (Lindner und Petry). Dass gefühlte 35% der Bankdrücker zu Berlin Rechtsanwälte sind, war schon in Paris 1789 (allerdings) so, hihi..

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      heidi heidegger am

      Die alllerbeste Floskel *ever* fehlt aber: "Wir haben die Gesellschaft gründlich zivilisiert." (zit. GRÜNEn-Uroma Antje Vollmer/ExMaoistin(?))

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    Ketzerlehrling am

    Ganz falsch ist das mit dem Spiegel der Bevölkerung nicht. Denn auch da nimmt neben der Dummheit die Inkompetenz, der Narzissmus, Job, Beziehung oder Freundschaft als Selbstzweck, Asozialität und Amoral immer mehr zu. Ob Bevölkerung oder Politiker oder die Justiz und Polizei, alle sind Menschen und die eine Fehlleistung der Evolution.

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