Susan Sziborra-Seidlitz und ihre Partei werden nicht müde, mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn es um jahrzehntelang zurückliegende Mitgliedschaften in rechtsgerichteten Organisationen geht. Doch jetzt holt ausgerechnet die Vergangenheit ihres Mannes die Grünen-Spitzenkandidatin ein. Wir liefern alle Hintergründe zum Skandal, der möglicherweise die Landtagswahl entscheidet. Passend dazu: Die Sieger-Silbermedaille Ulrich Siegmund, endlich bei uns eingetroffen, aber schon fast vergriffen. Greifen Sie jetzt schnell zu, denn die Prägung ist auf 1000 Stück limitiert. Hier bestellen!

    Quedlinburg, eine heute etwa 23.000 Einwohner zählende Stadt im Harz, die vor allem für ihre Altstadt, die als UNESCO-Welterbe gilt, bekannt ist, war Anfang der 1990er-Jahre eine Hochburg der rechtsextremen Skinhead-Szene. Wie überall gründeten sich nach dem Mauerfall neue Gruppierungen, meist in Form von Kameradschaften, in denen sich vor allem neu politisierte Jugendliche und junge Erwachsene sammelten. In diese Zeit des politischen Umbruchs fiel, bedingt durch die Kriege auf dem Balkan, eine neue Migrationskrise, die in mehreren deutschen Städten zu gewalttätigen Eskalationen und Angriffen auf die Heime der Asylbewerber führte. Allen voran die bis heute bekannten Bilder aus Rostock-Lichtenhagen oder Hoyerswerda, aber auch in Quedlinburg flogen im September 1992 Steine und Molotowocktails auf die Asylbewerberunterkunft in der Oeringer Straße.

    David Seidlitz: Der „stadtbekannte Neonazi“

    In diesem politisch aufgeheizten Klima politisierte sich nun auch David Seidlitz, der sich etwa um das Jahr 1993 einem sogenannten „Unabhängigen Arbeitskreis“, einer freien Kameradschaftszelle, die Teil der sog. „Harzfront“ gewesen ist, anschloss. Der Aufbau dieser Arbeitskreise ging seinerzeit auf Steffen Hupka zurück, seit Mitte der 1980er-Jahre als damaliger Begleiter Michael Kühnens eines der bekanntesten Gesichter jener politischen Richtung, die von der Mainstream-Presse unter dem Schlagwort „Neonazismus“, sprich einer neuen Generation von selbst erklärten Nationalsozialisten, die nicht mehr der NS-Zeit entstammten, zusammengefasst wird.

    Das „Antifaschstische Infoblatt“ veröffentlichte 1995 ein Foto von Daid Seidlitz und weiteren Mitgliedern des „Unabhängigen Freundeskreises“. Foto: privat

    Im Herbst 1995 veröffentlichte das „Antifaschistische Infoblatt“ einen Artikel mit mehreren Bildern, die Seidlitz während einer Wanderung mit weiteren Mitgliedern des „Unabhängigen Arbeitskreises“ zeigen. Unter der Überschrift „Deutsche Recken“ wird der junge Rechtsextremist von den Antifa-Schreibern als „stadtbekannter Neonazi“ von Quedlinburg bezeichnet, über den, so lässt sich den Formulierungen entnehmen, den Linksextremisten weitere Informationen vorzuliegen schienen. In den Folgejahren verliert sich die Spur von Seidlitz jedoch, auch in sozialen Netzwerken sind nur wenige Erkenntnisse zu finden. Begleiter von damals schildern, ihn irgendwann aus den Augen verloren zu haben. Doch jetzt ist David Seidlitz wieder zurück und füllt die Schlagzeilen der Zeitungen – dank einer COMPACT-Recherche, die den Landtagswahlkampf von Sachsen-Anhalt durcheinander wirbelt.

    Auszug aus dem Artikel der linksextremen Zeitung „Antifaschistisches Infoblatt“ aus dem Herbst 2026. Foto: privat

    Plötzlich Geschäftsführer bei den Grünen

    Seidlitz ist mittlerweile Ehemann der Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz, von ihren Anhängern „Suse“ genannt, sowie gleichzeitig Regionalgeschäftsführer der Grünen. Für den gesamten Bereich Sachsen-Anhalt Mitte, worunter die Kreisverbände Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Dessau-Roßlau, Saalekreis, Wittenberg fallen. Eine wichtige Funktion mit einem großen Einzugsgebiet – für jemanden, der aus der Neonazi-Szene stammt und jetzt ausgerechnet bei den Grünen Karriere macht. Ein erstaunlicher Sinneswandel?

    Dabei geht es in der aktuellen Debatte nicht darum, jahrzehntelang zurückliegende politische Ansichten zu bewerten oder als Ausschlussgrund für spätere politische Betätigungen ins Feld zu führen. Es gab auch Anfang der 1990er-Jahre Gründe, sich nationalpolitisch zu betätigen und gerade ein junger Mensch kann schnell in Gruppierungen geraten, die möglicherweise über berechtigte Ziele hinausschießen. Nein, es geht schlichtweg um die Grüne Doppelmoral, ständig mit dem Zeigefinger in Richtung der AfD zu zeigen, der beispielsweise konkret in Sachsen-Anhalt die Vergangenheit einiger Funktionäre bei der „Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ)“, die bis zu ihrem Verbot nationalistische Zeltlager organisierte, vorgeworfen wird. Während gleichzeitig neben der Grünen-Spitzenkandidatin ein bekanntes Gesicht der Quedlinburger Neonaziszene aus den frühen 1990er-Jahren im Bett liegt. Von der entsprechenden Filz-Thematik bei familiären Anstellungsverhältnissen in gemeinsamen politischen Parteien ganz zu schweigen.

    COMPACT deckt grüne Doppelmoral auf

    COMPACT ist es zu verdanken, dass diese doppelten moralischen Standards jetzt deutschlandweit in aller Munde sind. Unsere Nachwuchs-Reporterin Lea hat die grüne „Suse“ bei einer Wahlkampfveranstaltung zur Rede gestellt. Und sichtlich überrascht. Zwar verweist Sziborra-Seidlitz auf den Ausstieg ihres Mannes und betont, er wäre mittlerweile ein „lupenreiner Demokrat“ und „Antifaschist“, doch während sie in der eigenen Familie große Toleranz gegenüber früheren radikalen Ansichten zeigt, zeichnet sich gerade die grüne Politik durch stetige Intoleranz aus, wenn es gegen frühere Betätigungen von Personen geht, die nicht gerade im Schlafzimmer ihrer Spitzen-Politiker, sondern beispielsweise bei konkurrierenden Parteien, zu finden sind.

    Diesen Widerspruch wird Sziborra-Seidlitz in den nächsten 7 Tagen bis zur Landtagswahl am 6. September 2026 sicherlich noch öfter erklären müssen. Und wer weiß, vielleicht folgen noch weitere Enthüllungen aus der Vergangenheit ihres Mannes, welche die Erklärungsnot vergrößern könnten. Der Staub ist aufgewirbelt.


    Landen die Grünen unter 5 %, wird Ulrich Siegmund die Wahl gewinnen. Passend dazu: Die Sieger-Silbermedaille Ulrich Siegmund, endlich bei uns eingetroffen, aber schon fast vergriffen. Greifen Sie jetzt schnell zu, denn die Prägung ist auf 1000 Stück limitiert. Hier bestellen!

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