Der namenlose Geisterfahrer von Heidelberg

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„Stories“ sind Drehbücher, denen es oft an Glaubwürdigkeit mangelt. Man kennt das aus Hollywood, wo sich Regisseure so ziemlich alles aus den Fingern saugen können, was ihnen grad in den Sinn kommt. Wer eine gute „Story“ schätzt, hier ist eine. Frisch aus Heidelberg.

Jemand mietet sich ein Auto, rast damit in eine Menschengruppe und hat beim Aussteigen ein Messer in der Hand. Das nennt sich bei der Polizei anschließend „kein terroristischer Hintergrund“, es müsse sich um einen „Unfall“ gehandelt haben, vielleicht war der Täter auch schlicht „verwirrt“. Was wiederum – der deutsche Film ist bekanntlich qualitativ schlechter als der amerikanische – der Grund dafür ist, dass sofort ein Polizeigroßaufgebot zur Stelle ist, um den Sonntagsfahrer gleichmal krankenhausreif zu schießen. Natürlich hat der verwirrte Schwarzhaarige mit Vollbart, von Zeugen nachweislich als „südländisch“ (von der Polizei aber nur als „35jährig“) beschrieben, laut Behörden „keinen Migrationshintergrund“. Der Name des Messerfahrers wird indes nicht genannt, wohl aber der eines Verletzten und zwar mit Vor- und Nachnamen – warum? Weil diese eher nicht deutsch klingen? Weil Autochthon-Rassismus hierzulande nichts Neues bei Polizei und Presse ist?

Nochmal, zum Durchatmen: Der Grund der Todesfahrt war völlig unklar, als die sogenannten Ermittlungsbehörden schon lauthals in die Presse und grenzgenervt auch per Twitter posaunten, sie schlössen einen Terrorakt aus. Wie das, wenn der Verunfaller sein Auto ebenso rasant wie anscheinend vorsätzlich in Menschen hineinsteuert, um dann bewaffnet auszusteigen? Dazu addiert sich folgendes Kryptikum des Merkelschen Gesetzauges: „Die Polizei gehe nicht von einem islamistischen Motiv aus, könne dies aber zunächst weder dementieren noch bestätigen“. Spiegel Online. Unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Ein Nichtmuslim kann´s daher nicht gewesen sein, denn bei dem wäre ein islamistisches Tatmotiv definitiv auszuschließen. Richtig?

Was bleibt, ist ein Eindruck, der keinesfalls neu ist: Dass die Polizei die Aufklärung der Öffentlichkeit schlampig, unter erheblichem Drogeneinfluss und/oder auf politische Weisung hin absichtlich missverständlich vornimmt.

Alles Mutti oder was?

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