Die Bahn verbietet das Bier auf dem Bahnsteig und feiert sich dafür als Heldin der Sicherheit. Ob sich Ausländerkriminalität damit bekämpfen lässt?! Das Wörterbuch «Links-Deutsch/Deutsch-Links» rechnet mit dem politischen Irrsinn ebenso bissig wie humorvoll ab. Hier mehr erfahren.

    Die Deutsche Bahn hat erkannt, welche Probleme Reisende wirklich an Bahnhöfen umtreiben. Nicht die Gefahr, vor den Zug geworfen zu werden, nicht die Sorge von organisierten Taschendieben aus dem Irgendwo, nicht Grapsch-Attacken, nicht Aggressivität, nicht fremde Sitten. Nein, es sind die blonden Alkoholkonsumenten am Bahnsteig.

    Deswegen wird jetzt durchgegriffen.. Ab Oktober ist Schluss mit dem Bierkonsum. Die DB beruft sich auf ihr Hausrecht und auf die Erkenntnis, dass betrunkene Menschen dazu neigen, andere Personen zu nerven. Wer hätte das gedacht? Ein solches Verbot herrscht tatsächlich schon zum Beispiel in Hamburg, München und Frankfurt, aber jetzt soll es schrittweise in ganz Deutschland durchgesetzt werden. Ab 1. September betrifft es auch Berlin Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig.

    Die Zahl der Übergriffe ist im letzten Jahr massiv gewesen. Laut Bundespolizei gab es im vergangenen Jahr auf Bahnhöfen und in Zügen über 980 Messer- und rund 2.200 Sexualdelikte. Hinzu kommen mehr als 5.600 Angriffe auf Polizisten.

    Überall Verbotszonen

    Bereits im Februar 2026 hatte Bahnchefin Evelyn Palla zum großen Sicherheitsgipfel geladen. Herausgekommen sind Bodycams für alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt, 200 zusätzliche DB-Sicherheitskräfte, weitere Deeskalationstrainings und ein aufgepeppter Hilferufknopf. Palla sprach stolz von einer „Null-Toleranz-Strategie gegenüber jeder Form von Gewalt. Doch über die Forderung nach Remigration ist nicht gesprochen worden.

    Und wie immer, wenn die BRD ein Sicherheitsproblem hat, lautet die Antwort: Verbotszone. Als ob das entsprechende Klientel sich plötzlich an Schilder halten würde. Man kennt das ja von den Messerverbotszonen – seitdem werden bekanntlich deutlich weniger unschuldige Menschen abgestochen.

    Werden die Flachmänner jetzt ein Comeback erleben? Und wie bitte möchte die Bundespolizei und die DB-Sicherheitskräfte das Verbot kontrollieren? Ist es überhaupt möglich so viel Personal einzusetzen oder wird das Projekt an der Umsetzung scheitern?

    Sollen das Sicherheitspersonal jetzt Pendler mit Feierabendbier verfolgen? Statt konsequent gegen die eigentlichen Gewalttäter vorzugehen, setzt man auf symbolische Alkoholverbote und hofft, dass sich das Klientel dadurch plötzlich zivilisiert verhält. Fragen über Fragen.

    Das Wörterbuch «Links-Deutsch/Deutsch-Links» rechnet mit diesem Wahnsinn ebenso bissig wie humorvoll ab. Hier bestellen.  

     

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