Das dunkle Geheimnis des Dr. Sex

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Heute vor 70 Jahren erschien der erste Band des berühmt-berüchtigten Kinsey-Reports Das sexuelle Verhalten des Mannes. Sein Autor Alfred Kinsey war der Vordenker der sexuellen Revolution schlechthin. Er legte den Grundstein für die enttabuisierte Gesellschaft. Sein Lebenswerk errichtete er auf dem Leid unzähliger Opfer.

Ein unscheinbarer Mann, äußerlich ganz Gentleman, immer gut gekleidet, gepflegter Haarschnitt, Tweed-Jacke, weißes Hemd, schwarze Fliege, steht am Beginn einer gesellschaftlichen Transformation, die er selbst nicht mehr erlebte und auch kaum für möglich hielt. Der US-Sexualforscher Alfred C. Kinsey (1894–1956), bekannt geworden durch den nach ihm benannten Kinsey-Report, untersuchte seit den 1930er Jahren das Paarungsverhalten seiner Studenten an der Universität Indiana. Seine Vorlesungen trieben die damals als dringend notwendig empfundene Aufklärung voran, sollten das Schweigen brechen, mit Mythen aufräumen, das bislang Unaussprechliche benennen – unerhört für die damalige Zeit. Bei vielen Studenten rannte der Professor offene Türen ein, seine Weisheiten wurden von einem jungen, wissbegierigen Publikum bereitwillig aufgenommen.

Seine Expeditionen in die Schlafzimmer Amerikas begleitete ein Sturm der Entrüstung, der von seinen Unterstützern – das Geld kam von der Rockefeller-Stiftung – als frömmelnde Prüderie gewertet wurde. Kinsey gilt seither als Eisbrecher der Sex-Debatte und Revolutionsführer einer neuen Offenheit in einem Land, das damals noch weitgehend von sittlicher Strenge und konservativen Moralvorstellungen geprägt war. Seine Studien zeichneten hingegen das Bild einer völlig verdorbenen Gesellschaft, die unter ihrer keuschen Oberfläche hemmungslos sündigte.

Betrug mit Daten

Regelmäßig lud der Dozent seine Studenten zu sich nach Hause ein, wo er weitere Ratschläge zum Besten gab, sogar seinen Wagen verlieh er an junge Pärchen, damit sie sich auf der geräumigen Rückbank vergnügen konnten. Bei privaten Sexpartys, die er nach Aussagen von Kollegen in seinem Eigenheim veranstaltete, zeigte der unauffällige Akademiker sein wahres Gesicht. Seine persönlichen Vorlieben für sadomasochistische und homosexuelle Praktiken waren seinen damaligen Mitarbeitern nur zu gut bekannt und nahmen bald krankhafte Züge an. Sogar seine eigene Frau Clara, seine Assistenten und deren Ehegattin-nen wurden in Kinseys Versuchsreihen zu Probanden degradiert, wie die ZDF-Reportage Kinsey – der Sex Pionier (2014) enthüllte. «Die Mitarbeiter waren praktisch Versuchskaninchen», bestätigt die Professorentochter Ann. Jene Swinger-Veranstaltungen nahm er zu wissenschaftlichen Zwecken auf Video auf. Währenddessen saß er daneben und fertigte Notizen an, wenn er sich nicht gerade selbst in das Vergnügen eingliederte. «Sex war sein hauptsächliches Hobby, (…) er war interessiert an Sex mit Männern, Frauen, Kindern und Tieren», erzählte sein damaliger Mitarbeiter Paul Gebhardt 1998.

Seine statistischen Erhebungen und Publikationen zum Sexualverhalten der Amerikaner, die er seit Anfang der 1940er Jahre anfertigte und für die er tausende Probanden aus allen Gesellschaftsschichten rekrutierte, bestanden aus einigen hundert indiskreten Fragen. Sein Trick: Er erkundigte sich suggestiv nur wann die Befragten zuletzt abweichende Sexualpraktiken ausprobiert haben – nicht ob überhaupt. Schon bald nach der Veröffentlichung wurde Kritik laut. Fachkollegen warfen ihm gravierende Fehler bei der Sammlung und Auswertung seiner Daten vor, monierten Übertreibungen und Sensationshascherei. Die Forscherin Judith Reismann unterzog die Studien in den 1980er Jahren einer genauen Prüfung und zeigte, dass diese durch einseitige Auswahl der Probanden und Verschleierung ihrer jeweiligen Orientierung manipuliert worden waren. Von den 4.000 männlichen Auskunftspersonen saßen mindestens 1.400 während der Befragung
bereits wegen begangener Sexualverbrechen hinter Gittern. Normale verheiratete Paare ließ er weitgehend außen vor. So kam ein verheerendes Zerrbild der Gesellschaft zustande, das die Normalität höchst unkonventioneller Praktiken nahelegte. Seinen Angaben zufolge seien 95 Prozent der männlichen Amerikaner als Sexualstraftäter zu bezeichnen. 69 Prozent sollen regelmäßigen Verkehr mit Prostituierten
gehabt, 38 Prozent bereits homosexuelle Erfahrungen gemacht und 17 Prozent der US-Landwirte Sex mit Tieren praktiziert haben.

Nichtsdestotrotz oder gerade wegen solch sensationell-empörender Befunde lasen die Amerikaner den Kinsey-Report, das sogenannte Sex-Zeugnis für die USA, mit großem Interesse. Der erste Teil seiner Reihe, Das sexuelle Verhalten des Mannes (1948), wurde zum Bestseller und verkaufte sich über 200.000 Mal in den ersten zwei Monaten – Sex sells. Kinsey wurde zum Star, seine Forschungen ein Trend, der Dämme einzureißen vermochte. Der 1953 veröffentlichte zweite Teil, Das sexuelle Verhalten der Frau wurde noch erfolgreicher, stand aber unter ungleich größerem Druck der Kritiker – die Frau war heilig, ihre Scham zu entblößen der Gipfel der Unanständigkeit. «Eine Wirkung wie eine Atombombe» konstatierte das Time-Magazin in seiner August-Ausgabe desselben Jahres.

Vergewaltigung von Kleinkindern

Die kindliche Sexualität fand Kinsey, der Menschen von Geburt an als «sexuelle Wesen» betrachtete, besonders spannend. Ab den 1940er Jahren erforschte er diese auch experimentell. «Es ist schwer zu verstehen, warum ein Kind darüber verstört sein sollte, wenn man seine Genitalien berührt (…), es sei denn aufgrund kultureller Prägung», meinte der Professor. So sind im Rahmen seiner Versuchsreihen hunderte Babys und Kinder im Alter von zwei Monaten bis 15 Jahren, wie er sagt, «stimuliert» worden. Kinseys Helfer
maßen mit der Stoppuhr die Zeit bis zum Höhepunkt und wollen dabei festgestellt haben, dass auch kleine
Kinder multiple Orgasmen hätten – nämlich immer, wenn sie schrien oder weinten.

Für diese Untersuchungen soll das Kollegium bei einer Reihe pädophiler Gewalttäter Erfahrungsberichte angefragt haben. «Kinsey bat Pädophile in den USA und im Ausland, Kinder zu missbrauchen (…), weil er nur so seine Daten über die vorgeblich normale Kindersexualität bekommen konnte», so Reismann. Den ergiebigsten Datensatz steuerte ein Serientäter, Rex King alias Mr. Green, bei, der knapp 800 Kinder misshandelt und seine handschriftlichen Notizen unter Kinseys Anleitung angefertigt haben soll. Diese und andere Korrespondenzen werden bis heute in den Archiven des Kinsey-Instituts unter Verschluss gehalten.

Die Kritikerin Reismann dokumentierte die Abgründe des Sexologen auch in ihrem Buch Kinsey, Sex und
Betrug. Der Dokumentarfilm The Children of Table 34 (Die Kinder von Tabelle 34) zeigt ein erschreckendes Ausmaß pädokrimineller Gewalttaten, die im Zusammenhang mit Kinseys Experimenten begangen worden sein sollen. Die namensgebende Tabelle aus Kinseys erstem Bestseller listete die Untersuchungsergebnisse
zur Orgasmusfähigkeit hunderter Kleinkinder auf. Bei einem elf Monate alten Säugling wollen die Sexwissenschaftler 14 Orgasmen in 38 Minuten festgestellt haben.

Ein Pakt mit dem Teufel

Einige Stimmen ziehen aufgrund der unglaublichen Ausmaße der Gewaltakte, die geschehen sein müssen, um die Daten zu generieren, auch die Möglichkeit in Betracht, dass die Statistiken schlicht erfunden wurden, um ein bestimmtes Bild kindlicher Sexualität zu zeichnen – basierend auf nichts anderem als der Phantasie der Wissenschaftler. Der Betrugs-These widersprechen aber Geständnisse und Aussagen von Beteiligten und Opfern. Am 10. August 1998 wurde erstmals die Sendung Secret History: Kinseys Paedophiles auf dem britischen Sender Channel 4 ausgestrahlt, die neben entlarvenden Äußerungen von Kinseys Vertrauten und Mitarbeitern auch die Erinnerungen einer misshandelten Frau enthält, die keinerlei Zweifel mehr übrig lassen. Esther White berichtet: «Mein Vater lieferte ausgefüllte Fragebögen an das Kinsey-Institut über die Misshandlungen, die er an mir beging.» Bis heute weigern sich die Verantwortlichen, den Fall zu untersuchen. Nicht ein einziger der Beteiligten wurde jemals strafrechtlich belangt.

Kinseys Nachfolger in den USA distanzieren sich nach wie vor energisch von all diesen Vorwürfen. Der ehemalige Präsident des Instituts und Koautor des zweibändigen Reports, Paul Gebhard, erklärte dagegen in der britischen TV-Reportage, dass man sich der zwielichtigen Aktivitäten des Kollegiums voll bewusst war. Die Forscher kooperierten mit Sexualstraftätern, gaben jene nicht der Strafverfolgung preis, selbst wenn sie mit internationalem Haftbefehl gesucht wurden: «Es war illegal, und wir wussten das.» Ein anderer ehemaliger Mitarbeiter, Wardell Pomeroy, äußerte dazu: «Kinsey hätte einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, wenn es seiner Forschung geholfen hätte.» Besonders offenherzig bekundete der ehemalige Kollege und Akt-Fotograf Clarence Tripp die Geisteshaltung der Kinseyaner: «Pädophilie ist eine praktisch nicht existierende Art von Verbrechen. (…) Sexuelle Belästigung von Kindern, was soll das sein? Niemand weiß das.» Niemand, außer den unendlich vielen Opfern, deren Leben durch die grausamen Experimente der Wissenschaftler für immer zerstört wurden.

Dieser Text erschien zuerst in COMPACT-07/15: „Grüne Kinderschänder – Partei der Päderasten“

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