Correctiv-Faktenchecker gegen COMPACT: Wer verbreitet hier Fake News?

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Am 11. April schreibt Tania Röttger von der berüchtigten Fake News-Prüfstelle Correctiv! über vermeintliche „Falschmeldungen“ im Zusammenhang mit der Beteiligung eines deutschen Kriegsschiffs an der Syrien-Operation. COMPACT wird vorgeworfen, falsch informiert zu haben. Die Begründung ist amüsant.

COMPACT-Magazin berichtete in den letzten Tagen intensiv in einem Live-Ticker über die Zuspitzung in Syrien. (Hier gehts zum Ticker) Plötzlich tauchte bei der Recherche die Information auf, dass sich möglicherweise auch ein deutsches Kriegsschiff, die Fregatte „Hessen“ den amerikanischen Kampfverbänden anschließen könnte. Entnommen haben wir diese Information dem US-Army-Portal Stars&Stripes, das am Morgen des 10. April verlauten ließ, eine Kriegsflotte der Supermacht USA habe ihre Heimathäfen in den Vereinigten Staaten verlassen und sei nach Nahost aufgebrochen.

Wörtlich hieß es:

„Nach Angaben von Stars & Stripes werden der Einsatzgruppe der Lenkwaffenkreuzer USS Normandy sowie die Zerstörer USS Arleigh Burke, USS Bulkeley, USS Forrest Sherman und USS Farragut angehören. Später würden sich der Gruppe die Zerstörer USS Jason Dunham und USS The Sullivans anschließen. An Bord der Schiffe sollen sich etwa 6.500 US-Militärs befinden.“

Dann folgt die interessante Aussage, auf die sich auch unsere Meldung bezog:

„Es werde außerdem erwartet, dass sich die deutsche Fregatte Hessen der Gruppe anschließen werde.“

Maasmännchen-Truppe

Hier kommt jetzt die mit Facebook zusammenarbeitende Faktenprüfer-Truppe Correctiv ins Spiel. Über die Aufgabenstellung der Zensoren schrieb Spiegel Online Anfang 2017:

„Facebook steht in der Kritik wegen Falschmeldungen, die sich auf dem Portal rasant verbreiten. Jetzt hat der US-Konzern das stiftungsfinanzierte Recherchebüro Correctiv ausgewählt, für ihn Lügengeschichten zu kennzeichnen.“

Von vielen Seiten wird Correctiv und dem dortigen Büroleiter David Schraven vorgeworfen, willkürlich und ohne stichhaltige Begründung Meinungen zu zensieren. Auf Telepolis musste man nach einer intensiven Recherche und direkten Anfragen bei Herrn Schraven schon Anfang 2017 konstatieren:
„Correctiv hat noch keinerlei konkrete Kriterien für die hochsensible Arbeit entwickelt.

Schuss in den Ofen
Jetzt wollte man also bei COMPACT den Rotstift ansetzen. Aber: Wenn nun das Correctiv-Büro erklärt, dass das „Compact-Magazin behauptet, die USA würden Schiffe nach Syrien schicken, um einen Militärschlag zu verüben“, ist dies leider eine (absichtlich?) verfälschte Darstellung. Wir haben gar nichts behauptet, sondern lediglich ein Armee-Portal der USA zitiert und dies auch ohne Wenn und Aber kenntlich gemacht.

Weiter heißt es bei den Fakten-Fachleuten vom Correctiv:

„An dem Einsatz soll laut „Compact-Magazin“ auch das deutsche Kriegsschiff „Hessen“ beteiligt sein. „Pentagon will deutsches Kriegsschiff vor der syrischen Küste mit dabei haben“, heißt es in dem Artikel.“

Auch diese Darstellung ist (wieder bewusst?) verlogen. Wir haben zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass das deutsche Kriegsschiff an einem Angriff oder Einsatz „beteiligt“ werden soll. Wir haben auch hier lediglich die Information der Stars&Stripes Webseite wiedergegeben, die nach ihrem Kenntnisstand (siehe Zitat oben) berichtet hat, dass von Seiten des US-Militärs eine Eingliederung der deutschen Fregatte in die US-Flottenformation „erwartet“ wird. Diese Meldung erschien uns – bei gleichzeitigem Schweigen der deutschen Medien und der Kanzlerin – als eine berichtens- und beachtenswerte Information.

Die Kritik des Correctiv-Büros an unserer Berichterstattung ist aber nicht nur haltlos, sondern auch ziemlich eitle Haarspalterei. Selbst gibt man nämlich zu, dass schon Ede Januar ein „gemeinsames Training der Fregatte Hessen und der USS Harry S. Truman“ stattgefunden habe und beide „im Laufe diesen Mittwochs in See stechen“ sollen. Ziel: Mittelmeer. Das sei aber laut Correctiv ganz unverdächtig, da „die gemeinsame Fahrt ins Mittelmeer“ auch laut Marine-Sprechern „schon seit Monaten geplant“ war. Ach, so ist das also! Dann kann diese Truppenbewegung ja nichts mit dem aktuellen Ernstfall zu tun haben. Der Syrien-Krieg läuft ja erst seit 8 Jahren, die „Übung“ mit den USA muss mit der aktuellen Zuspitzung also gar nichts zu tun haben. Danke für die Aufklärung!

Sehr beruhigend auch die folgende Erläuterung, die eine Nicht-Beteiligung des deutschen Schiffes an irgendwelchen Kampfhandlungen verbrieft:

„Also: sollte der Flugzeugträger „Truman“ an möglichen Angriffen auf Syrien teilnehmen, würde die „Hessen“ vorher den Flugzeugträgerverband verlassen.“

Man bemerke die vorsichtige Formulierung. Ob sich die deutsche Fregatte im Ernstfall aus einem Angriffsverbund herauslösen wird oder nicht, wird wohl auch von Frau von der Leyen (Verteidigungsministerin) und Herr Heiko Maas (Außenminister) abhängen. Wir ahnen also Übles! Zu Unrecht, wie man uns beim Correctiv erneut erklärt. Wir staunen über die hellseherischen Fähigkeiten der Fakten-Freaks:

„Unsere Bewertung: Die Fregatte „Hessen“ wird nicht an einem etwaigen Raketenangriff der USA auf Syrien beteiligt sein.“

Na, dann ist ja alles gut!

COMPACT wurde auf Facebook kürzlich vor (!) dem Posten eines Beitrags informiert, dass der Inhalt von Correctiv „angezweifelt“ wird. Danke für die Info!

Die Kooperation von Facebook und Correctiv klappt offenbar reibungslos. Foto: Screenshot Facebook


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14 Kommentare

  1. Die Meldung das die "Hessen" am Einsatz teilnimmt war voreilig und damit auch falsch!
    Und das bestätigen auch neutrale Beobachter.

  2. Rumpelstielz am

    Wer ist denn damit angefangen, waren es nicht die Systemmedien die entscheiden was berichtet werden soll und wie – es ist das System, das die Leute belügt und betrügt und die Bürger auch noch abzockt für den Beschiss.
    Ma erinnere sich als die Skelettreste der kleinen Peggy Knobloch gefunden wurden und der GEZ – Betrügerfunk meldete Böhnhards DNA auf der Leiche von Peggy "war die NSU im KiPo Geschäft. Haben die Kriminellen das richtig gestellt – NEIN. Ausgerechnet die Betrüger bestimmen was wahr ist – was Migrantenkriminalität was Einzelfall. Der Staatsfunk verar… uns.

    „Ich nenne ein Tier, eine Art, ein Individuum dann verdorben, wenn es seine Instinkte verliert, wenn es das vorzieht, was ihm schadet.“ Nietzsche

  3. Direkter Demokrat am

    Das linksgrünversiffte Correctiv! unternimmt einen verzweifelten Versuch, Compact FakeNews nachzuweisen. Köstlich! Frau Röttger war auch schon mal besser.

  4. Archangela Gabriele am

    Warum wohl wird der "Skandal" um Cambridge Analytica jetzt so hochgepuscht, wo doch Compact schon Ende 2016 einen detaillierten Bericht darüber geschrieben hat?
    Damals mussten es die Russen sein, die die Wahl manipuliert haben sollten. Jetzt kann das angeschlagene Fakebook sich nicht mehr wehren und die Zensur kann durchgesetzt werden.

    Man darf nie vergessen, dass Fakebook ein VS-amerikanischer Großkonzern ist, der weiterhin Daten sammeln und Geld verdienen will. Also müssen sie Zensurportale, wie Correctiv und Amadeo Antonio Stiftung zulassen.

    Leider fällt mir keine andere Lösung Eures Problems ein, als Fakebook mit detaillierten Reportagen den Rücken zu kehren und auf andere Portale auszuweichen. Auf Fakebook könnte angedeutet, die richtigen Suchbegriffe gesetzt und dann auf andere Portale verlinkt werden. Das hätte auch den Vorteil, dass sich Alternativen zu Fakebook etablieren könnten.

  5. Ich finde es sehr beachtlich dass IHR (Compact-Redaktion) mal wieder unnötig angeprangert werdet !
    Da bringt Ihr reale Tatsachen und dann werdet Ihr auch noch mit rethorischem Sondermüll zugeschüttet.
    Ihr habt mein Mitgefühl, Ihr müsst jeden Tag solche Drangsal durchleiden.

  6. LeingschwendtnerSepp am

    Die sollten lieber mal die tatsächlichen Fake News aufs Korn nehmen, die in dem Artikel verbreitet werden. Als erstes ins Auge fällt da die alte, zigfach widerlegte "Khibiny"-Mär, die ihr neulich mal wieder Gassi geführt habt.

  7. Wir wissen doch wer CORRECTIV! finanziert……es sind unsere feinen globalitischen Eliten…..die auch immer ein grosses Herz für die Kopfabschneider aus Syrien haben , weil die so tapfer gegen Assad kämpfen.

    Bringt ja nichts……der Westen will krampfhaft seine Deutungshoheit behalten…..weil er nur so die eigene üble scheisse unterdrücken kann…..hätte nie gedacht das ich mich mal so für das system schäme…in dem ich lebe.

  8. Michael Theren am

    die Katze läßt das mausen nicht, insbesondere, wenn sie dafür bezahlt wird….
    Wem die völkerrechtswidrigen VS Angriffskriege seit 1990 nicht reichen (der tödlichste – Irak – läuft auch im Hauptstrom als betrügerisch herbeigeführt), von denen ab 1776 ganz zu schweigen (für uns von Belang die Weltkriege), um den Irrwitz der "Westlichen Wertegemeinschaft" zu hinterfragen, dem ist schlicht nicht zu helfen….entweder will er es nicht (um weiter ungestört zu konsumieren), oder er ist schlicht zu dumm, so oder so, ein verlorenes Menschenkind und Werkzeug des "Bösen".

    Leider nimmt der "Kampf" (ganz ohne Nukes) zwangsläufig eschatologische Züge an, die oder wir – es kann nur einen geben, wenn eine Koexistenz von der Gegenseite ausgeschlossen wird, heißt es Unterwerfung oder Tod

    • Michael Theren am

      im Übrigen ist Facebook eine Privatfirma und kann tun und lassen was es will….wem es nicht paßt, der kann ja gehen….

      Im Gegensatz zu den Staatsmedien gibt es keinen Mitgliedszwang und sogar Alternativen (irgend einer wird doch einen kennen, der einen kennt, der im Iran, Syrien oder Nordkorea wohnt und die Tischsatellitenantennen sind inzwischen auch recht preiswert, im Vergleich zu den Problemen und den Friktionen die z.B. Sowjet- oder DDR-Bürger für den freieren Medienempfang ausgesetzt waren, ist das Gejammer heutzutage doch etwas peinlich).

  9. Karl Blomquist am

    Die Zensur stürzt sich auf die Erwähnung der Fregatte „Hessen“
    Das zeigt, dass Compact/ Stars & Stripes hier einen wunden Punkt getroffen hat, den man dem deutschen Volk lieber verschweigen wollte. Natürlich besteht die Möglichkeit (oder Absicht?), die BRD über die Teilnahme des Radar-Spezialschiffes „Hessen“ in den Krieg gegen Russland zu lotsen. Also dranbleiben.

  10. Russlandversteher am

    Gegen das Lügen-Correctiv waren sogar sämtliche Propagandakanäle der früheren DDR eine Quelle der Wahrheit.

  11. Aristoteles am

    Dieselben FakeNewser behaupten ja auch immer noch,
    der Blanko-Scheck der Alliierten an die Polen hätte die Sache damals nicht eskalieren lassen
    und die Repressalien gegen Deutsche und Juden hätten nichts mit nichts zu tun gehabt.
    Und der bunTe Facebookbunzel glaubt natürlich auch an alles fein brav
    so wie an zwei Türme am 11. September,
    an Brutkästen, an die Tränen der kuwaitischen Tochter bei ihrem Superauftritt vor der UNO,
    und überhaupt sind sie fein lieb zu Mutti und zum Maasmännlein,
    und gleich kommt ja BunTesliga.

    • heidi heidegger am

      naajaa, der blanko-scheck des hohenzollern an den habsburger hat jedenfalls die Belgrad-sache davor-damals eskalieren lassen, hah! + grüßle!

      • heidi heidegger am

        OT: fake-news vabreitert der ²tagesspiegel/Berlin. denn: türken sind eigentlich manchmal höchst-gelegentlich voll lieb und schlagen-schubsen keine frauen unn datt:

        ² >> Der Versuch einer Polizeistreife, einen Falschparker anzuzeigen, endete Sonnabend mit einem Großeinsatz. Den Beamten des Abschnitts 55 war gegen 19 Uhr in der Hermannstraße ein Renault aufgefallen, der in der zweiten Reihe parkte und massiv den Verkehr behinderte. Während die Polizisten die Anzeige wegen der Ordnungswidrigkeit schrieben, erschien der mutmaßliche Fahrer. Der 21-Jährige, ein Deutscher mit türkischen Wurzeln, weigerte sich laut Polizei trotz mehrfacher Aufforderung, sein Auto wegzufahren. Stattdessen pöbelte er die Beamten an, näherte sich ihnen bedrohlich und griff schließlich eine Polizistin körperlich an, indem er gegen ihren Arm schlug und ihr einen Stoß gegen den Oberkörper versetzte. Als die Beamten den Angreifer fesseln wollten, kamen dessen Mutter und eine junge Frau aus einem nahen Geschäft herausgestürzt, um ihn zu befreien. In der Zwischenzeit hatte sich am Einsatzort ein Mob von rund 30 Gaffern gebildet, die die Polizisten beschimpften. Erst als weitere alarmierte Polizisten eintrafen und die Beamten mit dem Einsatz von Reizgas drohten, beruhigte sich die Lage.. <<

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